Eisige Keimgefahr

Vorsicht bei Eis in der Schwangerschaft!

Eis in der Schwangerschaft ist nicht unbedenklich: Speiseeis ist manchmal mit Keimen verunreinigt. Die Gründe: schlechte Hygiene und hitzige Temperaturen im Sommer.

Datum:
Eis in der Schwangerschaft

Manchmal kein ungefährlicher Genuss: Eis in der Schwangerschaft.

Pistazie, Erbeere, Vanille, Schokolade: Etwa acht Liter Speiseeis schleckt ein Mensch in Deutschland pro Jahr. Speiseeis hat vor allem im Sommer bei tropischen Temperaturen Hochkonjunktur. Doch Eis ist eine potenzielle Infektionsquelle mit Salmonellen, Campylobacter, Listerien und anderen Keimen, die heftigen Durchfall auslösen. Eis in der Schwangerschaft ist deshalb eher mit Vorsicht zu genießen. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem und chronisch Kranke machen um die Eisdiele besser einen Bogen. Das Hessische Landeslabor hatte im Juli 2017 259 Eisproben aus Eisdielen und Cafes auf Keime untersucht. 40 dieser Proben, also mehr als 15 Prozent, wiesen Hygienemängel auf. Darunter waren Fruchteis, Milchspeiseeis und Speiseeis, das unter dem Namen "Eis" verkauft wird und auch pflanzliches Fett enthalten darf, etwa Erdbeereis.

Galerie: 10 Tipps gegen Campylobacter

Besser kein offenes Eis in der Schwangerschaft

Die Tester entdeckten Keime aus der Familie der Enterobacteriaceae, die auch normale Mitbewohner der menschlichen Darmflora sind. Der Nachweis der Durchfallbakterien deutet auf Hygienemängel und Verunreinigungen mit Fakälien hin. Nicht jeder Mitarbeiter der Eisdiele scheint sich nach dem Toilettenbesuch ausreichend die Hände zu waschen. Zudem handhaben die Eisverkäufer die Eisportionierer oft falsch. Sie bewahren sie im stehenden Wasser auf, in dem es auch noch warm ist, oder wischen sie mit einem unsauberen Lappen ab. Das seien ideale Bedingungen für die Keime, um sich munter zu vermehren, so die Tester. Nicht nur aufgrund von Hygienemängeln, sondern auch über die Zutaten gelangen Bakterien und Viren ins Eis. Wird es vor dem Gefrieren nicht noch einmal erhitzt, bleiben die Keime im gefrorenen Eis. Sie vemehren sich dort zwar nicht, aber überleben. Als gesundheitlich bedenklich stufte das Landeslabor die Testergebnisse jedoch nicht ein. Es hatte weder Salmonellen noch Listerien gefunden.

Lebensmittel: Schwangerschaft heißt vorbeugend Sahneverzicht

Neben dem Eis in der Schwangerschaft ist auch bei Sahne Vorsicht angesagt. Stolze 50 von 102 Sahneproben aus den Eisdielen wiesen Hygienemängel auf. Die Tester beanstandeten also fast die Hälfte. Im Vorjahr waren es sogar noch mehr: nämlich mehr als 60 Prozent. Als Gründe für die „Keim-Sahne“ gelten
  • eine falsche Handhabung der Geräte
  • mangelnde Kühlung
  • mangelnde Reinigung, Desinifektion und Wartung der Sahnemaschinen
Bleibt die flüssige Sahne über Nacht in dem Gerät, haben die Keime leichtes Spiel und vermehren sich rasant.

Eis in der Schwangerschaft: Achtung vor Salmonellen und Listerien!

Eis in der Schwangerschaft birgt grundsätzlich die Gefahr, dass Sie sich mit Salmonellen anstecken. Die Symptome einer Salmonellenvergiftung (Salmonellose) sind Bauchkrämfe, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Verzehren Sie deshalb am besten kein offenes Eis von Eisdielen, bei denen Sie hygienische Bedenken haben. Auch eine Infektion mit Listerien ist für werdende Mütter gefährlich – sie erkranken an Listeriose, die mit schweren Komplikationen verbunden ist. Schwangere selbst verspüren oft keine oder nur wenige Beschwerden. Die Listerien befallen aber das Ungeborene und führen manchmal zu einer Früh- oder Fehlgeburt.

Galerie: Achtung: Hier lauern wirklich die Krankheitskeime

Eis: Schwangerschaft und kühle Tipps!

Ein Eis in der Schwangerschaft ist nicht verboten, wenn Sie einige Tipps beherzigen:
  • Steigen Sie auf industriell hergestelltes oder abgepacktes Eis in der Schwangerschaft um; dieses ist meist kein Problem für die Gesundheit.
  • Bei einigen Eissorten verwenden die Hersteller rohe Eier. Diese meiden Sie besser in der Schwangerschaft. Fragen Sie in der Eisdiele nach, ob rohes Ei enthalten ist. Die Verkäufer wissen dies meist.
  • Fragen Sie, ob die Milch bei der Eisherstellung erhitzt wird. Das Pasteurisieren tötet die Keime zuverlässig ab.

Amazon Fresh

Ingrid Müller

von

Journalismus, Medizin und Gesundheit sind echte Faibles. Es geht immer darum, medizinisches Kauderwelsch für Patienten und medizinische Laien verständlich, aber auch spannend zu machen.