Zahnarztphobie

Keine Angst mehr vor dem Zahnarzt: So schaffst du es!

Ängste gehören zu unserem Leben. Das ist auch gut so – schließlich schützen sie uns vor Gefahren. Doch manchmal geraten sie außer Kontrolle. So ist Angst vor dem Zahnarzt weit verbreitet. Hier erfährst du, wie du dieses Problem endlich in den Griff bekommst.

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Zahnarztphobie

Mit deiner Angst vor dem Zahnarzt bist du nicht allein: Statistisch gesehen geht jeder Zehnte extrem ungern dorthin. Ausgeprägte Phobien sind nicht selten die Folge.

Angst zu verspüren, ist ein urmenschliches Gefühl. Unsere in der Wildnis hausenden Vorfahren waren darauf angewiesen. Schließlich mussten sie dauernd damit rechnen, von einem Feind angegriffen zu werden. Erhöhte Aufmerksamkeit vor Gefahr ankündigenden Indizien war daher lebensnotwendig. Dieser Instinkt hat Generationen und Jahrhunderte überdauert. Doch es gibt einen Unterschied zwischen Ängsten sowie Angststörungen beziehungsweise Phobien, die medizinisch zu behandeln sind. Im Falle der nicht selten auftretenden Angst vor Ärzten, Zahnärzten im Speziellen, haben wir es mit einer Angststörung zu tun, die sich auf ein einzelnes Ereignis bezieht. Unter dieser Angst leidende Patienten können sonst recht mutig und selbstbewusst durchs Leben gehen. Ihre Furcht bezieht sich einzig und allein auf den Besuch beim Zahnarzt. Das Gute daran: Mithilfe von Therapien und stressabbauenden Methoden, ist dieses Problem in den Griff zu bekommen. Das Schlechte: Häufig entsteht diese Angst auf Basis schlechter Erfahrungen. Diese zu verarbeiten, ist für die meisten Patienten häufig die größte Überwindung.

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Die Angst vor dem Zahnarzt – Woher sie kommt

In der Regel entstehen Phobien und Angststörungen aufgrund von negativen Erfahrungen. Musste jemand etwa einmal eine schmerzhafte Wurzelbehandlung über sich ergehen lassen oder hat die Betäubung nicht ausgereicht, verknüpft das Gehirn die hierdurch entstandenen, negativen Gefühle mit der Situation. Der Zahnarzt wird fortan mit Schmerz und Angst in Verbindung gebracht. Da sich das Gehirn negative Ereignisse intensiver einprägt, als positive, reicht manchmal schon ein Erlebnis aus, das sämtliche vorangegangenen Arztbesuche in den Schatten stellt. Doch auch das permanente Einreden bestimmter Verhaltensmuster kann die Angst vor dem Zahnarzt fördern. Selbst ohne ein schlechtes Erlebnis und die gewissenhafte Pflege der Zähne kann das so weit gehen, dass der Patient die potenzielle Schmerzgefahr so sehr verinnerlicht, dass der Körper aus einem Selbstschutzmechanismus heraus starke Ängste freisetzt. Ist es bereits soweit, sollten Phobien behandelt werden, wenn die typischen Symptome auftreten. Dazu gehören
  • verstärkte Angstgefühle
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen/Zittern
  • Übelkeit
  • Ohnmachtsanfälle
  • Verstärkter Harndrang/Stuhlgang
Ärztegespräch

Der Behandlung eines Angstpatienten sollte eine ausführliche Beratung vorangehen. Sowohl der Arzt, als auch der Patient müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Deshalb solltest du eine Phobie therapieren lassen

Bei Angststörungen und Phobien besteht die Gefahr, dass sich die Symptome und die damit einhergehenden seelischen Belastungen verschlimmern, sofern Du nicht rechtzeitig einen Arzt oder Therapeuten zurate ziehst. Eine häufige Folge ist der völlige Verzicht auf Zahnarztbesuche. Damit fallen nicht bloß regelmäßige Routinekontrollen, Zahnreinigungen oder Besuche beim Kieferorthopäden weg. Bei fortgeschrittenen Phobien trauen sich Betroffene nicht einmal mehr dann zum Doktor, wenn die Krankheitssymptome bei Entzündungen oder Karies besonders schlimm sind. Da eine Therapie mit Angstpatienten häufig eine längere Zeit in Anspruch nimmt, sollte mit der Behandlung begonnen werden, sobald sich Anzeichen für eine Phobie ankündigen. Darüber hinaus gibt es spezielle Fragebögen, die den behandelnden Arzt darüber aufklären, ob eine Zahnarztphobie besteht. Hier ist es wichtig, dass du die Fragen ehrlich beantwortest und dich nicht aus Scham mutiger verkaufst, als du in Wirklichkeit bist. Wurde eine Zahnarztphobie festgestellt, ist es Zeit, eine Lösung zu finden.

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So lässt sich die Angst vor dem Zahnarzt therapieren

In besonders schlimmen Fällen der Zahnarztphobie besteht die Möglichkeit, die Behandlung unter Vollnarkose durchzuführen. Dies geschieht aber erst dann, wenn die Behandlung besonders aufwändig ist und so zügig am Patienten durchgeführt werden muss, dass für eine ausgiebige Angsttherapie keine Zeit mehr bleibt. Normalerweise geht man bei einer derartigen Angststörung behutsamer vor. Der Patient sollte sich in einer Zahnarztpraxis anmelden, die mit der Behandlung von Angstpatienten vertraut ist. Wenn Sie diese Info nicht der Internetseite entnehmen können, fragen Sie bei der Anmeldung nach und schildern Sie, worin ihre Angst besteht. Es gibt unterschiedliche Arten der Zahnarztphobie:
Narkose

Besonders schlimme Fälle können unter Vollnarkose behandelt werden. Das lindert die Symptome einer Angststörung allerdings nur für eine kurze Zeit. Langfristige Therapien sind besser.

  • Patienten, die Angst vor einem plötzlich auftretenden Schmerz haben
  • Patienten, die einen Würgereiz während der Behandlung fürchten
  • Patienten, die Angst haben, während der Behandlung die Kontrolle über sich selbst zu verlieren und dem Arzt somit schutzlos ausgeliefert sind
  • Patienten mit der gezielten Angst vor Spritzen oder Betäubungen, für die am häufigsten negative Erfahrungen verantwortlich sind
Mit diesem Wissen ist ein professioneller Zahnarzt in der Regel besonders behutsam gegenüber dem Angstpatient. Gerade auf Phobiepatienten spezialisierte Zahnärzte legen bereits bei der Gestaltung der Praxis viel Wert auf lichtdurchflutete, helle und offene Räume. Darüber hinaus sollten Möglichkeiten der Ablenkung gegeben sein, wie etwa Unterhaltungsmedien oder Zeitschriften. Auch das bei der Behandlung das verwendete Material sollte im Hinblick auf Langlebigkeit und weniger im Hinblick auf Ästhetik ausgesucht werden.
Sind all diese Dinge gegeben, beginnt die Behandlung mit einem ausführlichen Gespräch zwischen Patient und Arzt. Anschließend wird dieser kommunikative Austausch während der Behandlung fortgesetzt. Bitte den Arzt, dich darüber zu informieren, was er in deinem Mund gerade anstellt und welchen Hintergrund die Behandlung hat. Währenddessen kannst du versuchen, dich abzulenken und zu entspannen. Vor dem Besuch kannst du spezielle Entspannungstechniken ausprobieren, die du später während der Behandlung anwenden kannst. Auch davor, dir im Erwachsenenalter Jemanden zur seelischen Unterstützung mitzubringen, brauchst du dich nicht schämen. Es ist ein wichtiger Schritt, wieder Vertrauen in den Zahnarztbesuch aufzubauen.

Zahnpflege

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.