Ferne Galaxien ganz nah

Sterne beobachten am Nachthimmel

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Niemand schaut mehr nach oben. Es wird Zeit, dass Sie wieder damit anfangen.

In einer warmen Sommernacht die Sterne beobachten und nach Sternschnuppen Ausschau halten, gehört zu den wohl romantischsten Aktivitäten überhaupt. Leider ist es aufgrund der Lichtverschmutzung in Westeuropa schwer geworden, überhaupt noch in den Genuss des sternenübersäten Nachthimmels zu kommen.
Es gibt jedoch selbst im dicht besiedelten Europa noch einige Orte, an denen du in perfekter Dunkelheit die Sterne beobachten kannst: Die sogenannten Sternenparks oder Lichtschutzgebiete, auf Englisch auch Dark Sky Parks genannt. Diese sollen astronomische Beobachtungen erleichtern und nachtaktive Pflanzen und Tiere schützen.

Die Sterne beobachten in deutschen Sternenpark

Der erste deutsche Sternenpark befindet sich im Naturpark Westhavelland, nur 70 Kilometer westlich von Berlin. Hier erkennst du beispielsweise die Milchstraße noch richtig deutlich und auch der sogenannte Airglow, das Leuchten der oberen Atmosphärenschichten ist bestens zu sehen. Ähnlich dunkel ist es im Nationalpark Eifel südwestlich von Köln und in der hessischen Rhön, die sich ebenfalls offizielle Sternenparks nennen dürfen. Möchten Sie im Süden des Landes die Sterne beobachten, fahren Sie in die Schwäbische Alb, in der Astronomen und Wissenschaftler die Anerkennung zum offiziellen Sternenpark vorantreiben.
Möchtest du wissen, wie es um die Lichtverschmutzung in deinem Heimatort bestellt ist? Die Website lichtverschmutzung.de gibt Auskunft. Du kannst auch spezielle Overlays auf dein Smartphone herunterladen, die auf der Google Earth-App die regionale Lichtverschmutzung anzeigen. Oft musst du nur kurze Strecken fahren, um ungestört im Dunkeln die Sterne zu beobachten.

Sterne beobachten im Ausland

Nutze den nächsten Urlaub doch einmal für ein romantisches Picknick unter dem Sternenhimmel. Ein beliebtes Ziel ist die spanische Urlaubsinsel Teneriffa: Hier auf dem 3.718 Meter hohen Teide lassen sich abends ganz wunderbar die Sterne beobachten: Hinauf geht es in der Abenddämmerung mit der Seilbahn. Wer mag, bucht einen organisierten Ausflug in Begleitung eines Astronomen, der die Konstellationen erklärt. Auch der Blick durch ein Hochleistungsteleskop ist möglich. Weitere Dark Sky Parks findest du u. a. in Großbritannien in den Brecon Beacons (Wales), im Exmoor Nationalpark (Südwestengland), im Galloway Forest Park (Schottland) und im nordenglischen Northumberland sowie in Ungarn (Hortobagy) und in Frankreich (Pic du Midi).
Zieht es dich noch weiter in die Ferne? Die wohl schönsten Orte zum "Stargazing" sind das Observatorium auf dem Vulkan Maunakea auf Hawaii mitten im Pazifik und das Paranal Observatorium in der chilenischen Atacamawüste. Hier erlebst du inmitten der menschenleeren Wüste einen unvergesslichen sternenübersäten Himmel, wie du ihn nur in Science Fiction-Filmen für möglich gehalten hast.

Woran musst du denken, wenn du Sterne beobachten willst?

Ziehe dich warm an! Auch die wärmste Sommernacht wird in manchen Breitengraden kühl, wenn du mehrere Stunden reglos auf der Decke liegst oder im Campingstuhl sitzt. Zu zweit kuschelt es sich besonders schön unter einer warmen Decke oder im Schlafsack. Bringe ein Picknick mit und Heißgetränke wie Tee. Denke auch an einen Astronomie-Führer oder eine praktische App, die dir die Sternbilder erklärt. Hand aufs Herz: Wie viele Sternbilder würdest du ohne Hilfe identifizieren können?
Lehrreich ist ein Besuch der Sternwarte in deiner Heimatstadt. Hier erhältst du bei astronomischen Vorführungen viele spannende Informationen zu unserer Galaxie und den Sternbildern – die du umso leichter identifizierst, wenn du dann im Freien Sterne beobachtest.