Hacker kapern Sextoy

Smarte Vibratoren – intime Details im Netz

Nicht nur Küchengeräte, Haushaltshelfer und Fitnesstracker, auch Sex-Spielzeuge vernetzen sich über das Internet. Richtig unangenehm wird es, wenn intime Daten in falsche Hände geraten.

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We Vibe 4 Plus

Den Vibrator „We Vibe 4 Plus“ steuert man ganz einfach mit dem Smartphone.

Die Hacker-Konferenz DefCon ist Versammlungsort für Hacker aus aller Welt. Hier teilen sie in Vorträgen neueste technische Befunde mit anderen und präsentieren ihre mehr oder weniger spannenden Hacks. Zwei von ihnen, mit dem Namen Follower und Goldfisk, beschäftigten sich mit dem Internet der Dinge (IoT von Internet of Things) und kamen zu einer pikanten Erkenntnis: der smarte Vibrator „We Vibe 4 Plus“ schickt gesammelte Informationen an fremde Webserver.

Vorbei mit der Privatssphäre

Bei der zugehörigen App auf dem Smartphone scheint es sich lediglich um eine lokale Benutzeroberfläche für einen Cloud-Dienst zu handeln. Alle möglichen Informationen, die die App erhält, lädt sie in die Cloud, also einen Webserver, auf den der Nutzer keinen Zugriff hat. Fremde können dadurch Einblicke darüber gewinnen, wann man das Gerät benutzt, welche Intensität man einstellt und welche Temperatur anliegt.
Beim Öffnen der Verpackung akzeptiert der Kunde gleichzeitig die Nutzungsbedingungen, die besagen, dass der Hersteller die Daten speichern und an Behörden weitergeben darf. Klingt zwar nach einer Standard-Floskel, ist in einigen Teilen der USA aber illegal.

Brrrrrt: Gekaperte Fernsteuerung

Dritte können sich in die Fernsteuerung des Spielzeugs hacken. Die App kommuniziert via Bluetooth mit dem Gerät, wobei es zu keiner Verschlüsselung kommt. Dadurch konnten Goldfisk und Follower ganz einfach Befehle von ihrem PC aus an das Gerät senden. Nur gut, dass es sich dabei nur um Befehle handelt, die das Gerät einschalten und die Intensität bestimmen.
Den Vibrator mit dem Smartphone zu steuern scheint aber auch sonst keine gute Idee zu sein. Bei ihren Tests hatten die Hacker Probleme überhaupt ein Signal zu bekommen, da der menschliche Körper offenbar eine elektrische Abschirmung darstellt. Ob sich um die 70 Euro für einen Vibrator lohnen, der sehr private Daten ungefragt weiterleitet und dabei seiner eigentlichen Bestimmung nicht zuverlässig genug nachkommt, bleibt fraglich.

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Sabine Stanek

von

Lifestyle, Sport und Technik – auf eVivam berichte ich euch von neuen Trends und Gadgets, die unser Leben noch spannender machen.

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