Haarlos für lange Zeit

Aua? Zupfen und rupfen – Epilierer im Test

Für fast jede Frau gehört Haarentfernung zur täglichen Körperpfelege. Vor einem Epilier-Gerät schrecken aber die meisten zurück. Zu Recht? Hier ist der Test.

Datum:
Frau mit Epilierer

Je nach Haarwachstum bleibt die Haut nach dem Epilieren zwei bis vier Wochen haarfrei.

Sie sprießen überall, unnachgiebig und mit penetranter Regelmäßigkeit. An den Beinen, unter den Achseln, in der Bikinizone, an den Armen, im Gesicht. Körperhaare sind für die meisten Frauen – und mittlerweile auch viele Männer – ein Graus. Wer dem gängigen Schönheitsideal des glatten Körpers entsprechen will, der rasiert und zupft und cremt, bis alles seidig glatt ist. Manche täglich, andere mindestens einmal die Woche – mit Nassrasierer, Wachsstreifen oder Pinzette. Vor dem Epilier-Gerät schrecken die meisten jedoch zurück. Es soll zwar für viele Wochen Ruhe vor dem stoppeligen Bewuchs geben, aber tut das nicht zu doll weh? Und bringt das überhaupt was? TESTBILD hat fünf Epilierer unter die Lupe genommen und auch die Männer blieben nicht verschont.

Härchen um Härchen

Ein Gerät, das dem menschlichen Körper im Wortsinn so unmittelbar zu Leibe rückt, lässt sich nicht nur im Labor testen. Deshalb wurde der Test in zwei Bereiche aufgeteilt:
  • Praxistest: Dabei prüften zehn Probandinnen die fünf Geräte in einem Zeitraum von bis zu acht Wochen bei sich zu Hause. In einem Protokoll hielten sie Zeiträume und epilierte Körperstellen fest. Dabei mussten die Testerinnen alle Geräte an allen Körperstellen ausprobieren – möglichst immer zur gleichen Uhrzeit, denn das Schmerzempfinden ist je nach Tageszeit unterschiedlich hoch. Um die Ergebnisse abzusichern, blieb den Probandinnen in zwei Monaten genügend Zeit, den Epilier-Vorgang mehrmals zu wiederholen.
  • Labortest: Im zweiten Bereich des Tests prüften die Experten die Epilier-Geräte auf technische Sicherheit und Wasserschutz, da fast alle Modelle mit „Wet & Dry“ beworben werden und somit auch unter der Dusche einsetzbar sein sollen.

Galerie: Epilierer – Testergebnisse der Kandidaten

Schick und schmerzfrei

Im Gegensatz zum eher martialisch gestylten Rasiergerät für Männer kommen die Epilierer als pastellgefärbte Handschmeichler daher. Doch selbst das schönste Design darf nicht von der Leistung des Epilierers ablenken: Er soll möglichst viele Haare möglichst schmerzfrei und gründlich entfernen. Egal, an welcher Körperstelle, egal, wie fein oder kräftig das Haar auch ist. Dabei arbeiten alle Epilierer im Test nach demselben Prinzip: Auf ihrem rotierenden Kopf sitzen kleine Pinzetten, die sich während der Rotation öffnen und schließen. Sie sollen das Haar fassen und herauszupfen.

Sinnvolles Zubehör

Vor allem den teuren Geräten liegt eine Armada an Zubehör bei. Doch die diversen Aufsätze, Trimmer, Rasierköpfe, Massagebürsten, Pediküre-Aufsätze und Hautstraffer landen meist schnell ganz hinten im Badezimmerschrank. Expertin Dr. med. Melanie Hartmann, die den Test mit ihrem medizinischen Fachwissen begleitete, rät Frauen jedoch, die Extras hin und wieder zu benutzen: „Um eingewachsene Haare zu verhindern, sollte man die Haut häufig peelen.“ Dafür eignen sich die mitgelieferten Massageköpfe und -bürsten wunderbar. Wenn die Qualität stimmt, ist das Zubehör also durchaus sinnvoll. Extras wie der Fußpflege-Aufsatz des Panasonic werten den Funktionsumfang des Epilierers sogar noch deutlich auf.

Deutliche Qualitätsunterschiede

Was ebenfalls häufig in den Untiefen des Badezimmerschranks verschwindet, ist das Handbuch. Ein Fehler, den die Probandinnen tunlichst vermieden, um die Geräte nicht falsch zu nutzen. Denn bei allen Epilierern sind der richtige Winkel und die richtige Führung des Geräts entscheidend: Damit der Epilierkopf die Haare gut erfasst, muss man darauf achten, dass er an jeder Körperstelle im richtigen Winkel zum Haar steht und man ihn nicht, wie etwa ein Nassrasierer, zu schnell führt.
Bein epilieren

Testerin zum Gerät von Remington: „Prima Gerät für Einsteiger. Sieht nicht so wertig aus – das ist mir aber bei einem Epilierer egal.”

Ist der Epilierkopf aber zu unbeweglich oder zu klein (etwa bei AEG und Remington), muss sich der Nutzer ziemlich verrenken. Auch eine unvorteilhafte Rundung des Epilierkopfs wie beim Philips ist an einigen Körperstellen möglicherweise hinderlich. Dann bleiben viele Haare stehen und man muss den Vorgang mehrmals wiederholen – was am Ende mehr Schmerzen als nötig verursacht. Auch ein zu breiter Kopf wie beim Braun ist teils unvorteilhaft, etwa für die Bikinizone. Hier wäre ein Aufsatz sinnvoll, der die Fläche deutlich verkleinert.

Von Schmerzen und Rötungen

Reizungen bleiben aber niemals aus. Selbst wer jahrelang epiliert, hat nach jeder Haarentfernung leichte Rötungen. Logisch – schließlich zupfen die Geräte massenhaft Haare samt Wurzel heraus. Allerdings lassen die Reizungen nach einigen Durchgängen nach, denn die nachwachsenden Haare sind deutlich feiner als die Stoppeln, die etwa beim Nassrasieren bleiben. Und jedem, der die Schmerzen des Epilierens fürchtet, sei gesagt: Völlig schmerzfrei ist Epilieren zwar nie, aber schon bei der zweiten Anwendung tut es weniger weh. Ein leichtes Ziepen ist normal, in der Bikinizone und unter den Achseln ist es auch mal unangenehm – allerdings ist all das kein Vergleich zu einem Zahnarztbesuch oder gar einer Tätowierung.

Galerie: Techniken der Haarentfernung

Zwei Wochen Ruhe. Mindestens

Am Ende des Praxistests schätzten auch die Probandinnen die Vorteile des Epilierers: Er ist zwar teuer in der Anschaffung, sorgt aber auf lange Sicht für Zeitersparnis. Die Haare sind weg und das bleiben sie auch – je nach Hauttyp und gerät mindestens zwei Wochen lang, oft drei bis vier.
Spannend: Einige TESTBILD-Probandinnen berichteten, dass auch ihr Partner das Epilier-Gerät ausprobieren wollte, um störende Haare an Schultern, Hals oder Rücken zu entfernen. Und siehe da: Die Herren waren vom Ergebnis ebenfalls sehr angetan.

Epilierer