Kranke Nägel

Nagelpilz – wie Sie ihn erkennen und was dagegen hilft

Millionen Deutsche leiden an Nagelpilz. Viele davon bemerken die Infektion lange nicht. Doch je später die Therapie beginnt, desto schwieriger ist es, das Problem wieder loszuwerden.

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Nagelpilz

Nagelpilz zerstört die Nägel. Wichtig ist eine schnelle Behandlung.

Jeder achte Deutsche leidet einer Studie zufolge an Nagelpilz. Das Risiko steigt mit den Jahren. Dabei beginnt der Befall schleichend, beispielsweise mit leichten Verfärbungen des Nagels, die nicht weiter auffallen. Der Pilz befällt fast immer die Fußnägel. Jeder zweite Betroffene bemerkt die Symptome anfangs oft gar nicht. Das ist ein Problem, denn je früher die Therapie erfolgt, desto schneller setzt der Behandlungserfolg ein. Ignoriert ein Patient allerdings die Infektion, dann zerstört sie häufig auf Dauer den gesamten Nagel. Hier einige Tipps, wie Sie Ihre Füße pflegen.

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Die Ursachen der Infektion

In den meisten Fällen verursachen Fadenpilze die sogenannte Onychomykose, in fünf bis zehn Prozent sind es Hefe- oder Schimmelpilze. Die Erreger fühlen sich in einem feuchtwarmen Klima besonders wohl. Sie vermehren sich in Schuhen, aber auch an Orten wie Sauna oder Schwimmbad. Häufig ist der Nagelpilzbefall Folge einer Infektion mit Fußpilz. Der Fußpilz befällt erst die Haut zwischen den Zehen, an Sohlen und Fersen. Wenn Sie ihn nicht behandeln, breitet er sich auf die Nägel aus. Gefährdet sind Menschen, die infolge einer chronischen Krankheit ein geschwächtes Immunsystem haben, insbesondere Diabetiker, aber auch Senioren und Patienten mit einer Fußfehlstellung.

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Die Symptome des Nagelpilz´

Die Erkrankung beginnt meist damit, dass der Nagel seinen Glanz verliert. Die Nägel verfärben sich weiß, grau, gelb, grün oder braun. Der Nagel verdickt sich. Später hebt er sich vom Nagelbett ab und es entsteht ein Spalt. Schließlich löst sich der Nagel komplett auf, er zerbröselt regelrecht.

Die Diagnose des Pilzbefalls

Wer vermutet, dass er an Nagelpilz erkrankt ist, sucht am besten dringend einen Arzt auf, denn die Infektion ist sehr ansteckend. Der Hausarzt oder Dermatologe erkennt den Nagelpilz meist durch eine Blickdiagnose. Um Krankheiten wie Schuppenflechte oder Infektionen mit Bakterien auszuschließen, entnimmt er eine Nagelprobe und lässt sie im Labor untersuchen.

Das hilft gegen Nagelpilz

Ein Befall mit Nagelpilz sollte dringend behandelt werden, denn er beeinträchtigt das Wohlbefinden eines Patienten stark. Seine rissigen Nägel jucken und brennen, sie drohen, sich abzulösen, verursachen Schmerzen beim Gehen. Er kann schlimme Folgen haben, wenn beispielsweise Bakterien durch kleine Hautverletzungen eindringen und Wundinfektionen verursachen. Die Therapie hängt vom Ausmaß des Befalls ab. Wenn nur 40 bis 50 Prozent der Nagelplatte mit dem Pilz infiziert und nicht mehr als drei Zehen betroffen sind, dann reicht meist eine lokale Behandlung mit einem medizinischen Nagellack. Konsequent angewendet durchtränkt er den Nagel mit dem Wirkstoff, bis der Pilz eliminiert ist. Die Lacke gibt es zwar rezeptfrei in der Apotheke, doch sollte ein Patient immer einen Dermatologen aufsuchen, wenn er den Verdacht auf Nagelpilz hat. Der Arzt kann den Pilz zweifelsfrei diagnostizieren und, falls er sich zu weit ausgebreitet hat, Tabletten verabreichen, die eine Infektion von innen behandeln.
In schweren Fällen entfernt der Arzt einen pilzbefallenen Nagel. Früher zog man ihn, heute wird er mit einer speziellen Salbe bestrichen und von einem Pflaster bedeckt. Der enthaltene Wirkstoff weicht den Nagel auf, bis der Arzt ihn nach ein bis zwei Wochen abzieht.

Hausmittel gegen Nagelpilz

Zu den Hausmitteln gegen Nagelpilz gehören Essig oder Essigessenz (im Fußbad oder direkt auf den Nagel geträufelt), und jeweils als Tinktur oder Umschlag angewendet: Teebaumöl, Eigenurin, Salzwasser oder Alkohol. Ärzte raten jedoch von einer Eigenbehandlung mit solchen Mitteln ab. Es gibt keine medizinischen Beweise, dass sie helfen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass der Betroffene seinen Nagelpilz verschleppt, die Behandlung später umso aufwändiger und langwieriger ist und er seine Mitmenschen ansteckt.

Dem Nagelpilz vorbeugen

Einige Hygiene- und Pflegeregeln helfen, dem Fußpilz vorzubeugen:
  • Die Füße täglich waschen und gut vor allem zwischen den Zehen abtrocknen.
  • Täglich die Socken wechseln und bei höherer Temperatur waschen.
  • Schuhe groß genug kaufen, häufig wechseln und innen austrocknen lassen.
  • Luft an die Füße lassen und regelmäßig barfuß laufen.
  • Wer bereits betroffen ist, führt seine Behandlung idealerweise konsequent durch und meidet, bis sie erfolgreich beendet ist, öffentliche Plätze wie Schwimmbad oder Sauna, um andere nicht anzustecken.

Mittel gegen Nagelpilz

Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben.