Stresssymptom oder Angewohnheit?

Fingernägel kauen – Tick mit vielen Fragezeichen

Wenn Menschen an ihren Nägeln kauen, nehmen wir das meistens als harmlosen Tick wahr, der zwar unschön, aber nicht weiter tragisch ist. Doch manchmal ist das Fingernägelkauen ein Anzeichen für eine tiefer liegende Störung.

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Fingernägel kauen

Mit den richtigen Tricks lässt sich die Onychophagie (das Kauen an Nägeln) in den Griff kriegen.

Das Schlimmste für Betroffene ist eigentlich, dass das Kauen als Signal von Unsicherheit und Anspannung gedeutet wird. Das ist es zwar in den meisten Fällen auch, aber keiner will als schwach wahrgenommen werden. Darum ist es wichtig, dass du diese Angewohnheit überprüfst und dir bewusst machst, warum du Nägel kaust.

Fingernägel kauen: Ursachenforschung ist wichtig

Selbst ohne Sigmund Freud zu bemühen, können manche für sich eine orale Fixierung diagnostizieren. Der Mund muss einfach immer beschäftigt werden, damit du dich wohlfühlst. Das ist zum Beispiel bei Rauchern der Fall. Fingernägel kauen kann dabei eine Form der nervlichen Entlastung sein – und schließlich hast du deine Hände immer dabei:
  • Mache dir klar, in welchen Situationen du Fingernägel kauen möchtest: unter Stress, beim Nachdenken, bei Langeweile? Das ist manchmal gar nicht so einfach, weil du es ja unbewusst tust. Wenn du dich aber dabei ertappst, stell dir bewusst die Frage, was dich gerade jetzt dazu veranlasst. Einsicht ist schließlich immer der erste Schritt zur Besserung.
  • Sieh dich nicht als Opfer deiner Angewohnheit, sondern gelange zur Erkenntnis, dass Verhalten fast immer antrainiert ist und sich dementsprechend auch ändern lässt. Und zwar in kleinen Schritten!

Fingernägel kauen einstellen: Geht das?

Experten nutzen beim Abtrainieren von derartigen Verhaltensauffälligkeiten gern die Reaktionsumkehr-Methode. Dabei geht es darum, dass du, sobald du Fingernägel kauen willst, einfach bewusst eine andere Handlung durchführst:
  • Balle die Faust, setzt dich auf deine Hände oder verhake die Finger ineinander. Sobald der Ausführungsdruck vorüber ist, verhältst du dich wieder normal.
  • Du kannst auch deinen Kopf überlisten, indem du die Bewegung zum Mund abstoppst und sie ablenkst. Etwa, indem du dir über die Nase streichst.
  • Gewöhne dir an, regelmäßig zur Maniküre zu gehen. Denn schöne, professionell bearbeitete Nägel – bei Frauen mit dem richtigen Lack – will man ja nun wirklich nicht zerstören. Außerdem fallen so häufige Trigger für das Fingernägelkauen, wie eine abstehende Nagelhaut oder ein Reißnagel, weg.
  • Bittertinkturen können zwar helfen, aber der Geschmack ist für manche dann doch kein Hindernis – vor allem, wenn der Kopf ganz woanders ist. Und lass die Finger von Medikamenten, die deine Psyche steuern sollen. Schließlich bist du nicht krank, sondern nur ein wenig anders gepolt.
  • Ist Fingernägel kauen ein Zeichen von Stress, lohnt es natürlich immer, die Stressfaktoren auszuschalten. Ist das nicht möglich, helfen dir Entspannungsübungen dabei, damit besser umzugehen. Yoga und Pilates zeitigen zum Beispiel gute Ergebnisse.

Ab jetzt ist Schluss - das Kauen aufzugeben kann gelingen

Wenn du also alle Ursachen, die zum Fingernägelkauen führen, genau kennst und dir nach und nach ein alternatives Verhalten antrainierst, ist Fingernägel kauen überhaupt kein Problem mehr. Du wirst schnell erkennen, dass das Umprogrammieren wirklich effektvoll funktioniert. Und am Ende des Tages gilt: Lass dich von nichts stressen, schon gar nicht vom Fingernägelkauen! Denn es gibt wirklich Schlimmeres. Aber auch wenig, was du so einfach abstellen kannst.

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