Mit E-Zigaretten gegen Nikotin-Kippen

E-Zigarette macht Dampf: Wie der alten Zigarette die Luft ausgeht

Die USA wollen der Zigarette das Suchtpotential nehmen. Der Nikotingehalt soll per Gesetz gesenkt werden. Ist die E-Zigarette eine Alternative oder vielleicht der Weg zur Entwöhnung?

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Rauchen

Ausgebrannt? Der klassischen Zigarette soll es an den Kragen gehen. Der Gegner: Die E-Zigarette.

Glimmstängel waren einst angesehen. Wer rauchte, war cool, erfolgreich und beliebt. Heute ist dieses Image kaum zu verstehen. Zigaretten stinken, sie schmecken nicht und dennoch sind ihnen viele Menschen verfallen. Die Argumente für den Rauchkonsum sind vielseitig: „Sie beruhigen mich, sie entspannen, sie schmecken mir halt, sie sind ein Genuss, ich gönne mir eben was“, husten die Raucher. Dagegen stehen die Nichtraucher mit ihren Argumenten: „Zigaretten sind ungesund, Rauchen verursacht Krebs, das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wird erhöht, man verliert einen Teil seines Geruchs- und Geschmackssinns, Raucher stinken“.

E-Zigaretten zur Suchtbekämpfung?

Bei einer Sucht ist es schwer, dem Süchtigen mit Logik zu begegnen. Erst wer aus eigener Überzeugung aufhören will, wird es schaffen. Dennoch ist das gesellschaftliche Bild über das Rauchen soweit verändert worden, dass immer mehr Raucher zumindest zum Teil aufhören wollen. Sie greifen zur E-Zigarette und versprechen sich davon weniger gesundheitsschädliche Nebenwirkungen als bei normalen Zigaretten. Die Hersteller werben damit, dass die E-Zigarette ein geeignetes Mittel ist, um das Rauchen herkömmlicher Zigaretten aufzugeben. Ob E-Zigaretten zur Raucherentwöhnung taugen, ist in der Fachwelt allerdings lange umstritten gewesen.

Doppelt so hohe Ausstiegschance

Mittlerweile darf man es als gesichert annehmen, dass E-Zigaretten die Chancen komplett aufzuhören, verdoppeln. Das renommierte British Medical Journal berichtet über eindeutige Auswertungen aus aufwändigen Langzeitstudien. Zigarettenraucher haben eine geringere Chance aufzuhören als Nutzer von E-Zigaretten. Umsteiger auf E-Zigaretten hörten mit dem Rauchen doppelt so häufig auf.

350.000 weniger Raucher

Da es sich um eine US-Studie handelt, kann man in den Jahren 2014 und 2015 hochgerechnet von 350.000 Rauchern ausgehen, die über den Weg der E-Zigarette aufhörten, zu rauchen. Die Inhaltsstoffe von E-Zigaretten sind bei Weitem nicht so schädlich und wurden zu Unrecht verteufelt. Der Weg des Aufhörens über die E-Zigarette zu nutzen, ist demnach eine sinnige Rauch-Stopp-Variante.
Zigarette

Zigaretten sind nicht cool. Zigaretten sind ungesund.

Nikotin – der Suchtmacherstoff

Es gibt eine sehr spannende Entwicklung: Ein Vorstoß der US-Gesundheitsbehörde soll den Papierzigaretten endgültig den Suchtzahn ziehen. Denn es ist das Nikotin, das zur Sucht führt. Fehlt es dem Körper, kommt es zu Entzugserscheinungen, welche das Aufhören erschweren und unangenehm machen.
Genau diesen Stoff will man per Gesetz soweit reduzieren, dass Suchterscheinungen nicht mehr auftreten. Ob sich die Lobby der Tabakindustrie zur Wehr setzt, bleibt abzuwarten. Es führt aber kein Weg daran vorbei, dass Rauchen extrem schädlich ist und zu der häufigsten Todesursache zählt, die sich vermeiden ließe: „Rauchen – die Folgen kompakt erklärt“.

Jugendliche: Einstiegsgefahr E-Zigarette

In Verbindung mit dem Umstieg auf E-Zigaretten könnte sich ein sehr erfolgversprechender Ansatz ergeben, der sich hoffentlich auch in der EU und in Deutschland herumspricht. Doch Vorsicht: Die Ärztezeitung berichtet von einem umgekehrten Weg. E-Zigaretten dienen Jugendlichen eher als Einstieg in die Zigarettenwelt als die Papierglimmstängel. Somit muss das gesellschaftliche Ablehnung des Rauchens weiter vorangetrieben werden. Nur dann kommen Kinder nicht in Versuchung, cool, beliebt und erfolgreich durch ein Stück qualmendes Papier zu werden.

E-Zigarette

Cornelia Diedrichs

von

Das Thema Gesundheit beschäftigt mich seit meiner Kindheit. Sie wird schmerzlich vermisst, wenn sie abhanden kommt. Ich beschäftige mich intensiv mit ihrer Bewahrung.