Moderne Zahngesundheit

Was können Kauzahnpasta, Zahnmilch und Co.?

Mehrfach tägliches Zähneputzen hält unsere Beißerchen gesund und frisch. Doch die Industrie legt regelmäßig mit neuen Produkten nach. Was können Zahnmilch, Kauzahnpasta & Co.?

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Zahnpasta

Regelmäßiges Zähneputzen ist das A und O der Zahnpflege, doch mittlerweile versprechen viele andere Produkte eine ähnliche Wirkung. Was ist dran an den neuen In-Produkten für gesunde Zähne?

Schon im 19. Jahrhundert putzten sich die Menschen regelmäßig die Zähne. Damals noch nicht mit einer Zahnpasta wie wir sie heute kennen, sondern mit einem Pulver, das man auf den Zähnen verrieb um sich so die groben Belege von den Zähnen zu schrubben. Damals nutze man zum Beispiel Marmorpulver, Ziegelmehl oder Holzkohlereste. Heute gibt es medizinisch entwickelte Zahnprodukte in diversen Ausführungen, die nicht bloß den Schutz vor Karies versprechen, sondern die Zähne außerdem weißer, widerstandsfähiger, glatter oder glänzender machen sollen. Empfohlen wird eine dreimal tägliche Behandlung der Zähne mit Zahnpasta. Da sich allerdings kaum Jemand daran hält – auch weil im stressigen Berufsalltag häufig die Zeit fehlt, um nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen – hat die Industrie einige neue Produkte auf den Markt gebracht. Aber funktionieren Zahnmilch, Zahnpasta zum Kauen und medizinisches Kaugummi auch?
Zahnpasta

Zahnmediziner empfehlen zur ausreichenden Gesunderhaltung der Zähne dreimal tägliches Zähneputzen. Mit andere Produkten wie Mundspülungen lässt sich die Zahngesundheit zusätzlich unterstützen.

Zahnputztabletten – Zahnreinigung zum Kauen

Die Vorteile sogenannter Zahnputztabletten liegen klar auf der Hand: Sie sind klein und handlich und lassen sich daher leicht transportieren. Leider wird der Aufwand ihrer Anwendung häufig unterschätzt: Im Gegensatz zu Zahnpflegekaugummis, bei denen sich durch den reinen Kauvorgang Plaque und Schmutzstoffe vom Zahn lösen, sind Zahnputztabletten in der Regel mit Wasser und Zahnbürste anzuwenden. Erst durch die Beigabe von Wasser und das Andrücken der Zahnbürste auf die Zähne ergibt sich eine Zahnpasta ähnliche Konsistenz und die häufig in Zahnpasten verwendeten Wirkstoffe wie Arminflourid, Natriumflourid oder Kaliumnitrad entfalten ihre Wirkung. Sie beugen nicht bloß Plaque und Gingivitis vor, sondern remineralisieren den Zahnschmelz und stärken den Zahn an sich. Zahnpflegekaugummis hingegen eignen sich nicht als ausreichende Prophylaxe. Die Zahnpflegeinhaltsstoffe in Zahnpflegekaugummis sind zu gering, um ausreichend gegen Karies und Parodontose vorzubeugen. Auch, weil man beim Kauen einen Großteil der Zahnfläche gar nicht erreicht. Stattdessen sorgen sie in erster Linie für frischen Atem und regen den Speichelfluss an. Das kann kurzfristig dazu beitragen, dass aggressive Säuren neutralisiert und der Mund aktiv von Bakterien gereinigt wird.
Zahnmilch

Der Hersteller Biorepair hat vor Kurzem ein Produkt namens Zahnmilch auf den Markt gebracht. Mit künstlichem Zahnschmelz soll es Zähne und Zahnschmelz stärken.

Zahnmilch – Künstlicher Zahnschmelz zum Trinken?

Seit einiger Zeit wirbt ein Hersteller für Zahnprophylaxeprodukte mit einer neuen Erfindung, die sich Zahnmilch nennt. Sie soll die Zahnoberfläche reparieren und glätten, nachhaltig antibakteriell wirken und so vor Mundgeruch und Zahnfleischproblemen schützen. Dabei soll der Anwender sie trotz ihrer irreführenden Bezeichnung „Milch“ nicht trinken; stattdessen ist die Anwendung vergleichbar mit der einer herkömmlichen Mundspülung, ist allerdings nicht durchsichtig, sondern milchig-weiß. Aufgrund ihrer zahnschmelzähnlichen Struktur verspricht der Hersteller eine bessere Haftung an den Zähnen und eine sofortige Verschließung mikroskopisch kleinerer Zahndefekte, während herkömmliche Mundspülungen nur kurzfristig im Mundraum verbleiben. Erste Studien und Erfahrensberichte zeigen, dass an der Wirkung der Zahnmilch durchaus etwas dran ist. Die Hauptbestandteile Lactoferrin und Hyaluron entziehen den Bakterien lebensnotwendiges Eisen und unterstützen die gesunde Feuchtigkeit in der Mundhöhle, was eine natürliche Barriere gegen Bakterien darstellt. Langzeitstudien gibt es allerdings noch nicht. Probiere es daher am besten selbst aus und lass dich vorher von deinem Zahnarzt oder Apotheker beraten.
Kaugummis

Auch besondere Zahnpflegekaugummis sollen das regelmäßige Zähneputzen unterstützen. Ersetzen sollten sie es allerdings nicht, empfehlen Experten.

Zahnpflege in schwarz – kommt es auf die Farbe an?

Seit einer Weile hält die Farbe Schwarz Einzug in die Welt der Zahnpflege – und damit ist kein stylisches Verpackungsdesign gemeint, sondern Zahnpasta und Zahnpflegeutensilien. Zahnbürsten und Zahnseiden in Schwarz haben natürlich keinerlei Auswirkungen auf die Zahnpflege an sich, sondern sorgen allenfalls für starke Kontraste innerhalb der Badezimmerausstattung. Schwarze Zahnpasta oder auch Zahnpflegekaugummis erhalten ihre dunkle Färbung durch einen Zusatz, dessen sich bereits die Leute vor über 100 Jahren bedient haben: Kohle. Schon zu den Anfangszeiten der Zahnpflege nutzten die Menschen Kohle, um sich mit ihrer Hilfe Plaque von den Zähnen zu reiben. Nun erhält sie Einzug in die moderne Zahnpflege, genau wie neu entdeckte, natürliche Wirkstoffe gegen Karies wie Wacholder oder die Karelische Maserbirke. Derartige Stoffe beugen vor allem Blutungen vor und bleichen die Zähne auf schonende Weise. Die Wacholderbeere ist darüber hinaus für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt. Die Aktivkohle als Inhaltsstoff ersetzt zudem standardisierte Zahncreme-Wirkstoffe wie Flourid und Peroxid. Beide Wirkstoffe gelten in der Zahnmedizin als unverzichtbar. Doch um eine Überdosierung zu vermeiden, empfiehlt es sich, ab und an auf Zahnpasta ohne Flourid zurückzugreifen.

Zahnpasta

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.