Versteckte tierische Produkte im Alltag – voll unvegan

Tierisch unübersichtlich: In diesen Produkten steckt Tier!

Viele Menschen entscheiden sich bewusst für eine vegane Lebensform. Dabei ist der Verzicht auf tierische Produkte viel schwerer, als es auf den ersten Blick erscheint. eVivam zeigt versteckte „Tierfallen”, in die wir schneller tappen, als uns lieb ist.

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Reinigungsmittel

Reinigungsmittel sind nur einer von vielen Bereichen im Alltag, in dem ohne unser Wissen tierische Produkte verwendet werden.

Das beste Beispiel dafür, dass tierische Bestandteile in viel mehr Produkten stecken, als wir denken, ist das Gummibärchen. Die darin enthaltene Gelatine ist ein geschmacksneutrales Gemisch tierischer Proteine, das die schmackhafte Süßigkeit zu ihrer Elastizität verhilft. Wir alle wissen das und je nach Ernährungsstil essen wir sie trotzdem, oder wir greifen auf gelatinefreie Gummibärchen zurück. Wenn wir wissen, dass es Alternativen gibt, ist es schließlich einfach, auch darauf zurückzugreifen. Doch hättest du gewusst, dass ebendiese Gelatine auch genutzt wird, um Saft oder Wein klar zu machen? Dass es Waschmittel gibt, in dem man tierische Stoffe findet, oder dass sogar dein Computer Rückstände tierischer Bestandteile enthalten kann? Dann vielleicht doch lieber mit Kastanien waschen.

Galerie: Wo überall totes Tier drinsteckt

Tierische Bestandteile in Haushaltsprodukten

Vor allem im Haushalt müssen wir oft unbewusst auf Produkte zurückgreifen, in denen tierische Rückstände enthalten sind. In erster Linie ist das bei all jenen Mitteln der Fall, die uns bei der Reinigung helfen. Tenside sind Substanzen, die dazu beitragen, die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit herabzusetzen. Dies bewirkt, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten vermengt werden können. Ein Vorgang, den sich die Industrie nicht nur bei der Herstellung von Reinigungsmitteln zunutze macht, sondern auch bei der Entwicklung einzelner Kosmetikprodukte. Genau jene Tenside können dabei tierischen Ursprungs sein, da sie auch in Tierfetten enthalten sind. Wer sichergehen möchte, dass seine Produkte nicht tierischen Ursprungs sind oder generell nicht mit Tieren in Verbindung gebracht wurden – Stichwort: Tierversuche – der sollte darauf achten, dass auf den Verpackungen der Produkte eine sogenannte Vegan-Blume vermerkt ist. Apropos Reinigung: Auch in Zahnpasta können tierische Bestandteile enthalten sein. Knochenmehl ist neben tierischem Glycerin, Bienenwachs und –Pollen ein immer noch verwendeter Zusatz in einigen Zahnpastasorten.
Vegan-Blume

Die von der Vegan Society England vergebene Vegan-Blume ist ein international anerkanntes Label, das sicherstellt, dass in den gekennzeichneten Produkten keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind.

Tierische Bestandteile in Technikprodukten

Den Begriff Cholesterin verbinden wir in erster Linie mit unserer Gesundheit. Ein niedriger Cholesterinspiegel trägt zu unserem Wohlbefinden bei. Ein hoher sollte mithilfe eines gesunden Lebens- und Ernährungsstils gesenkt werden. Dabei handelt es sich beim Cholesterin in erster Linie um einen in (säuge-)tierischen Zellen vorkommenden Naturstoff, das auch bei der Herstellung von technischen Geräten Verwendung findet. Das Cholesterin, das aus den Membranen tierischer Zellen gewonnen wird, wird von den Herstellern in Form von flüssigen Kristallen genutzt, um Farbindikatoren oder LCD-Bildschirme herzustellen. Vorkommend bei Fernsehern, Computern, Smartphones oder Kameras. Wer mit einer Kamera ein Foto macht und dieses anschließend auf Fotopapier entwickeln lässt, kommt dabei möglicherweise wieder mit einem tierischen Produkt in Berührung. Früher wurde Gelatine als farbtragene Schicht für die Herstellung von Fotopapier entwickelt. Wenngleich hierfür mittlerweile größtenteils auf andere Stoffe zurückgegriffen wird, kann es vorkommen, dass hier und da noch mit Gelatine gearbeitet wird. Der Hersteller kann dir über die Zusammensetzung seines Produkts Aufschluss geben.

Tierische Bestandteile in „vegetarischen“ Lebensmitteln

In den meisten Produkten, die wir Tag für Tag zu uns nehmen, ist mehr drin, als es auf den ersten Blick den Anschein macht. Farbstoffe und Geschmacksverstärker sollen unsere Lebensmittel schmackhafter und intensiver machen. Doch genau hier stecken häufig versteckte Tierfallen, die sich erst beim Blick auf das Kleingedruckte erschließen. Wenn in einem Joghurt „echtes Karmin“ als Farbstoff enthalten ist, das häufig auch unter der Bezeichnung E120 unter den Bestandteilen vermerkt ist, handelt es sich um einen Stoff, der aus getrockneten, weiblichen Schildläusen gewonnen wird. Diese Läuse werden häufig auch bei der Herstellung von anderen Süßspeisen wie Marmelade, Fruchtgummi oder verschiedenen Getränken verwendet. Auch in Kaugummi können Schildläuse enthalten sein. Unter dem Begriff Schelllack versteht man die Ausscheidungen ebenjener Schildläuse, das nicht nur für die Herstellung von Schallplatten, sondern auch für die Herstellung von Kaugummi verwendet wird. Richtig unangenehm wird es, wenn wir einen Blick auf die Entstehung von Backwaren werfen. Ist auf der Verpackung von L-Cystein die Rede, ist damit eine Aminosäure gemeint, die aus Schweineborsten oder Federn gewonnen wird und den Teig knetbarer machen soll. Immerhin muss dieser Stoff auf der Verpackung angegeben werden. Im Falle von einigen tierischen Aromen, die zum Beispiel in der Chips-Herstellung ihre Verwendung finden, ist das nicht einmal mehr der Fall. Sogenannte technische Hilfsstoffe, die von Wild, Fisch, Geflügel, Rind oder Schwein stammen können, dienen als Geschmacksverstärker und müssen nicht zwingend auf der Verpackung vermerkt werden.

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