Gelernt oder angeboren?

Neue Evolutionstherorie: Angst vor Spinnen angeboren?

Die Reaktionen auf Spinnen sind vielfältig. Von Ekel über Unbehagen bis zur nackten Panik ist alles mit dabei. Nun sagen Forscher: Das ist völlig normal!

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Angst vor Spinnen angeboren?

Spinnen sind nicht unbedingt des Deutschen liebstes Haustier. Warum erklärt eine neue Studie.

Hatten wir schon immer Angst vor Spinnen? Eine neue Studie legt dies nahe. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und der Universität Uppsala in Schweden untersuchten, ob unser Ekel vor Spinnen und Schlangen angeboren oder erlernt ist. Die Wissenschaftler zeigten Babys im Alter von sechs Monaten Bilder von Schlangen und Spinnen. In dem Alter hätten Kinder kaum die Möglichkeit gehabt, Ängste zu „erlernen”. Die Reaktion war dennoch eindeutig.

Angst vor Spinnen hat evolutionäre Gründe

Die Babys in der Studie zeigten beim Anblick von Spinnen und Schlangen klare Stresssymptome. Sie hatten trotz gleichbleibender Lichtverhältnisse deutlich vergrößerte Pupillen. Scheinbar können wir Menschen Spinnen und Schlangen sehr früh als solche erkennen und reagieren entsprechend darauf. Eigentlich – so meint man – müssten die Babys ähnliche Reaktionen z.B. auf Bären zeigen, Tiere also, die uns potentiell gefährlich werden könnten. Mitnichten, so die Experten. Reptilien und Spinnentiere würden uns bereits 40 bis 60 Millionen Jahre in der Evolution begleiten. Bären oder andere Gefahrenquelle gebe es nicht annähernd so lange.

Sind wir doch nur Höhlenmenschen?

Unser Gehirn, so die Studie, scheint von dem Anblick von Schlangen und Spinnen nicht allzu begeistert zu sein und ruft daher eine Ekel- bzw. Angstreaktion hervor. Die Frage ist nun, ob wir wirklich so lange dieses scheinbar traumatische Erbe mit uns getragen haben, sodass wir uns ausgerechnet bei Spinnen und Schlangen instinktiv ängstlich verhalten. Oder sind sechs Monate eben doch lang genug, um gewisse Formen und Farben negativ zu bewerten? Sind Babys nicht vielleicht auch sensibel genug, um die Reaktionen ihrer Umwelt zu registrieren und spontan darauf zu reagieren? Ein kleiner Zweifel bleibt. Denn nicht bei jedem scheint die Angst vor Spinnen & Co. in die Wiege gelegt. Aber: Es ist beruhigend, dass es so sein könnte – weil dann das „Schatz, kannst du mal ...” nicht ganz so schwer von den Lippen geht.

Spinnenfänger

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.