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Instagram: #hereforyou soll psychisch Kranken helfen

Über Depressionen, Selbstmordgedanken und Essstörungen reden Betroffene meist nicht. Zu groß ist die Scham. Instagram will dies mit dem Hashtagh #hereforyou ändern.

Datum:
Instagram launcht die Kampagne #hereforyou

Instagram als riesige Selbsthilfegruppe? #thereforeyou und andere Hashtags wollen zumindest zu mehr Selbstbewusstein verhelfen.

Wer die kunstvollen Bilder auf Instagram sieht, könnte dahinter das Klischee der heilen Welt vermuten. Blaubeersmoothie auf Eis? Her damit! Wassermelonensneaker? Kauf ich sofort! Und ... ein Beitrag über Depressionen? Hab ich mich da verlesen? Nicht auf alles lässt sich ein Filter packen, um es schön zu machen – schon gar nicht bei einer so großen Community wie Instagram. 700 Millionen aktive Nutzer weltweit und über 9 Millionen Nutzer in Deutschland hat die „Foto-App“, die ihrem Image längst entwachsen ist. Und wo Menschen zusammenkommen, ist nun einmal nicht alles heiter. Grund genug für Instagram, um in die Offensive zu gehen: mit dem Hashtag #hereforyou und einem passendem Community-Video.

Ein Hashtag für mehr Verständnis

Wer unter Depressionen leidet, Selbstmordgedanken hegt oder mit einer Essstörung ringt, gilt in unserer Gesellschaft nicht nur als krank, sondern auch als schwach. Am liebsten wollen wir davon nichts hören, nichts sehen und überhaupt nichts wissen – zumindest solange wir selbst nicht betroffen sind. Dabei können die Geschichten von Betroffenen voller Inspiration und Kampfgeist sein. Mehr Offenheit und einfach darüber reden – kann das Erkrankten helfen und bei Gesunden mehr Verständnis wecken? Instagram glaubt fest daran und startet mit dem Hashtag #hereforyou eine Kampagne, die Nutzer ermutigen soll, über ihre Krankenheiten in der Öffentlichkeit zu sprechen.

#hereforyou als positiver Push für die Community

Instagramer setzten sich für #hereforyou ein

Prominente Instagramer wie Luke Ambler, Elyse Fox und Sascha Cuddy (v.l.) unterstützen die Kampagne #hereforyou im Instagram-Video.

Die Instagram-Kampagne setzt dabei auf bekannte Gesichter. Elyse Fox (Instagram @Elyse.Fox), Sascha Cuddy (Instagram @thetremblingofaleaf) und Luke Ambler (Instagram @ambler09) haben ganz persönliche Erfahrungen gemacht mit Depressionen, Essstörungen und dem Thema Selbstmord. Und: Sie teilen ihre Geschichten ganz offen auf Instagram. Vorurteile und Ängste abbauen, sich selbst und andere motivieren, inspirieren, die schlechten Tage gemeinsam überstehen. Interessanterweise ist es scheinbar oft leichter, seine Probleme einer unbekannten Masse mitzuteilen, als der eigenen Familie. Warum? Weil hier das Verständnispotential höher ist. Irgendwo gibt es jemanden, der die gleichen Erfahrungen gemacht hat.
Inhalte melden auf Instagram

Wer sich Sorgen macht, kann einen Nutzer melden. Diesem werden dann Hilfestellen aufgezeigt.

Instagram als Selbsthilfegruppe?

Der positive Effekt von Selbsthilfegruppen ist unbestritten. Ob das jedoch jedem hilft? Wohl kaum. Denn natürlich gibt es auch Menschen, die so schwer an einer psychischen Krankheit leiden, dass reden alleine nicht mehr hilft. Hierfür führte Instagram im letzten Herbst bereits eine spezielle Meldefunktion ein. Wer z.B. glaubt, dass sich ein Nutzer etwas antut, kann dies an Instagram melden. Der Gemeldete erhält dann Informationen darüber, wo er Hilfe bekommt. Auch wer nach sensiblen Themen auf Instagram sucht, z.B. zu Essstörungen, bekommt diese Informationen angezeigt. Nicht ohne Grund. Denn auf Instagram lassen sich immer noch Fotos finden, auf denen Nutzer ihre Magersucht zelebrieren und andere dazu ermutigen. Da hilft nur, das Problem zu thematisieren und positive Bewegungen mit Hashtags wie #hereforyou zu unterstützen. Mehr als 60.000 Bilder wurden zu dem Hashtag bereits hochgeladen. Tendenz steigend. Zusätzlich bietet Instagram eine Themenseite für Communitys. Ein schöner Ansatz, den die Nutzer ganz offensichtlich unterstützen.

Instagram Hashtags, die Bewusstsein schaffen

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Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.

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