Wenn das Internet zur Hölle wird

Cybermobbing erkennen und erfolgreich bekämpfen

Immer mehr Menschen erleben Cybermobbing im Internet. Lies hier, wie du die Zeichen erkennst und wie du dich erfolgreich gegen Cybermobbing wehrst!

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Cybermobbing

Mobbing findet nicht nur auf Schulhöfen statt, auch das Internet birgt Gefahren.

Als Cybermobbing wird ein nicht mehr ganz neues Phänomen im Internet bezeichnet, bei dem Bekannte oder auch Wildfremde im Internet angepöbelt, beleidigt oder auf längere Zeit verfolgt werden. Besonders betroffen sind junge Menschen. Laut einer Umfrage von 2014 wurden 44 % der befragten Mädchen und 31 % der Jungen schon einmal Opfer von Cybermobbing. Doch auch ältere Menschen kann es treffen, zum Beispiel, wenn sie im Internet eine eher unpopuläre Meinung laut zum Ausdruck bringen.
Während sich das "normale" Mobbing zumindest noch auf das Schulgebäude oder den Arbeitsplatz beschränkt, gibt es beim Cybermobbing kein Entkommen. Denn das Internet und die sozialen Netzwerke sind heute rund um die Uhr präsent und spielen eine wichtige Rolle im Leben.
Gerade unter sensiblen Jugendlichen kann Cybermobbing schwere Folgen haben und das Opfer über viele Jahre traumatisieren. Bist du selbst von Cybermobbing betroffen oder kennst jemanden in deinem Umfeld, der von anderen gemobbt wird, solltest du nicht schweigen. Es gibt heute vielfältige Hilfsangebote und Möglichkeiten, die Täter zu stoppen und zu bestrafen.

Wie erkenne ich Cybermobbing?

Wann die Grenze zwischen harmloser Neckerei und aktivem Mobbing überschritten wird, ist von Fall zu Fall zu überprüfen. Ein einzelner verunglückter Witz als Kommentar unter deinem gerade bei Facebook veröffentlichen Selfie vom Yoga ist sicher noch kein Cybermobbing.
Von aktivem, gezieltem Cybermobbing ist die Rede, wenn zum Beispiel sämtliche von dir bei Facebook oder Instagram veröffentlichen Bilder mit herabwürdigenden Bemerkungen wie "Du bist so fett" oder "Mensch bist du hässlich" kommentiert werden. Häufig erhalten Mobbingopfer auch Drohungen oder werden mit falschen Behauptungen verleumdet. Besonders Mädchen leiden unter hetzerischen Anschuldigungen im sexuellen Bereich wie "Die macht es mit jedem".
Fühlst du dich verfolgt und belästigt und die Verursacher ("Bullies") hören auch auf deine Bitten hin nicht auf, dich online mit hässlichen Bemerkungen zu nerven, ist von Cybermobbing die Rede. Meist sind die Täter im wahren Leben eher schüchtern und durch die Anonymität im Internet fühlen sie sich stärker. Erschreckenderweise gaben 21 % der befragten Jugendlichen in einer Umfrage an, sie könnten sich durchaus vorstellen, als Täter aufzutreten.

Was tue ich gegen Cybermobbing?

Mittlerweile ist das Problem offiziell anerkannt, und Opfer von Cybermobbing finden immer mehr Hilfe - wenn sie sich denn trauen, Hilfe zu suchen. Oft gehören zum Cybermobbing Erpressungsversuche, z. B. die Drohung, Nacktbilder des Opfers an die ganze Schule zu verschicken, wenn sie sich an den Lehrer wenden. Andere Opfer fürchten, durch das Anschwärzen der Täter noch weiter ins Abseits zu geraten.
Dennoch kann dir nur das offene Wort helfen, dem Zustand ein Ende zu bereiten. Klassenlehrer und Schulleiter können helfen, indem die Täter zunächst abgemahnt und wenn nötig der Schule verwiesen werden. Als Erwachsener kannst du dich direkt an die Polizei wenden und die Täter wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte verklagen.
Eltern, die erstmals mit dem Thema Cybermobbing konfrontiert werden, stehen ihm häufig hilflos gegenüber, da ihnen das Internet weit fremder ist als ihren Kindern. Es ist jedoch kontraproduktiv, das Internet als Ganzes zu verteufeln oder dem jugendlichen Opfer zu empfehlen, sich dem Internet fernzuhalten. Sinnvoller ist es, wenn sich Eltern und Kinder gemeinsam an eine Beratungsstelle wenden. Adressen und viele Tipps hält die Seite www.bündnis-gegen-cybermobbing.de bereit.

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