Computer in Spiegelform

Dirror: Sprich mit dem verspiegelten Computer

„Du hast so goldenes Haar“ sprach einst der Föhn. Otto Waalkes war offenbar ein Mann mit visionärer Weitsicht, der zufällig oder bewusst eine Zukunft andeutete. Alltagsgegenstände werden intelligent. So auch der smarte Spiegel namens „Dirror“. Was kann er?

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Dirror : Spiegel im Badezimmer

Der Spiegel im Badezimmer spricht.

Zugegeben, Dirror ist ein komischer Name, der sich aus dem englischen Begriff „Mirror“ ableitet und ein „D“ für „Digital“ vorangestellt bekommen hat. Dirror ist ein digitaler Spiegel, der sich mit Hilfe eines Full HD Farbdisplays, Touchscreens und Sprachsteuerung bedienen lässt.
Was man damit anstellen kann? Anstelle eines Tablets oder herkömmlichen Arbeitsrechners – die man üblicherweise für den Abruf von Informationen aller Arten benutzt – nutzt man eben den an einer Wand hängenden, digitalen Spiegel, zum Beispiel im Bad. Ob man sich dann von einer netten Stimme mit einem freundlichen „Guten Morgen“ begrüßen lässt? Oder einen Ausblick auf das wundervolle, sommerliche Wetter erhält? Denkbare Anwendungsszenarien sind dank der Sprach- und Touchbedienung beliebig. Entscheidend ist nämlich, dass im Hintergrund ein Windows 10 basierendes System läuft. Demnach wurde um einen Computer herum ein Spiegelgehäuse gebaut? Ja, so ist es.

Ist Dirror wirklich smart?

Letztlich kann man den Dirror als spiegelndes und tragbares Tablet betrachten. Das je nach Größe (drei Varianten: 10, 23 und 27 Zoll) auch tatsächlich als Ersatztablet dienen kann. Im Bad als Flimmerkiste, in der Küche als Rezeptmaschine, im Wohnzimmer als Videotelefoniezentrale und im Flur als Wetterstation. Nur muss man sich die Frage stellen, an welcher Stelle ein Spiegel ein Tablet oder Smartphone tatsächlich ersetzt? Mit dem Smartphone rufen wir bereits eine ganze Reihe von Informationen kurz nach dem Aufstehen ab. Und das äußerst bequem. Ich muss mich nicht dazu vor einen Spiegel stellen, um zu erfahren ob es Stau gibt, wie das Wetter sein wird und ob ich neue Nachrichten habe.
Wetternachrichten am Dirror abrufen

Wetternachrichten am Dirror-Spiegel abrufen.

Zumal dem Mirror eine entscheidende Sache fehlt: Er reagiert nicht smart auf den Benutzer. Weder erkennt er sein Gesicht, noch geht die Kiste an, wenn man sich ihr nähert. Immerhin darf man nicht vergessen, dass man nur für eine sehr kurze Zeit vor dem Spiegel steht, insofern sollten die Anwendungsszenarien genau darauf zugeschnitten sein und nicht gegen typische Smartphone-Anwendungsszenarien antreten. Er kann nicht einmal als Klamottenberater dienen, denn es fehlt schlichtweg eine smarte Kameratechnologie im Dirror mit angepassten, smarten Spiegel-Apps.
Fitnessübungen am Dirror betrachten

Fitnessübungen am Dirror betrachten.

Dirror als schickes Designobjekt

Bevor wir jetzt kein gutes Haar am Dirror lassen, mangels echter, smarter Technologieideen, loben wir doch einfach den Designansatz. Warum sollte ein Spiegel nicht auf Sprach- oder Berührungskommandos hin auch Wetterinfos oder andere Dinge anzeigen? Ja, warum nicht? Wem der Ansatz etwas wert ist, darf 970 € für die kleinste Variante in 10 Zoll überweisen. Die größere Varianten haben 23 Zoll (1.870 €) und 27 Zoll (2.070 €). Als Farben stehen nordisches Nussbraun, Java Braun und Seiden-Weiß zur Auswahl. Bestellbar ist der verspiegelte Computer bei Dirror direkt.
Dirror Spiegel im Bad

Als Designobjekt macht es durchaus etwas her.

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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