Jogger-Knie im Streik

Läuferknie: Diese Behandlungen helfen Ihnen

Das Läuferknie ist gefürchtet bei Joggern. Die Schmerzen im Knie machen sportliche Höchstleistungen unmöglich. Doch was hilft beim "runners knee"?

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Läuferknie behandeln

Läuferknie – eine starke Muskulatur und die richtigen Laufschuhe helfen.

Schmerzen im Knie beim Joggen im Wald, intensiven Radfahren und später schon beim ganz normalen Gehen sind der reinste Horror für alle ambitionierten Läufer. Hinter den Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenks steckt manchmal ein „Läuferknie“ oder Englisch „runners knee“. Für Orthopäden heißt die Krankheit komplizierter, nämlich Iliotibiales Bandsyndrom (ITBS), Tractus-Iliotibialis-Syndrom oder Tractussyndrom. Der Name kommt vom Tractus iliotibialis, einem Faszienstreifen an der Außenseite des Oberschenkels, der die Muskulatur stützt. Das Läuferknie entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern schrittweise. Nach und nach nehmen die Knieschmerzen (Außenseite) immer weiter zu und treten schließlich schon in Alltagssituationen auf. Beim Läuferknie sind die Schleimbeutel am Knie gereizt und entzündet. Diese Schutzpolster liegen an mehreren Stellen des Körpers und federn mechanische Belastungen beim Laufen und Gehen ab. Wer seinen Sport liebt, frag sich meist als erstes: Läuferknie - was tun?

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Läuferknie-Behandlung – die wichtigsten Therapien

Personen mit einem Läuferknie helfen folgende Behandlungen:
  • Trainingspause! Schonen Sie sich, wenn Sie Schmerzen im Knie haben. Verzichten Sie einige Tage auf das Joggen und warten Sie ab, bis die Knieschmerzen abgeklungen sind. Vorsichtiges Radfahren oder Schwimmen sind einen Versuch wert, wenn Sie nicht auf Sport verzichten wollen. Danach legen Sie auch nicht gleich wieder mit Volldampf mit dem Joggen los, sondern beginnen langsam mit dem Training (Partie an der Knieaußenseite mit Salben aufwärmen). Joggen Sie zum Beispiel einige Minuten und gehen dann einige Schritte. Wechseln Sie bei Läuferknie anfangs häufiger zwischen Laufen und Gehen hin und her.
  • Kryotherapie: Kälte wirkt gut bei akuten Schmerzen (bei chronischen Schmerzen hilft eher Wärme). Die Kältebehandlung lindert Schmerzen, fördert die Durchblutung, kurbelt den Stoffwechsel, wirkt abschwellend und bremst Entzündungen. Kälte führen Sie am besten in Form von Kühlpads (Cold-and-Hot-Packs) zu. Wickeln Sie das Kühlmittel immer in ein Handtuch oder Ähnliches ein, wenn Sie es aus der Gefriertruhe nehmen. Platzieren Sie es nie direkt auf die Haut – es drohen Erfrierungen! Wiederholen Sie die Kältebehandlung häufiger pro Tag.
  • Entzündungshemmende, schmerzlindernde Gels und Salben, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Diclofenac oder Ibuprofen, rücken den Läuferknie-Symptomen ebenfalls wirksam zu Leibe. Es gibt sie oft rezeptfrei in der Apotheke oder im Internetversandhandel.
  • Schmerzmittel in Form von Tabletten lindern die Schmerzen ebenfalls und bremsen entzündliche Prozesse. Wirksam sind beispielsweise Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), etwa die Wirkstoffe Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Auch diese sind in niedrigeren Dosierungen rezeptfrei erhältlich. Nehmen Sie aber Schmerzmedikamente nicht zu lange ein, ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt zu halten.
  • Kortison ist ein äußerst wirksames entzündungshemmendes Mittel, das eventuell auch bei Läuferknie hilft. Ärzte infiltrieren das Medikament direkt ins schmerzende Knie. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Kortison für Sie in Frage kommt.
  • Physiotherapie: Es gibt spezielle Läuferknie-Übungen, welche den oft verkürzten Tractus iliotibialis dehnen und die mechanische Belastung der Schleimbeutel vermindern.
  • Friktionstherapie: Spezielle Massagen helfen eventuell beim Läuferknie; der Physiotherapeut bewegt die schmerzenden Bereiche gezielt mit den Handballen oder Fingerspitzen. Manche Patienten empfinden die mechanische Bearbeitung der Schmerzpartien mit den Händen aber als schmerzhaft. Sie selbst unterstützen den Heilungsverlauf beim Läuferknie durch Eisabreibungen für etwa zehn Minuten, Kalt-Warm-Wechselbäder oder Wärmepackungen.

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Lässt sich einem Läuferknie vorbeugen?

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist es, den Druck auf die Schleimbeutel zu verringern. So entzünden sie sich nicht und verursachen auch keine Schmerzen. Auch eine starke Muskulatur an den Oberschenkeln, Beinen und Rücken schützt bis zu einem gewissen Maß vor Läuferknie. Mit einer guten Lauftechnik beugen Sportler einem Läuferknie vor. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Auswahl der richtigen Laufschuhe. Ungeeignete Joggingschuhe fördern das Läuferknie. Lassen Sie Ihr Laufverhalten auf einem Laufband im Sportgeschäft analysieren – danach wählen Sie die passenden Laufschuhe.

Schmerzmittel

Ingrid Müller

von

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