Heimtückische Infektion

Meningitis-Symptome: Die Krankheit betrifft jedes Alter

Die meisten Patienten einer Hirnhautentzündung sind Kinder. Doch können sich auch Erwachsene infizieren. Besonders tückisch: Die Meningitis-Symptome ähneln denen einer Grippe, weswegen selbst Ärzte manchmal zu langsam reagieren.

Datum:
Meningitis Symptome

Zu Meningitis-Symptomen gehören ein versteifter Nacken und häufig auch hohes Fieber.

Bakterien, Viren, Pilze, ein Zeckenbiss gehören zu den Verursachern einer Meningitis. Symptome und Verlauf der durch Viren, Pilze und Zecken ausgelösten Formen sind in der Regel milder. Bakterien (meist Meningokokken) sind in Deutschland die häufigsten Erreger einer weit schwereren Form der Hirnhautentzündung. Insbesondere Babys, Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Die Erkrankung tritt aber in jeder Altersgruppe auf. In Deutschland kam es laut Robert Koch Institut im Jahr 2015 zu 287 Erkrankungen einer bakteriellen Meningitis. 28 Fälle verliefen tödlich. Einer von 100 Menschen trägt Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum und steckt andere Menschen möglicherweise unbemerkt an – und zwar vor allem, wenn er selbst nicht erkrankt. Unter pubertierenden Jugendlichen geben potentiell sogar bis zu 25 Prozent den Erreger weiter. Aus welchen Gründen diese gefährliche Erkrankung nur bei einer geringen Anzahl der Keimträger ausbricht, haben Wissenschaftler bis heute noch nicht eindeutig geklärt.

Galerie: Fieberthermometer: 7 Besteller fürs einfache Fiebermessen

Meningitis – die Gefährdung ist eine Altersfrage

Mit einigen Menschen haben die Bakterien ein leichteres Spiel. Neugeborene, Kinder und Jugendliche sind besonders häufig Opfer der Meningitis.
  • Neugeborene stecken sich manchmal bei ihren Müttern während der Entbindung an.
  • Besonders gefährdet sind Frühchen. Gefährlich wird es, wenn die Fruchtblase vorzeitig platzt und das Ungeborene stundenlang den Erregern ausgesetzt ist.
  • Kleinere Kinder sind besonders anfällig für Infektionen, weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist. Die verbreitetsten Erreger sind Pneumokokken und Meningokokken B.
Aber auch Erwachsene, vor allem Ältere und Patienten mit eingeschränkter Abwehrkraft, sind vor der Hirnhautentzündung nicht sicher. Pneumokokken, Meningokokken und eine ganze Reihe weiterer Erreger können Entzündungen des Mittelohrs (Otitis media) und der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) hervorrufen. Heilen sie nicht aus, können sich die Erreger weiter ausbreiten und eine Meningitis verursachen.
Außerdem gefährdet sind Reisende: Südlich der Sahara, vom Senegal bis Äthiopien, erstreckt sich ein Gebiet, das Experten den „Meningitis-Gürtel“ nennen. Klimatische Bedingungen und beengte Wohnverhältnisse verursachen dort jährlich Meningitis-Epidemien.

Die häufigsten Meningitis Symptome

Seit die Meningitis 1805 erstmals beschrieben wurde, nennen Mediziner sie auch „epidemische Genickstarre“. Die Infektionskrankheit führt dazu, dass sich die Häute (Meningen) entzünden, die das Gehirn und das Rückenmark schützend umschließen.
Leitsymptom der Krankheit ist der versteifte, schmerzende Nacken. Hinzu kommen häufig
  • hohes Fieber
  • starkes Krankheitsgefühl
  • Schüttelfrost
  • heftige Kopfschmerzen
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • mitunter Verwirrung
Die Symptome entwickeln sich meist innerhalb weniger Stunden. Da sie unspezifisch sind und an eine schwere Erkältung oder Grippe erinnern, reagieren manche Eltern, Betroffene und sogar manchmal Ärzte nicht schnell genug. Dabei endet eine Hirnhautentzündung, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, möglicherweise tödlich. Oder sie hat zumindest schwerwiegende Folgen wie
  • Taubheit
  • Epilepsie
  • schwere kognitive Beeinträchtigungen
  • Hydrozephalus (Wasserkopf)

Diagnose über Blut und Rückenmarksflüssigkeit

Liegen die genannten Symptome oder einige davon vor, besteht ein medizinischer Notfall. Der Patient gehört sofort ins Krankenhaus. Dort gibt eine Blutuntersuchung und die Analyse der Hirn-Rückenmarksflüssigkeit Gewissheit über die Krankheit und den genauen Erreger. Daraus leiten Ärzte dann die Therapie ab.

Therapie der Infektionskrankheit

Besteht der Verdacht auf die gefährlichste Form der Hirnhautentzündung – die bakterielle Meningitis – handeln Ärzte meistens sofort ohne gesicherte Diagnose und verabreichen ein Antibiotikum. Steht dann das Ergebnis der Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit fest, ist der konkrete Auslöser bekannt, passen die Behandler die Antibiotikatherapie gegebenenfalls an. Die zusätzliche Gabe von Kortisonpräparaten hilft möglicherweise, Komplikationen zu verhindern. Haben Viren die Meningitis ausgelöst, unterstützen Medikamente die Heilung des Patienten lediglich, da es keine direkte Therapie gegen Viren gibt. Allerdings verläuft die virale Form weniger schwer als die bakterielle. Bettruhe, Schmerzmittel und ausreichend Flüssigkeit unterstützen den Heilungsprozess.

Impfung gegen verschiedene Erreger

Verschiedene Schutzimpfungen beugen unter Umständen einer bakteriellen Meningitis vor. Dazu gehören die
  • Impfung gegen Meningokokken: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Kindern im zweiten Lebensjahr eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C.
  • Impfung gegen Pneumokokken: Die Stiko empfiehlt sie für alle Kinder bis zum zweiten Geburtstag, für alle über 60 Jahre und Menschen mit chronischen Erkrankungen oder mit einem geschwächten Immunsystem.
  • Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzaeTyp B: Es empfiehlt sich dringend die Schutzimpfung zur Vorbeugung der Krankheiten durch Hib. Besonders gefährdet sind Kinder ab sechs Monaten, deshalb sollten Eltern die Impfung möglichst frühzeitig beginnen und vollständig abschließen.
Eine Impfung schützt nicht nur davor, an einer bakteriellen Meningitis zu erkranken. Wenn sich möglichst viele immunisieren lassen, hilft das auch Ungeimpften. Denn der Impfschutz verhindert, unbemerkt Träger und Verteiler eines Krankheitserregers zu sein.

Fieberthermometer

Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben.