Trinken ohne Kopfschmerzen

Alcosynth: Professor findet Alternative zu Alkohol

Ist es das Ende des Katers nach einer durchzechten Nacht? In den kommenden Jahren will der britische Professor David Nutt den Getränkemarkt mit Alcosynth revolutionieren.

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Das schlimme Erwachen nach der Party

Könnte bald der Vergangenheit angehören: Katerstimmung am Morgen nach der Party.

Wenn es letzte Nacht ein, zwei Gläser Wein zu viel waren und der Schädel brummt, kommt oft die späte Einsicht: Bei der nächsten Feier sollte man sich besser zurückhalten. Doch nur wenige Stunden zuvor war die lockernde Wirkung der Getränke noch so angenehm – es gibt zwar Tipps gegen den Kater, aber noch besser wäre gar kein Kater.
Genau damit beschäftigt sich der britische Professor David Nutt. Mit seiner Firma Alcarelle arbeitet der 66-Jährige an einer Alternative zum konventionellen Alkohol: Alcosynth nennt Nutt das Produkt. Es könnte in Zukunft das Trinken revolutionieren. Nutt ist natürlich nicht der erste, der sich mit diesem Problem beschäftigt. Letztes Jahr ging schon die Meldung rum, dass die Nordkoreaner Alkohol ohne Kopfschmerzen erfunden hätten.

Geheimrezeptur gegen negative Folgen

Alkohol gilt als ein Hauptauslöser für Krebs. Schätzungsweise 200 Menschen sterben in Deutschland jeden Tag an den gesundheitlichen Folgen erhöhten Alkoholkonsums. Unfälle sind da noch nicht eingerechnet. Solche Zahlen könnten mit Alcosynth rapide gesenkt werden. Denn die synthetischen Stoffe greifen Organe wie Herz und Leber nicht an. Was genau drin ist, verrät der Professor nicht – sein Rezept ist noch nicht final, Sponsoren für weitere Forschungsarbeit fehlen. Schon jetzt verspricht Nutt aber ein reueloses Trinkvergnügen: Denn anders, als mit Whiskey, Wein & Co. entsteht beim Abbau von Alcosynth kein Acetaldehyd. Ein Stoff, der als Hauptursache für den Kater gilt.
Und auch der Rausch beim Genuss der Getränke ist kalkulierbar: Nach etwa fünf Getränken tritt der maximal mögliche Effekt ein. Zumindest lautet so der Plan, auch hier fehlen handfeste Forschungsergebnisse.

Das Ende des Alkohols?

Wann Getränke mit Alcosynth auf den Markt kommen, bleibt unklar. Eine Zahl kann David Nutt aber nennen: Die Industrie bereite sich auf das Ende ihrer klassischen Produkte vor – bis 2050 könnte Alcosynth geläufige Drinks vollständig ablösen. Die geplanten Auswirkungen: Enorm. Durch weniger Katerausfälle wäre Alcosynth auch betriebswirtschaftlich ein Erfolg. Bis dahin muss man sich wohl weiterhin zügeln, oder gleich auf alkoholfreie Alternativen umsteigen.

Alkoholtester

Erik J. Schulze

von

Technologie ist meine große Leidenschaft. Auf eVivam finde ich heraus, welche Trends es in der Welt des vernetzten Lebens gibt.