Haare retten!

Gründe für Haarausfall: Übergewicht und Rauchen!

Haarausfall ist häufig. Vor allem Männer müssen sich mit dem Kahlschlag auf dem Kopf anfreunden. Neben den Genen haben Forscher jetzt noch andere Gründe für Haarausfall entdeckt.

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Gründe für Haarausfall

Gründe für Haarausfall: Dazu zählt offenbar auch ein ungesunder Lebensstil.

Oft betrifft der Haarausfall Männer: Geheimratsecken an der Stirn, lichte Stellen am Hinterkopf oder eine vollständige Glatze ereilen viele männliche Geschöpfe schon in jungen Jahren. Oft liegen die Gründe für den Haarausfall in den Genen und die Veranlagung ist von Geburt an vorhanden. Bei Männern geht die Haarpracht etwa ab dem 30. Lebensjahr flöten, bei Frauen oft nach den Wechseljahren, wenn die Geschlechtshormone auf Talfahrt gehen. Bei bis zu 80 Prozent der Männer und rund 40 Prozent der Frauen machen sich die Haare mit zunehmenden Jahren davon. Mediziner nennen diese Form des Haarausfalls androgenetische Alopezie. Mit etwa 95 Prozent ist erblich bedingter Haarausfall die häufigste Form. Weitere Arten sind kreisrunder Haarausfall und diffuser Haarausfall. Jetzt deckten italienische Forscher vom Istituto Dermopatico dell'Immacolata in Rom noch zwei weitere Gründe für Haarausfall auf: Rauchen und Fettleibigkeit!

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Gründe für Haarausfall: Spurensuche im Lebensstil

Die Forscher um Cristina Fortes werteten die Daten von 351 Studienteilnehmern aus, welche die Diagnose „androgenetische Alopezie“ erhalten hatten. Mehr als 67 Prozent von ihnen waren Männer. Im Schnitt waren die Probanden rund 35 Jahre alt. Um herauszufinden, welche Gründe für Haarausfall neben den Genen eine Rolle spielen, befragten sie alle Teilnehmer anhand eines standardisierten Fragebogens nach folgenden Faktoren: Ausbildung, Beruf, erblich bedingter Haarausfall in der Familie, Ernährungsweise, Alkoholkonsum, bestehende chronische Krankheiten, Rauchverhalten, Body-Mass-Index (BMI) und die Einnahme von Medikamenten, inklusive Nahrungsergänzungsmittel.
Den Grad des Haarausfalls bestimmten die Forscher anhand der sogenannten Ludwig- und Norwood-Klassifikation. Es gibt Typ I, bei dem optisch noch kein Haarausfall festzustellen ist, bis Typ VII, bei dem nur noch ein Haarkranz im seitlichen und hinteren Bereich der Kopfhaut vorhanden ist. Mittels einer Trichoskopie untersuchten sie das Haar ihrer Probanden, um die Diagnose „erblich bedingter Haarausfall“ zu bestätigen. Bei dieser Methode nehmen Dermatologen die Haare an der Stirn, den Schläfen und dem Hinterkopf mit einer Videokamera auf, die mit extremer Vergrößerung arbeitet. So lassen sich der Haarschaft, die Haarbalgmündungen und die umliegende Kopfhaut beurteilen. Haare entnehmen die Ärzte bei der Trichoskopie nicht.

Hoher BMI und Rauchen sind Gründe für Haarausfall!

Dann analysierten die Forscher die erhobenen Risikofaktoren statistisch. Studienteilnehmer, die einen BMI von 25 und aufwärts hatten, und gleichzeitig mehr als zehn Zigaretten täglich dampften, hatten ein um das Sechsfache erhöhtes Risiko für eine mäßige oder schwere Alopezie. Selbst wenn die Forscher bestehende Fettstoffwechselstörungen, den Alkoholkonsum und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln statistisch als Haarausfall-Ursachen berücksichtigten, lag das Risiko noch immer um das Fünffache höher. Nur das Alter und Geschlecht – beides sind bekannte Risikofaktoren für androgenetische Alopezie - hatten neben dem Rauchen und BMI ebenfalls Auswirkungen auf das Risiko, dass die Haare ausfallen.

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Wie genau das Rauchen und massives Übergewicht den Haarausfall begünstigen, ist noch unklar. Die Forscher vermuten aber, dass Entzündungsreaktionen, die sich durch das Rauchen und die Fettleibigkeit entwickeln, auch die Haarfollikel betreffen. Die Haare lockern sich und fallen aus. Eventuell zählen Giftstoffe aus dem Rauch zu den Haarausfall-Ursachen, weil sie direkt das Erbgut der Haarfollikel schädigen. Allerdings haben die Forscher keine Proben der Kopfhaut (Biopsien) entnommen. So bleibt es noch im Dunkeln, ob die Gründe für Haarausfall tatsächlich in den Entzündungen, dem hohen BMI und Rauchen liegen. Übergewicht, Adipositas und Rauchen sind ohnehin schlecht für die Gesundheit und schädigen das Herz und die Gefäße. Wer den Rauchstopp schafft und einige Kilos abnimmt, tut vielleicht gleichzeitig seinen Haaren etwas Gutes und kann den Haarausfall stoppen!

Mittel gegen Haarausfall

Ingrid Müller

von

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