Mehr als Kompass und Karte

Perfekt ausgerüstet zum Wandern

Ein Ausflug in die Natur gelingt mit Handy, Verpflegung und der richtigen Kleidung. Das wichtigste Ausrüstungsstück ist aber Know-how.

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Erste Hilfe beim Wandern

Ein Erste-Hilfe-Set ist beim Wandern immer dabei. So können Sie kleine Verletzungen sofort versorgen.

Dass gute Schuhe, eine wetterfeste Jacke und genug Wasser entscheidend für einen pannenfreien Marsch durch die Natur sind, hat sich zum Glück herumgesprochen. Andererseits sind Handy-Apps und Wegfindung per GPS gerade ein großer Trend. Zu recht: Da heute die meisten Wanderer ein Mobiltelefon bei sich haben, das im Notfall hilft, ist das Risiko, in freier Wildbahn ernsthaft zu verunglücken, wesentlich gesunken. Dennoch wäre es riskant, sich nur auf Apps zu verlassen. Der Grips muss mit – und ein paar wichtige Ausrüstungsgegenstände ebenfalls.

Galerie: 10 Produkte für die Wanderausstattung

Vorbereitung ist alles

Ein typischer Anfängerfehler ist, die Wanderkarte in den Rucksack zu packen und an der ersten Weggabelung erstmals aufzufalten. Studieren Sie die Karte vorher! Sehen Sie sich genau den Weg an, den Sie planen, gehen Sie ihn im Geiste ab und erwägen Sie Alternativrouten. Für diese Prozedur eignen sich am besten Karten im Maßstab 1:25.000: Sie zeigen mit ihren Höhenlinien am anschaulichsten das Profil des anvisierten Geländes. Je nachdem wie dicht die Linien bei einander liegen, ist der Weg flach oder steil. Wie sind die Öffnungszeiten des Gasthauses am Ziel? Gibt es außer 112 noch andere, lokale Notrufnummern? Und vor allem, was sagt der Wetterbericht? Speichern Sie sich Infos und Links ins Mobiltelefon. Tipp: Die Wirte im Wandergebiet wissen meistens am besten über Wetter und Wege Bescheid, vor allem in den Bergen. Rufen Sie einfach an.

Die passenden Schuhe

Wanderschuhe mit einer rutschfesten, profilierten Gummisohle müssen sein. Denn fehlt dem Wanderer Halt, gerät jede Minute zur quälenden Hangelei. Ein klassischer Outdoor-Halbschuh gibt bei geringem Gewicht Trittsicherheit und lässt dem Fuß Bewegungsfreiheit. Wer dagegen Halt und Schutz ums Sprunggelenk wünscht, trägt höher geschnittene Wanderstiefel. Für anspruchsvolle, längere Touren empfehlen sich Trekkingstiefel, bei hartem Untergrund mit einer stabilisierenden Brandsohle. Geht es in steiles Gelände, brauchen Sie womöglich steigeisenfeste Schuhe. Achtung, klären Sie in dem Fall, ob Sie Steigeisen mit Frontkorb- oder Riemenbindung verwenden oder aber Steigeisen mit Kipphebelbindung. Je nachdem sind andere Schuhe nötig.

Regenjacke für alle Fälle

Kleiden Sie sich beim Wandern nach dem Zwiebelprinzip: T-Shirt, Pullover, Wetterschutzjacke mit Kapuze, Hose mit abzipbaren Beinen. Denken Sie auch an eine Kopfbedeckung als Sonnenschutz. Je nach Lage passen Sie sich auf diese Weise ideal den Gegebenheiten an. Falls Sie atmungsaktive Wanderkleidung und Unterwäsche aus Mikrofaser im Schrank haben, umso besser (hier erfahren Sie mehr über Outdoor-Bekleidung). Gehen Sie außerdem nur mit Socken in die Schuhe. „Sockenbund höher als Schuhbund“, lautet hier die Regel. Und packen Sie sich auch Ersatzsocken ein, denn falsche Strümpfe haben schon die größten Wanderprofis in die Knie gezwungen. Achtung: Kommen Sie nicht auf die Idee, die Regenjacke („Ist doch strahlender Sonnenschein“) oder das Sonnenschutz-Cape („Ist doch total grau draußen“) zuhause zu lassen. Das Wetter kann sich schnell ändern. Vergessen Sie auch die Sonnenbrille nicht. Lesen Sie hier mehr über den richtigen Schutzfaktor.

Galerie: Schutz vor zu viel Sonne und Sonnenbrand

Gadgets und Must-haves

Ein guter Wanderrucksack ist Ihr bester Freund auf Touren. Ideal ist ein Exemplar mit Außentaschen und gepolstertem Tragesystem. In das gute Stück packen Sie eine oder mehrere Trinkflaschen – ein Liter Wasser pro Person ist das Mindestmaß – sowie Proviant, der notfalls bis zur Heimkehr reicht. Wanderkarte, Kompass und, je nach Gelände, einen Höhenmesser benötigen Sie zur Orientierung. Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke kommen im Falle einer Verletzung oder eines Unfalls zum Einsatz. Sonnencreme mit mindestens Schutzfaktor 30 und ein Taschenmesser schaden auch nicht.
Packen Sie auch das Handy mit geladenem Akku griffbereit ein, je nach Länge der Wanderung mit mobilem Ladegerät (alles über Outdoor-Handys erfahren Sie hier). Lassen Sie das Ding aber am besten bis zur Heimkehr dort stecken, wo es ist. In der Natur ist Anpassungs- und Einfühlungsvermögen der wichtigste Helfer. Ein Display verstellt da recht ungünstig den Blick.

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