Riskante Schönheitsoperation

Wann ist eine Nasen-OP wirklich sinnvoll?

Nasen-OP: Jedes Jahr legen sich Tausende Deutsche unter das Messer, um ihrer Nase eine hübschere Form verpassen zu lassen. Der Eingriff gehört zu den schwierigsten ästhetischen Operationen und birgt einige Risiken.

Datum:
Nasen-OP Barbra Streisand

Barbra Streisands Nase ist ihr Markenzeichen. Eine Nasen-OP kommt für sie nicht in Frage.

Barbra Streisands Nase ist mindestens so berühmt wie sie selbst. Obwohl ihr Riechorgan für eine klassische Hollywood-Schönheit zu groß ist, verwahrte sich die Sängerin und Schauspielerin immer gegen eine Nasen-OP. Zum einen, weil es für die selbstbewusste Künstlerin nicht in Frage kam, sich dem Schönheitsdiktat zu unterwerfen. Die heute 75-Jährige beeindruckte immer mit ihrer Frauenpower und verstand sich selbst als Vorbild für die Emanzipation der Frauen. Andererseits ist wohl auch ihre Nase mit der gebogenen Nasenscheidewand der Grund für ihre unverwechselbare Stimme. Barbra Streisand hat ihre Nase (und ihren Silberblick) zum Markenzeichen erhoben.

Galerie: Nasen-OP fällig? 9 Prominente mit interessanten Nasen

Doch längst nicht jeder gewinnt seiner markanten Nase so viel Positives ab. Deshalb legen sich Tausende Deutsche jährlich unters Messer, um ihr Riechorgan korrigieren zu lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie listet verschiedene Fehlstellungen der Nase auf, die einzeln oder in Kombination auftreten können:
  • Höckernase: Der Nasenrücken bildet keine gerade Linie und verläuft uneben.
  • Sattelnase: Die Nase zeigt Einsenkungen im mittleren Drittel des Nasenrückens, so dass die Form eines Sattels entsteht. Die Nasenspitze steht hoch über dem Nasenrücken.
  • Breitnase: Die Nase erscheint zu breit für das Gesicht.
  • Schiefnase: Nasenrücken oder Scheidewände sind asymmetrisch. Die Nase verläuft seitlich verschoben oder schief.
  • Knollennase: Stadienartig verlaufende Entzündung der Nasenhaut, die als knollige Wucherung auf der Nase in Erscheinung tritt.
  • Plumpe Nasenspitze (Cherry-Tip-Deformity): Die Nasenspitze ist verdickt und hat die Form einer Kirsche.
  • Ballonnase: Die Nasenflügel sind besonders ausgeprägt und gebläht.
Heutzutage zählen Nasenkorrekturen zu den häufigsten und dabei schwierigsten Operationen in der ästhetisch-plastischen Chirurgie. Die Nase hat mit vielen verschiedenen Gewebestrukturen wie Knochen, Knorpeln, Bändern, Muskeln, Haut, Schleimhaut und Bindegewebe eine komplizierte Anatomie. Damit stellt sie hohe Anforderungen an den Operateur.

Galerie: 11 beliebte elektrische Gesichtsreinigungsbürsten

Den passenden Operateur finden

Verbraucherschützer empfehlen, sich vor einer Operation umfassend über die Risiken aufklären zu lassen. Entscheidend wichtig ist es, einen sehr guten Chirurgen zu finden. Wenn ein Arzt nur „kosmetische Chirurgie“, „Schönheitschirurgie“ oder „ästhetische Chirurgie“ anbietet, hat er nicht die nötige Qualifikation. Das sind keine geschützten Titel, jeder Arzt kann sich so bezeichnen. Anerkannt sind nur die ärztliche Weiterbildung in plastischer Chirurgie und der Titel Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie, der eine sechsjährige Zusatzqualifikation verlangt. Finger weg auch von Billigangeboten, mit denen Ärzte aus dem Ausland werben. Die OP mag auf den ersten Blick zwar günstig erscheinen. Doch die Nachsorge ist ein wichtiger Faktor, der im Preis nicht enthalten ist. Ärztliche Kunstfehler im Ausland zu verfolgen, ist zudem sehr schwierig.

Die Vorbereitung der Operation

Vor der OP stehen ein ausführliches Beratungsgespräch und eine gründliche Voruntersuchung der Nase und des Gesichts auf dem Programm. Mit Hilfe von Computerprogrammen kann der Chirurg ein Modell der neuen Nase entwerfen und an das Gesicht des Patienten anpassen. So bekommt der Patient eine erste Vorstellung des möglichen Resultats.

Galerie: 11 beliebte elektrische Gesichtsreinigungsbürsten

Die OP-Methoden

Nasenkorrekturen werden meist in Vollnarkose durchgeführt. Der Chirurg kann die Nase in Form, Höhe, Breite und Länge korrigieren. Oft operiert er narbenlos durch kleine Einschnitte in der Nasenschleimhaut. Muss er komplizierte Korrekturen mehrfach voroperierter Nasen vornehmen, Nasenflügel verkleinern oder die Nasenspitze verkürzen, nimmt er Schnitte von außen vor. Häufiger Grund für eine Korrektur ist die Höckernase. Hier trägt der Chirurg durch einen Zugang im Naseninneren den Höcker mit Hammer und Meißel, Säge oder Feile ab.
Die Mulde der Sattelnase füllt er mit körpereigenem Material, beispielsweise Knorpel aus dem Ohr, auf. Den Eingriff führt der Chirurg vom Naseninneren aus durch, so dass keine äußerlich sichtbaren Narben zurückbleiben.

Die Nachbehandlung und Erholungszeit

Die OP dauert eine bis zwei Stunden. Sinnvoll ist ein Klinikaufenthalt von ein bis zwei Nächten nach dem Eingriff.
In den ersten Tagen nach der Operation schläft der Patient am besten nur auf dem Rücken und mit erhöhtem Kopf und gönnt sich viel Ruhe. In den ersten fünf Tagen ist nur flüssige oder weiche Nahrung erlaubt. Mit mehrwöchigen Schwellungen und Blutergüssen müssen alle Patienten rechnen. Ein bis zwei Wochen ist ein Verband im Gesicht erforderlich.
Mindestens zwei, besser drei Wochen Urlaub sollten Patienten für die Erholungsphase einplanen. In dieser Zeit werden sie durch Schwellungen und Ergüsse leicht entstellt sein, geringfügige Schwellungen an der Nasenspitze können noch Monate lang anhalten. Sport ist für mindestens sechs Wochen tabu.
Das endgültige Ergebnis der Operation und das Erreichen der gewünschten Nasenform lässt sich erst nach etwa einem Jahr beurteilen. Solange dauert es, bis die Schwellungen insbesondere im Bereich der Nasenspitze zurückgegangen sind.

Komplikationen als Folge des Eingriffs

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische und Plastische Chirurgie sind die mit dem Eingriff verbundenen Risiken relativ gering. Schmerzen sind wohl eher selten, ebenso wie Spannungsgefühle. Was häufiger vorkommt:
  • Wie nach allen Operationen sind Infektionen möglich und narkosebedingte Komplikationen wie Unverträglichkeiten.
  • Nasenbluten in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff.
  • Trockene Nasenschleimhaut und verstärkte Absonderung von Nasensekret.
  • Beeinflussung der Riechfähigkeit.
  • Überempfindlichkeit der Haut.
  • Taube Nasenspitze.
Knorpel- und Knochenwucherung, die ein schlechtes ästhetisches Ergebnis verursachen, machen möglicherweise Nachkorrekturen nötig.

Die Kosten der Nasen-OP

Die Kosten für den Eingriff hängen von der Größe und dem Aufwand ab, zudem von der Dauer des Klinikaufenthalts oder der Narkoseart. In der Regel rechnen Patienten mit Kosten ab 4.500 Euro aufwärts.
Da Nasenoperationen auch zum Teil medizinisch indiziert sind – etwa die Korrektur der Nasenscheidewand -, ist ein Kostenzuschuss durch die Krankenkasse möglich.
Weitere Informationen
Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben.