Was können Abnehmpillen wirklich?

Gesund? Schlank werden mit Diätpillen

Diätpillen scheinen verlockend: Es, genügt, täglich eine kleine Tablette einzuwerfen - und schon purzeln die Pfunde. Aber so leicht, wie es die Werbung verspricht, ist es trotzdem nicht.

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Mit der Diätpille den Heißhunger zügeln.

Du kennst die Situation sicher auch: Um elf Uhr morgens ist das Frühstück längst vergessen und das Mittagessen noch fern. Wenn nun der Magen knurrt, greifst du gerne zu einem kleinen zweiten Frühstück oder im Büro zum Schokoriegel in der Schreibtischschublade. Abends kommst du hungrig nach Hause und bereitest dir eine riesige Portion Spaghetti Bolognese zu. Trotzdem ist später wieder Luft für eine halbe Tafel Schokolade, wenn du vor dem Fernseher sitzt.
Hier setzen Diätpillen an: Sie haben eine appetitzügelnde oder sättigende Wirkung, sodass dir die Lust auf kalorienreiche Snacks vergeht und du auch bei den Hauptmahlzeiten weniger isst. Entsprechend weniger Kalorien konsumierst du insgesamt, sodass die Fettpölsterchen auf den Hüften zu schmelzen beginnen.

Diätpillen im Test: wenig Nutzen

Die Stiftung Warentest kam erst 2014 zu dem Ergebnis, dass die meisten Pillen keine wirklichen Resultate liefern. Sie wies außerdem darauf hin, dass die Hersteller von Diätpillen Informationen dazu, dass ihre Mittel nur in Kombination mit gesunder kalorienarmer Ernährung und viel Bewegung wirken, gerne im Kleingedruckten verstecken.
Dies gilt zum Beispiel auch für Deutschlands wohl bekannteste Schlankpille Formoline, die in Apotheken und in der Presse kräftig beworben wird. Ihre Wirkung basiert auf dem fettbindenden Biopolymer D-Glucosamin, der aus der Schale von Krebstieren gewonnen wird. Vor den beiden fettreichsten Mahlzeiten am Tag sollen zwei Diätpillen genommen werden und schon nimmst du ab. Im Internet sind jedoch mindestens so viele negative Erfahrungen wie positive zu finden. Ohne zusätzliche Ernährungsumstellung und tägliche Bewegung geht es also auch hier nicht.
Auf die Blockierung der Fettaufnahme setzen auch die vergleichbaren Diätpillen Alli und Xenical, die den Wirkstoff Orlistat enthalten. Dieser hemmt das Enzym Lipase, sodass bis zu einem Drittel des Fetts gebunden und unverdaut wieder ausgeschieden wird. Diätpillen mit Orlistat sollten lediglich unter ärztlicher Aufsicht zur Behandlung bei Adipositas (BMI über 30) bei gleichzeitiger Ernährungsumstellung verwendet werden. Ansonsten kann es zu einer Unterversorgung mit fettlöslichen Vitaminen und zu schwerem Durchfall kommen.

Vorsicht vor den Diätpillen der Stars

Immer wieder werben superschlanke Popstars und Hollywoodschauspielerinnen für gefährliche Diätpillen, denen sie ihre tolle Figur zu verdanken haben. Dabei handelt es sich häufig um Appetitzügler, die schwere Nebenwirkungen nach sich ziehen können. Am besten lässt du von dieser Art Diätpillen gleich die Finger. Zu den bekanntesten Appetithemmern gehören Rimonabant und Sibutramin, die in den dubiosen Ecken des Internets angeboten werden. Bei depressiven Menschen können sich die Symptome durch die Einnahme von Rimonabant so sehr verstärken, dass Suizidgefahr droht. Sibumatrin steht in den USA unter Verdacht, für über 150 schwere Herzerkrankungen verantwortlich zu sein.

Welche Diätpillen helfen denn nun wirklich?

Diätpillen, die wirklich helfen, gibt es nicht. Zumindest nicht, wenn du nicht gleichzeitig auch deine Ernährung umstellst und auf tägliche Bewegung achtest. Dazu solltest du möglichst auf pflanzliche Mittel und nicht auf dubiose chemische Keulen setzen. In den USA findet zum Beispiel das Produkt Pure Cambogia extrem viel Zustimmung, das auf ein Extrakt der Pflanze Garcinia Cambogia (der asiatischen Tamarinde) setzt. Dieser Extrakt - Hydrozitronensäure - hemmt die Umwandlung unverbrauchter Kohlenhydrate, die der Körper gerne "für schlechte Zeiten" in seinen Fettspeichern einlagert. Zudem soll er Hungergefühle dämpfen.
Ganz gleich, für welche Art von Schlankheitsmittel du dich entscheidest: Wähle grundsätzlich nur in Deutschland zugelassene Diätpillen, die in Drogerien oder Apotheken erhältlich sind. Bestellst du Mittelchen aus dubiosen Quellen im Internet, gehst du ein großes gesundheitliches Risiko ein!

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