Tragödie in Belgien

Superfood: Baby stirbt durch Ernährungsumstellung

Die Eltern wollten nur sein Bestes. Doch durch die Umstellung auf Superfoods stirbt ihr Baby. Die Eltern stehen nun vor Gericht.

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Baby Lucas starb an den Folgen einer Umstellung auf Superfoods

Ein tragischer Fall. Eigentlich sollen Superfoods gesund sein. Doch für Baby Lucas kam jede Hilfe zu spät.

Wie konnte das nur passieren? Im belgischen Beveren starb ein Baby an der Ernährungsumstellung auf Superfoods, nachdem die Eltern ihrem sieben Monate alten Sohn Lucas eine Laktose- und Glutenintolleranz diagnostiziert hatten – ein fataler Irrtum. Dem Kind ging es immer schlechter. Ein Arzt schickte das Paar ins Krankenhaus – zu spät für Lucas.

Selbstdiagnose führt zur Superfood-Ernährung

Die Eltern stehen nun in Belgien vor Gericht. Denn als Lucas ins Krankenhaus kam, war er bereits verhungert und dehydriert. Verzweiflung auf Seiten der Eltern. Denn eigentlich hatten sie nur Gutes im Sinn, als sie ihr Baby auf Superfoods umstellten. Beim Stillen fiel ihnen auf, dass Lucas die Milch scheinbar nicht vertrug. Daher stellte das Paar ihr Kind auf einen Milchersatz aus Hafer, Buchweizen, Quinoa und Reis um. Einen Arzt konsultierten die Eltern nicht. Und: Sie hinterfragten sich nicht, weil sie zu viel Vertrauen in Superfoods und den Naturkostladen um die Ecke hatten. Lucas hätte normal gespielt, weder Durchfall gehabt, noch sich übergeben, sagte die Mutter vor Gericht.

Mangelernährung durch unbedachte Baby-Nahrung

Den Vorwurf der Naivität müssen sich die Eltern von Baby Lucas wohl gefallen lassen. Denn eine so drastische Nahrungsumstellung sollte immer mit einem Arztbesuch verbunden sein. Der kam jedoch erst als Lucas nur noch 4,3 Kilogramm wog – die Hälfte von dem, was für sein Alter normal gewesen wäre. Dabei muss gerade bei Babys besonders auf die Ernährung geachtet werden. Nun bangen die Eltern auch noch um ihre drei Töchter. Denn die belgische Justiz hat nicht nur Anklage im Fall von Lucas erhoben, sondern überprüft auch, ob sich das Paar prinzipiell gut um seine Kinder kümmert. Denen geht es jedoch gut, heißt es von der Verteidigung. Für die Vernachlässigung von Lucas fordert die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 18 Monaten für beide Elternteile. Ein wahrlich tragischer Fall, der wieder einmal zeigt, dass ein Arztbesuch auch bei einer Ernährungsumstellung nie falsch oder gar lächerlich ist ...

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Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.