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Schönheitswahn: Finger weg von diesen Beauty-Trends!

Ein makelloses Äußeres ist für viele zum Statussymbol geworden. Wer nicht von Natur aus damit gesegnet ist, hilft gern nach. Doch nicht jeder Beauty-Trend ist auch gesund. Wir haben uns die Folgen des Schönheitswahns angeschaut.

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Schönheitswahn

Schönheitsbehandlungen sind en vogue. Doch Achtung: So mancher Beauty-Trend entpuppt sich als Resultat eines exzessiven Schönheitswahns!

Der aktuelle Schönheitswahn beschert und schon einmal als Pflicht die perfekten 90-60-90. Ideal wären eine Wespenteile, glatte, makellose Haut, keinerlei Körperbehaarung und eine deutliche Lücke zwischen den Oberschenkeln – der sogenannte Tigh Gap. Doch auch immer mehr Männer unterwerfen sich dem Schönheitswahn, greifen zu aggressiven Cremes und Lotionen oder lassen sich Schlupflider weglasern. Wie in jedem Lebensbereich ist es gefährlich zu übertreiben – wer sich einer fachmännisch und korrekt durchgeführten Schönheitsoperation unterzieht, erfüllt sich dadurch vielleicht seinen ganz persönlichen Wunschtraum. Und das ist vollkommen okay. Doch die Auswüchse einer zunehmend ungesunden Vorstellung von Schönheit sprengen längst selbst sämtliche Normen. Viele vermeintliche Ideale lassen sich auf natürlichem Wege nämlich kaum erreichen. Wer sich zusätzlich noch in sozialen Netzwerken mit Anderen vergleicht, erlebt darüber hinaus einen psychischen Druck, der sich schnell zur Schönheitssucht entwickeln kann.
Dürre Models sind das Symbol des Schönheitswahns

Der Modebranche wird schon lange vorgeworfen, jungen Frauen ein falsches Bild von Schönheit zu vermitteln. Auf den Laufstegen der Welt sind vornehmlich Magermodels unterwegs, die den Schönheitswahn visuell stützen.

Schönheitswahn #1: Schlank um jeden Preis

Essstörungen wie Anorexie (Magersucht) oder Bulimie sind der Allgemeinheit geläufig. Die Betroffenen nehmen kaum bis keine feste Nahrung zu sich und hungern sich im Extremfall bis auf die Knochen herunter, während Bulimie-Erkrankte die zu sich genommenen Speisen nach dem Essen gezielt wieder herauswürgen. Diese Form von Schönheitswahn macht nicht nur krank, sie erreicht außerdem immer neue Dimensionen, die sich mitunter in gefährlichen Trends in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram äußern.
Ein aktueller Schönheitswahn ist der Tigh Gap. Der Begriff beschreibt eine sichtbare Lücke zwischen den beiden geschlossenen Oberschenkeln, die nur bei sehr schlanken Beinen möglich ist. Das Problem: Ist ein schlanker, gut gebauter Körper noch Ausdruck von Gesundheit und Fitness, ist der Tigh Gap lediglich eine Frage des individuellen Körperbaus, der auch von den Genen abhängig ist. Die Folge: Wessen Körperbau diesen Tigh Gap nicht hergibt, der kann nicht einmal durch gezielte Diäten dafür sorgen und läuft somit Gefahr, sich aus falschem Ehrgeiz heraus in eine Magersucht zu begeben – auch wenn das Ziel nie erreicht werden kann.
Ein weiterer Trend ist der sogenannte Ab Crack – eine Bauchfalte, die sich vom Brustkorb bis zum Bauchnabel zieht und nur bei sehr durchtrainierten Körpern sichtbar ist. Auch dies ist genetisch bedingt. Der ebenfalls umstrittene Bikini-Bridge-Trend bei Instagram ist dagegen fast harmlos. Hierbei soll die Bikini-Hose auf den Hüftknochen aufliegen, was infolge gezielter Sportübungen und Diäten auch tatsächlich möglich ist. Ein weiterer Trend, bei dem es darum geht, das Schlüsselbein sichtbar zu machen, ist dagegen besonders gefährlich: Dieser Knochen ist nämlich erst bei dramatischem Untergewicht sichtbar.

Galerie: Skurrile Beauty-Challenges: Die ungesündesten Schönheitstrends

Schönheitswahn #2: Schönheitsoperationen trotz Risiken

Die Zahl der in Deutschland jährlich durchgeführten Schönheitsoperationen steigt kontinuierlich. Doch wer einen chirurgischen Eingriff an sich durchführen lassen möchte, sollte die Risiken bedenken. Mit einer OP sind nämlich nicht bloß die anschließenden Wundschmerzen verbunden. Egal ob Brustvergrößerung, Fettabsaugung oder Lidstraffung – schiefgehen kann immer etwas. Vor allem dann, wenn der Eingriff unter Vollnarkose stattfindet. Eine richtige Beratung ist daher das A und O. Ein qualifizierter Arzt muss seine Patienten nicht bloß über die möglichen Risiken aufklären, sondern im Notfall auch von einer Operation abraten, wenn diese lediglich auf einen Schönheitswahn begründet es. Es gibt gewisse Indikatoren, die einen Patienten für einen gewünschten Eingriff disqualifizieren – an einem stark übergewichtigen Raucher etwa sollte keine Bauchstraffung durchgeführt werden. Stattdessen ist zur Gewichtsreduktion ein strenges Sport- und Diätprogramm zu empfehlen. Ein fachkundiger Arzt traut sich, die Wünsche seiner Patienten auf Herz und Nieren zu überprüfen.
Schönheitsbehandlung aufgrund des Schönheitswahns

Für Schönheitsoperationen in Deutschland existieren derzeit noch keine genauen Rechtsauflagen. Wer eine OP durchführen darf und welche ärztlichen Qualifikationen er vorweisen muss, ist nicht klar geregelt. Damit wird der Schönheitswahn für manche äußerst riskant.

Wenn es dann an den Eingriff geht, ist eine korrekte Technik gefragt. In Deutschland ist bislang nicht gesetzlich geregelt, wer Schönheitsoperationen ausführen darf und welche Voraussetzungen er dafür erfüllen muss. In den Händen eines ungeübten Arztes können selbst einfache Eingriffe zu Folgeschäden führen. Außerdem gilt: Je länger eine Operation, desto risikoreicher ist er. Wenn dann auch noch die Verantwortung der Nachsorge verfehlt wird, können Folgeschäden drastische Auswirkungen haben. Arzt und Klink müssen eine engmaschige Nachsorgebehandlung gewährleisten, um das Risiko für eine Folgeerkrankung zu minimieren.

Schönheitswahn #3: Körpertrends, bei denen der Spaß aufhört

Dass das Sprichwort „Wer schön sein will, muss leiden!“ von manchen derart wörtlich genommen wird, ist kaum zu glauben. Doch es gibt tatsächlich Trends infolge des Schönheitswahns, denen sieht man die Gesundheitsgefahr auf den ersten Blick an. Manche Sonnenanbeter verbrennen sich gezielt die Haut, sodass am Ende des Sonnenbades ein Muster in der Haut zurück bleibt (Sunburn Art). In dieselbe Kerbe schlägt auch die Skarifizierung, bei der sich Menschen ihre Haut so anritzen, dass nach dem Heilungsprozess der Wunde eine außergewöhnliche Narbe zurückbleibt.
Doch der Schönheitswahn geht noch weiter. Während bei einer professionell durchgeführten Tätowierung in der Regel keine Gesundheitsgefahr besteht, sorgen Trendausläufer der Körperkunst für Stirnrunzeln: Sich etwa die Augäpfel einfärben zu lassen, oder sich sogar so genannte Eye Jewelery ins Auge implantieren zu lassen. Da dieser Trend relativ neu ist, sind bislang keine Langzeitschäden bekannt. Die Gefahr einer Erblindung soll laut Fachleuten nicht bestehen. Doch sowohl die örtliche Betäubung, als auch die eingeräumte Gefahr von lokalen Blutungen deuten darauf hin, dass dieser Eingriff nicht ganz ungefährlich ist. Während sich all das irgendwie noch einem bizarren Verständnis von Körperkult zuordnen ließe, ist ein gerade aus Asien herüberschwappender Schönheitswahn einfach nur noch verrückt: Dort lassen sich Erwachsene rund 400 ml einer Salzlösung so unter die Haut spritzen, dass die Stelle anschwillt. Anschließend wird ein Loch in die Mitte der Erhebung gedrückt, sodass sich daraus direkt der Name dieses fragwürdigen Trends ableitet: Bagel-Head. Folgeschäden sind dadurch angeblich nicht zu befürchten.

Bücher zum Thema Magersucht

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.