Noroviren in Schach

Norovirus-Behandlung: Das hilft gegen Durchfall

Wer sich Noroviren eingefangen hat, hält enge Freundschaft mit der Toilette: Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sind die Symptome. Welche Norovirus-Behandlung hilft, welche nicht?

Datum:
Norovirus Behandlung

Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen – eine Norovirus-Behandlung lindert nur die Symptome

Noroviren sind unangenehme Quälgeister, wenn Sie sich mit den Erregern infiziert haben: Es drohen heftiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Gefährlich ist vor allem der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust, der damit verknüpft ist. Noroviren sind extrem ansteckend und schon der Kontakt mit geringsten Virusmengen reicht aus, um sich zu infizieren. So haben Ärzte immer wieder mit regelrechten Norovirus-Ausbrüchen und -Epidemien zu tun, etwa in Kindergärten, Senioren- und Pflegeheimen oder auf Kreuzfahrtschiffen. Noroviren sind äußerst widerstandsfähig und überleben lange in der Umwelt. Selbst hohe Temperaturen zerstören sie nicht. Noroviren übertragen sich von Mensch zu Mensch über folgende Wege:
  • Kontakt mit Fäkalien oder Erbrochenem
  • Konsum verseuchter Nahrungsmittel (Salate, Obst, Meerestiere)
  • Berühren verunreinigter Gegenstände, etwa Türklinken oder Handläufe
Im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen ist eine Norovirus-Behandlung mit Antibiotika nicht möglich, weil die Medikamente nicht gegen Viren wirken. Welche Norovirus-Behandlung hilft, wenn Sie sich angesteckt haben?

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Norovirus-Behandlung – nur Symptome lassen sich lindern

Grafik: Norovirus-Ausbrüche 2016_2017

Die Norovirus-Saison 2016 startete mit einer unerwartet hohen Anzahl an Norovirus-Erkrankungen.

Es gibt keine Norovirus-Behandlung, die direkt an der Ursache ansetzt, also an den Noroviren selbst. Ärzte lindern lediglich die Norovirus-Symptome. Sie setzen 6 bis 50 Stunden nach der Ansteckung ein (Inkubationszeit: Norovirus). Aufgrund des Durchfalls und Erbrechens entsteht oft ein erheblicher Verlust an Flüssigkeit und Mineralien. Den wieder auszugleichen steht im Zentrum der Norovirus-Therapie. Eine Gefahr ist dies vor allem für kleine Kinder und ältere Menschen, die manchmal sogar stationär zur Norovirus-Behandlung ins Krankenhaus müssen.
Folgende Tipps bessern die Symptome (Norovirus):
  • Eine Norovirus-Infektion schwächt Sie körperlich. Die meisten fühlen sich schwer krank, matt und abgeschlagen. Die Norovirus-Behandlung Nummer eins lautet: Ab ins Bett! Schonen Sie sich körperlich, denn Ihr Immunsystem hat genügend damit zu tun, die Noroviren zu bekämpfen!
  • Trinken Sie ausreichend (kleine Schlucke, über den Tag verteilt), wenn Sie starken Durchfall haben und unter Erbrechen leiden. Am besten sind Mineralwasser, salzige Gemüsebrühe oder ungesüßter Kräutertee.
  • Als Norovirus-Behandlung kommen auch Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder dem Internetversandhandel in Frage. Sie enthalten Traubenzucker und Elektrolyte wie Kochsalz oder Kaliumchlorid und gleichen den Verlust an Salzen aus.
  • Anti-Brech-Mittel, sogenannte Antiemetika, lindern den Brechreiz und die Übelkeit als Magen-Darm-Virus-Symptome; einige Präparate sind rezeptfrei erhältlich; fragen Sie aber Ihren Arzt, bevor Sie die Medikamente zur Norovirus-Behandlung einnehmen.
  • Greifen Sie zu Nahrungsmitteln, die leicht verdaulich sind, zum Beispiel trockenes Brot, Zwieback oder Knäckebrot. Auch wenn die Norovirus-Infektion abgeklungen ist, verzichten Sie besser noch eine Zeit lang auf schweres, fettreiches Essen.
  • Dauern Durchfall und Erbrechen länger als drei Tage an und entwickelt sich Fieber, ist manchmal eine Norovirus-Behandlung in einer Klinik nötig. Dies gilt zum Beispiel für kleine Kinder, Schwangere oder kranke und geschwächte Senioren. Ärzte setzen dort Infusionen ein, um den Elektrolytverlust schnell auszugleichen.
  • Halten Sie sich von Familienmitgliedern und Freunden möglichst fern, wenn Sie sich mit Noroviren angesteckt haben. Denn das Virus ist äußerst infektiös und befällt sehr schnell andere Personen, mit denen Sie Kontakt haben. Um sich anzustecken, genügen schon geringste Virusmengen. So verbreiten sich Noroviren im Handumdrehen.
  • Eine gute Hygiene ist bei einer Norovirus-Infektion besonders wichtig: Waschen Sie sich gut und häufig die Hände, beseitigen Sie Erbrochenes und Stuhlreste gründlich, lüften Sie Räume häufiger, wechseln Sie Bettwäsche, Handtücher, Waschlappen und Kleider häufiger (bei 60 Grad Celsius waschen!) und bereiten Sie keine Speisen für andere zu.

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Norovirus-Behandlung – Hausmittel gegen Durchfall

Der Mythos, dass Cola gegen Norovirus und Brechdurchfall hilft, hält sich hartnäckig. Für Kinder und Erwachsene mit Durchfall ist Cola aber nicht geeignet, weil die braune Limonade viel Zucker enthält. Dieser fördert die Wasserabgabe in den Darm und verstärkt den Durchfall eher noch. Auch Salzstangen gelten als Hausmittel gegen Durchfall. Salzstangen sind zwar gute Natriumquellen – der Körper benötigt aber zusätzlich Kalium und Nitrate.
Die gute Nachricht ist, dass die Beschwerden mit oder ohne Norovirus-Behandlung meist nach wenigen Tagen wieder abklingen.

Mittel gegen Durchfall

Ingrid Müller

von

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