Casper, Bruno & Co.

Wie gut sind die neuen, günstigen Matratzen aus der Online-Werbung?

Ist Facebook bei Ihnen auch voll mit Casper, Bruno, Emma & Co.? Diese Matratzen kosten kein Vermögen und sollen richtig gut sein. Wer es nicht glaubt, kann es gratis ausprobieren. Wie das geht? eVivam stellt die Kandidaten vor.

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Matratzen

Eine gute Matratze muss kein Vermögen kosten, behaupten die Hersteller von Bruno, Emma & Co.

Nachdem sich das Unternehmen bett1 mit seiner Anti-Kartell-Matratze Bodyguard erfolgreich gegen das Matratzen-Kartell gestemmt hat, überfluten Online-Anbieter die Werbeflächen im Netz. Gut möglich, dass auch hier bei eVivam kontextsensitive Matratzenwerbung ausgegeben wird. Wir müssen ja auch leben. Die Matratzen-Startups schießen wie Pilze aus dem Boden. Sie verkaufen nach eigenen Angaben hochqualitative und innovative „one-fits-all“-Matratzen, die sich jeder Körperform und Liegeeigenschaft anpassen, zum niedrigsten Preis. Die bekanntesten zur Zeit sind Buddy, Casper, Emma, Eve, Felix, Grafenfels, Muun und Smood.

Zu Hause Probeliegen

Die Anbieter locken mit kostenlosem Versand innerhalb Deutschlands und stressfreiem Probeliegen zu Hause an. Bei den meisten handelt es sich dabei um ein 100-tägiges Rückgaberecht. Nur Bruno darfst du nur 30 Tage lang testen. Das übliche Widerrufsrecht also. Hält die Matratze also nicht was sie verspricht, kannst du sie innerhalb der Testphase einfach zurückgeben.

Der Rückversand ist meistens kostenlos

Die Hersteller beauftragen ihre Logistikpartner mit der Abholung. Bei Bodyguard muss der Kunde die Verpackung nachbestellen, falls man diese nicht aufbewahrt hat. Unverpackte, gebrauchte Gegenstände können sie nämlich nicht per Spedition transportieren. Emma sendet dir die entsprechende Folie kostenlos zu, wenn du eine Retoure anforderst. Darin kannst du die Matratze einpacken bevor der Logistikpartner sie abholt. Casper, Eve und Muun kümmern sich komplett die Abholung. Hier hat der Abholer das nötige Verpackungsmaterial und du musst nur die Matratze übergeben. Felix und Grafenfels bilden die Ausnahmen in dieser Kategorie, denn diese tragen den Rücktransport überhaupt nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen. Felix verlangt für die Abholung immer 49,00 Euro, ohne wenn und aber. Grafenfels verlangt 50,00 Euro für die Abholung, wenn die 30-tägige Widerrufsfrist abgelaufen ist, auch wenn man sich noch in der 100-Tage-Testphase befindet.
In der folgenden Fotostrecke hat eVivam die Probeschlafdauer, Garantie, Versandkonditionen und die Preise in allen verfügbaren Größen zusammengefasst.

Galerie: Matratzen online kaufen – Startup-Modelle

Herstellung und Entsorgung

Casper ist ein US-Amerikanisches Unternehmen, das erst seinen Verkauf auf Deutschland ausgeweitet hat. Forbes verlieh 2015 sogar den Titel „hottest startup“. Zu den in Deutschland produzierten Matratzen gehören Bodyguard, Buddy, Bruno, Emma, Felix, Grafenfels und Muun. Dabei handelt es sich auch jeweils um die in Deutschland gegründeten Unternehmen. Eve, ein britisches Unternehmen, stellt seine Matratzen in Großbritannien her.
Ein Großteil der Hersteller recycelt seine Matratzen nach der Rücksendung oder entsorgt sie. Dazu gehören Bodyguard, Casper, Eve und Muun. Hier kommen die Matratzen nicht wieder in den Verkauf. Kann man mit diesem Wissen die Matratze zurückgeben und (auf der nächsten) trotzdem ruhig schlafen? Felix wirbt mit Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit und führt zurückgegebene Matratzen grundgereinigt wieder dem Verkauf zu. Die anderen Unternehmen machen auf ihrer Homepage keine genauen Angaben, was mit retournierten Matratzen geschieht.

Harter Wettbewerb

Die Online-Unternehmen haben eine Matratzen-Revolution ausgelöst. Wie sie zu den günstigeren Preisen kommen? Durch den direkten Online-Verkauf des Herstellers fällt der Zwischenhändler weg und wahrscheinlich gibt man sich einfach mit einer geringeren Marge zufrieden. Der deutsche Matratzenfachverband verzeichnet währenddessen Verluste und sagt den Onlinehändlern den Kampf an. Er warnt potenzielle Kunden unter Anderem vor Nachteilen, die Onlinekäufe mit sich tragen. Zum einen fällt das Probeliegen im Geschäft noch vor Kaufabschluss weg, bei dem man verschiedene Arten und Härtegrade testen kann. Das „one-fits-all“-Prinzip hält der Verband für ungeeignet, da nicht alle Menschen in die „Zielgruppen-Schnittmenge“ hineinpassen.
Auch untereinander kämpfen die Startups um jeden Kunden. Der Wettbewerb wird immer härter. Daher bieten fast alledie selben Konditionen und ähnlichen Service, um mit den anderen mitzuhalten. Hier zählen innovative Ideen und überzeugende Marketing-Strategien.

Galerie: Mit wem gehen die Deutschen ins Bett?

Testergebnisse und Schadstoffe

Stiftung Warentest hat fünf der Startup-Matratzen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Matratzen halten leider nicht, was sie versprechen. Testobjekte waren Smood, Bruno, Muun, Emma und Eve. Am besten schnitt Smood mit der Bewertung „gut“ ab, die Eve hingegen bekam lediglich ein „mangelhaft“. Entgegen der Werbeversprechen der Hersteller eignen sich die Polster weniger oder überhaupt nicht für große und schwere Schläfer. Die Bezeichnung „Universalmatratze“ sei somit unpassend. Weitere Punkte, die die Bewertung herunterziehen, sind die komplizierte Handhabung (Muun) und ein unangenehmer Geruch (Bruno, Muun, Emma und Eve). Eve fiel auf Grund von Schadstoff-Belastung durch den Test. Laut Stiftung Warentest überschreitet sie die Mengen an TCPP, ein Flammschutzmittel, das eventuell krebserregend ist, um mehr als das Tausendfache. Die einzige Matratze, mit der die Stiftung zufrieden ist, ist die Bodyguard. Diese erhielt 2015 die Note 1,8 (sehr gut).

Matratze Bodyguard

Sabine Stanek

von

Lifestyle, Sport und Technik – auf eVivam berichte ich euch von neuen Trends und Gadgets, die unser Leben noch spannender machen.

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