Aufkleber warnt vor Sonnenbrand

La Roche-Posay „My UV Patch” im Praxis-Test

Ein „Aufkleber”, der vor Sonnenbrand schützt? So ähnlich zumindest. Der „My UV Patch” misst die individuelle UV-Strahlung mittels eines Hautpatches in Herzform und gibt Empfehlungen zum Umgang mit der Sonne.

Datum:
My UV-Patch im Test

Der „My UV Patch” soll für verantwortungsbewusstes Sonnenbaden sensibilieren.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die Zuverlässigkeit des „My UV Patch” ist durchwachsen. Mit den richtigen Lichtverhältnissen und stetem Einsatz liefert die App jedoch solide Empfehlungen. Das Design des Patches könnte modischer sein, z.B. in Wellen- oder Palmenform, ist aber im Strandurlaub durchaus akzeptabel. Die App liefert wichtige Informationen zum Sonnenschutz – bleibt dabei allerdings bei dem, was die meisten ohnehin wissen sollten. Der Patch liefert nur Resultate für den Moment, keinen ganzheitlichen Überblick. Schade. Wer zu viel in der Sonne war und dann im Schatten scannt, erhält falsche Resultate. Eine Spaß- und Info-Aktion, die man kostenlos dennoch einmal mitmachen kann.

Pro

  • gewisser Spaßfaktor
  • App ist leicht zu bedienen
  • der Patch ist schnell aufgeklebt und wieder entfernt
  • App liefert meist passende Verhaltensempfehlungen
  • App gibt Tipps zu sicherem Bräunen
  • kostenlos

Kontra

  • im Stadtbild wenig modisch
  • hinterlässt weißen Fleck bei intensiver Bräunung
  • es fehlt die Option „nicht eingecremt”
  • es fehlen personalisierte Produktempfehlungen
  • der Patch liefert nur „Ist-Moment”-Resultate
  • Informationsgehalt bleibt oberflächlich

Anthelios-Sonnenschutz von La Roche-Posay

Wisst ihr eigentlich, ob ihr immer das richtige Maß an Sonne einhaltet? Habt ihr vielleicht sogar öfter einen Sonnenbrand? Dann könnte der „My UV Patch” genau richtig für euch sein. Der selbstklebende Hautpatch von La Roche-Posay soll die individuelle UV-Belastung messen, damit wir uns besser vor Hautschäden schützen. Und die können immens sein: von früher Hautalterung über vermehrte braune Flecken bis hin zu Hautkrebs – das Spektrum an sonnenbedingten Gesundheitsrisiken ist groß. Erstmals gibt es nun einen flexiblen Haut-Patch für jedermann, der uns vor zu viel UV-Strahlung warnt. Doch: Taugt das Klebe-Herzchen auch was? Wir haben es ausprobiert.

Wer traut sich, das Teil aufzukleben?

Getragen werden soll der „My UV Patch” am besten auf dem Handrücken. Der ist normalerweise nicht bedeckt. Dort liefert der Patch das genaueste Ergebnis. Wirklich schick sieht das Herzchen allerdings nur aus, solange man den dünnen Patch noch nicht aufgeklebt hat. Gerade auf der Hand wirkt er mit seinen 2,5 cm² riesig. Auch der Style-Faktor lässt zu wünschen übrig. Die männlichen Kollegen konnte ich sodann auch nicht für einen Test begeistern. Lediglich eine Kollegin, die ohnehin bald in den Urlaub aufbrach, zeigte Interesse. Sie klebte sich den UV-Patch auf den Oberarm. Und dort wirkt er auch ein bisschen weniger wie ein Aufklebe-Tattoo für Kinder. Natürlich muss der UV-Patch eine gewisse Größe haben, um Messwerte zu liefern, die sich problemlos einscannen lassen. Dennoch: Wenn man mit Riesenherzchen-Aufkleber auf der Hand durch die Hamburger Hafencity läuft, fühlt man sich schon ein wenig, als würde man direkt vom Kindergeburtstag kommen. Auf dem Oberarm am Strand passt es wieder.

Galerie: Schutz vor zu viel Sonne und Sonnenbrand

Der Test: Hamburg gegen die Toskana

Um den „My UV Patch” in möglichst alltagsnahen Szenarien zu testen, haben wir ihn also zweimal auf die Reise geschickt. Einmal in Hamburg, einmal in den Toskana-Urlaub. Jeweils drei Tag lang. In Hamburg gab es Temperaturen um die 20 Grad bei – für Hamburger Verhältnisse – großzügigem Sonnenschein. Die Toskana war mit über 30 Grad heißer. Statt Büro, Einkaufen und Sonnenschein in der Mittagspause, hatte die Kollegin in der Toskana Spaß am Strand mit teils intensivem Sonnenbaden. In Hamburg blieb bleiche Haut bleich, in der Toskana wurde gebräunte Haut noch brauner. Doch wie sah es mit dem Sonnenschutz aus? Das sollte uns der „My UV Patch” sagen.
Der My UV Patch im Einsatz

Das Einscannen am Oberarm des „My UV Patch” ist ein wenig schwierig, aber möglich.

Handhabung: Wie „bedient” man den UV-Patch eigentlich?

Die Einrichtung der „My UV Patch”-App geht schnell und problemlos. Sie ist verfügbar für Android und iOS. Hier muss man allerdings ein paar Daten lassen: Ein Name muss her. Alter und Hauttyp. Insbesondere Letzteres ist wichtig, damit die App entscheiden kann, ob das Sonnenbaden noch im positiven Bereich liegt. Hilfe bietet hier ein kleiner Avatar in zwei Varianten, der einen spielerischen Lerneffekt bringt. So fordert der kleine Helfer nach dem Einrichten direkt zum ersten Scan des UV-Patches auf. Es darf nicht zu dunkel sein, da der Scan sonst nicht funktioniert. Auch wer sich per GPS lieber nicht lokalisieren lässt, hat ein Problem: Die App nutzt Daten über das Wetter vor Ort für die Einschätzung – ohne gibt es keinen Scan. Funktioniert alles, zeigt einem der App-Scan an, wie es um das persönliche Sonnenkonto bestellt ist. War es zu viel? Darf ich noch mehr? Der photosensitive Farbstoff auf dem flexiblen Hautsensor misst durch Verfärbung UV-Strahlen und kommt so zu seinem Resultat. Und das ist mitunter ein wenig merkwürdig ...
My UV Patch mit ersten Resultaten

Uiuiui! Sonnenbrandgefahr im Hamburger Büro. Die App zeigt zwar nicht immer verlässliche Resultate, aber meist. Wie bei vielen Apps gilt hier: Die Richtung stimmt. Eigentlich sollte die App auch Produktempfehlungen anzeigen. Die fehlten im Test jedoch gänzlich.

Resultate: Sonnenbrand im Hamburger Büro, alles auf Grün in der Toskana

Meist funktionierte der „My UV Patch” gemäß Erwartung: Im Schatten grünes Licht für mehr. Bei direkter Sonneneinstrahlung Alarmstufe Rot. Alle 90 Minuten wird man an einen Scan erinnert, sofern man diese Funktion nicht ausstellt. Die Kollegin in der Toskana tat genau das, während ich in Hamburg brav alle 90 Minuten scannte – auch im Büro. Und dort wurde mir – trotz gleichbleibenden Lichtverhältnissen – eine Sonnenbrandgefahr bescheinigt! Die Kollegin in der Toskana machte unterdessen die Erfahrung, dass man durchaus im Schatten einscannen kann und damit seine Sonnenbaden-Todsünden unentdeckt bleiben, nämlich uneingecremt durch die Sonne zu laufen. Das Problem: Die App scannt nur den „Ist-Moment”. Und da sich der Patch nicht merkt, wie er sich davor verfärbt hat, kann die App-Empfehlung leicht verfälscht werden. Zudem geht die App davon aus, dass man irgendeine Form von Sonnenschutz aufgetragen hat – was leider auch heutzutage immer noch nicht der Fall ist.
My UV Patch im Einsatz in der Toskana

Am Strand zeigt die App meist zu erwartende Ergebnis. Schade: Die App geht vom eingecremten Nutzer aus. Todsünden werden so überhaupt nicht registriert. Gut zu wissen: Das Ergebnis bezieht sich immer nur auf den Moment!

Sinn und Zweck erfüllt?

Das Feedback der App ist nicht überraschend: Achte auf deine Kleidung und darauf, dass du gut und regelmäßig eingecremt bist. Wer von der App bei zu viel Sonnenbanden erwischt wird – also z.B. wie im Test im Büro – muss sich dennoch nicht schlecht fühlen. Mit einem kleinen Quiz konnte ich alles wiedergutmachen und mit der Beantwortung von ein paar Fragen ein modisches Teil für meinen Avatar gewinnen, z.B. einen Umhang. Die Fragen bestehen aus eigentlich selbstverständlichen Informationen zum gesunden, verantwortungsbewussten Sonnenbaden. Aber wir wissen ja: Es ist gut, immer wieder daran erinnert zu werden. Daher ist dies prinzipiell eine gute Idee. Wünschenswert wären hier mehr Details und kniffligere Fragen. Einen gewissen Spaßfaktor hat der „My UV Patch”. So berichtete die Kollegin in der Toskana, sie hätte sogar einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, alles gemäß App zu machen. Hier gab es also Pluspunkte.
Die My UV Patch App mit Avatar Helios

Helios führt durch die App. Die Bedienung ist leicht. Für richtige Antworten gibt es eine Belohung. Nicht so gut: Beim Samsung Galasy S7 Edge gab es immer wieder Anzeigefehler.

Haltbarkeit: Was kommt danach?

Zunächst einmal gibt es ein weißes Herz an der Stelle des Patches. Dickes Minus. Die Kollegin aus der Toskana läuft auch eine Woche nach dem Test noch immer einem unfreiwilligen „Herz-Tattoo” umher. In Hamburg: keine Bräune, kein weißer Fleck. Drei Tage Test hat der „My UV Patch” locker überstanden – mit Duschen und Schwimmen. Es kam ansonsten zu keinen Hautveränderungen, der Patch behinderte weder beim Tragen, noch stellte das Abziehen ein Problem dar. Eine anschließende Sensibilisierung fürs Sonnenbaden ist definitiv da. Auch wer bereits „alles” übers Sonnen weiß, denkt nun noch einmal intensiver über Sonnenschutz nach. Doch: Wie lange hält das? Wohl nicht lange. Dennoch: Eine nette Aktion mit Spaßfaktor, aber einigen Schwächen.
UV-Patch-Test am Strand

Was sich die Kollegin in der Toskana nicht traute, dafür musste zum Abschluss ein Stein herhalten: Der Test mit langer, intensiver Sonneneinstrahlung. Scannen funktionierte trotzdem. App sagt: Besser nicht machen.

Was kostet der UV-Patch und wo bekomme ich ihn?

Bestellt ihr den „My UV Patch” direkt bei La Roche-Posay, ist er kostenlos. Zudem bekommt ihr den Patch in verschiedenen Online-Apotheken gratis zu einem Anthelios-Sonnenschutz-Produkt von La Roche-Posay. Die Apotheken findet ihr über einen Store Finder. Die Aktion läuft noch bis zum 31. August und solange der Vorrat reicht. Ob es den UV-Patch im nächsten Jahr wieder geben wird, steht noch nicht fest. Gefällt euch der „My UV Patch”, solltet ihr dies also positiv feedbacken, damit ihr ihn auch im nächsten Jahr bekommt.

Anthelios-Sonnenschutz von La Roche-Posay

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.