Die beste Fitness-App aller Zeiten?

Pokémon Go macht allen gewaltig Beine

Wer hätte das gedacht, dass sich eine Spiele-App zu wohl einer der sportlichsten Angelegenheiten überhaupt mausert? Pokémon Go begeistert nicht nur weltweilt die Spielermassen, sondern auch Ärzte.

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Pokemon Go - raus und fangt die Pokemons

Ddie Pokémon-Sammlung füllt sich und die Kilos purzeln.

Pokemon ist der Bestseller aus dem Hause Nintendo. Pokémon steht für „Pocket Monsters“ eben auch Taschenmonster. Die armen Monster werden von den Spielern gefangen, trainiert und aufeinandergehetzt. Mehr oder minder ist das die Rezeptur eines Spiels, das sich unzählige Male seit 1996 verkauft hat, auch als Sammelkartenspiel. Nicht unerwähnt sei, dass es 17 Kinofilme dazu gab und natürlich eine Comicserie. Es gibt quasi nichts, mit dem man Pokémons nicht zu Geld gemacht hat.

Pokemon Go erobert die Welt

Es wurde lange Zeit still um Nintendo, dem einstigen Krösus im Geldverdienen. Bis sie sich entschieden hatten, die Welt der Spielkonsolen zu verlassen – sie waren in den letzten Jahren von der Playstation links und der Xbox rechts überholt worden – und Pokémon für Smartphones herauszubringen. Seitdem das Spiel als iPhone- und Android-App verfügbar ist (auch in Deutschland mittlerweile: iOS, Android), sichert es sich in kürzester Zeit im jeweiligen Land die erste Position als beliebtestes Game überhaupt. Man kann durchaus von einer echten Massenbegeisterung sprechen.

Bürohengste und Ärzte freuen sich

Der Sinn des Spiels ist im Grunde genommen völlig banal: Ein kleines Spielmonster aufziehen, das zu einem großen und mächtigen Supermonster wird. Damit man in Arenen gegeneinander antreten kann, um sich zu beweisen, wer der Größte ist. Bis dahin muss man tatsächlich durch echte Landschaften laufen, denn es gilt, die kleinen Viecher da draußen einzusammeln. Ob im Park, im Wald, an einem Denkmal, einem Bürogebäude, wo auch immer sich die Pokémons befinden. Sowas wie Schatzsuche, nur eben in modern? Ja, in der Art. Das sieht dann am Smartphone wie folgt aus:
Pokemons fangen

Links ist ein realer See zu sehen, mittig ein Fluss, rechterhand so ein Monsterchen. Auf der Karte sind Symbole zu erkennen, denen man sich nähern muss. Sie sind Fundorte für freie Pokemons (Wasser-Pokémons gibt es natürlich an Gewässern zu finden), Spielbälle (mit denen man Pokémons fängt) und weiteren Spieleobjekten.

Tatsächlich läuft man herum und hockt nicht vor seinem Computer? Ja, tatsächlich! Alle Symbole auf der virtuellen Karte entsprechen echten Objekten in der Realität.
Die realen Objekte als Fundorte für Pokemon Items

Drei Beispiele, für Lokationen in der realen Welt. Die blaue pulsierenden Icons können auf der Spielkarte des Smartphones vergrößert werden: Man erkennt dann, um was für ein reales Objekt es sich handelt. Etwas unglücklich hier: Die Wahl einer Gedenkstraße eines jüdischen Viertels.

Ohne hinzulaufen, kommt man im Spiel demnach nicht weit. Das eigene Pokémon bleibt klein und schmächtig. Es will gehätschelt und aufgepäppelt werden. Wer es etwas gemütlich haben möchte? Der kann angeblich fünf Minuten warten, bis an Ort und Stelle das einmal abgegraste Objekt wieder auftaucht. Oder er klemmt das Smartphone an eine Drohne. Nur Obacht, das kann in manchen Städten extrem teuer werden! Die Behörden verstehen da null Spaß.

Jawbone bestätigt es

In der Tat kann man den Bewegungserfolg dieses ganz jungen Spiels in Zahlen ausdrücken. Jawbone hat hierzu die Messdaten der Jawbone-Ftinessarmbandträger (siehe unseren Praxistest zum Jawbone Up) abgeglichen und kam auf stolze Zahlen. Der Evergreen-Verlag, Betreiber der Seite MeinBauch.net, hat unter anderem aus den Jawbone-Daten eine aufschlussreiche Infografik zum Kalorienverbrauch bei Pokémon Go zusammengestellt:
Pokemon-Infografik
Um ein Kilogramm Körperfett zu verbrennen (etwa 7.000 Kalorien) müsste man also umgerechnet 56 2-km-Eier ausbrüten. Vereinfacht könnte man sagen, 56 Pikachus machen dich ein Kilo leichter.
Eigentlich ist es zum Lachen: Da rätseln und werkeln ganze Heerscharen an Köpfen aus der Fitnessindustrie. Kaum kommt ein Spieleanbieter auf den Markt, laufen die Bürohengste doppelt so weit. Mit Speck fängt man Mäuse, eben nicht mit ominösen „du bist zu fett, lahm, faul“-Ansätzen. Mit Gesundheit motiviert man selten, mit echter Krankheit motiviert man sich immer. Mit Spielen sowieso. Anleitungen, Tipps, Tricks und Hintergründe zu Pokémon Go findest du bei COMPUTER BILD.
Wer nun Lust auf Laufen bekommen hat und so wie ich just erkältet ist, dem empfehle ich unseren speziellen Hinweis von einer der besten Kardiologinnen des Landes in „Laufen bei Erkältung – eine gute Idee?“. Wer Pokémon Go auch nur für Kinderkram hält, der kann es wenigstens mit dem Einstieg ins Laufen probieren. Tut kaum weh und bringt wirklich etwas!
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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