Gesund oder einfach nur unhygienisch?

Streitfrage: Hund im Bett – darf das sein?

Jeder fünfte Deutsche nimmt sein Haustier mit ins Bett, ergab die Umfrage eines Immobilienportals. Doch was die einen lieben, ist für die anderen einfach nur unhygienisch.

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Hund im Bett

Hund im Bett – einige finden das unhygienisch andere gemütlich.

Vorausschickend sei erst einmal gesagt, dass für den Hund nichts dagegenspricht, mit seinem Menschen das Lager zu teilen. Im Gegenteil: Hunde sind Rudeltiere, die enge soziale Bindungen lieben. Regelmäßiger und enger Körperkontakt gehört zu ihrem natürlichen Verhalten. Vor allem für junge Hunde bedeutet es eine immense Umstellung, wenn sie ihre Mutter und die Geschwister verlassen müssen, mit denen sie eng zusammengekuschelt die Nacht verbrachten, um dann ganz allein in einem Körbchen zu schlafen.
Für den Menschen gibt es eine Reihe Argumente für und auch gegen den Vierbeiner im Bett.

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Warum der Hund im Bett gesund ist:

Der pelzige Freund mindert Stress

Das zärtliche Beieinanderliegen und Streicheleinheiten führen zu einer Ausschüttung des Hormons Oxytocin. Es handelt sich um das Bindungshormon, das auch Eltern im Zusammensein mit ihren Kindern ausschütten.

Hundeatmen hilft einzuschlafen

Wer dem ruhigen Schnaufen seines Tieres lauscht, dessen Atem beruhigt sich ebenfalls. Sein Puls verlangsamt sich und er schläft möglicherweise schneller ein. Das gleichmäßige Atmen eines Hundes hat eine beruhigende Wirkung auf den Körper. Es dämpft Stress und schützt so das Herz des Menschen.

Der Vierbeiner wärmt das Bett

Im Winter bietet ein Hund im Bett noch einen weiteren Vorteil, der zu erholsamem Schlaf verhilft: Hunde haben eine Körpertemperatur von 38 bis 38,5°C. Damit sind sie ideale Wärmflaschen, die noch dazu die ganze Nacht konstant Hitze abgeben.

Der Hund macht glücklich

Studien haben gezeigt, dass sich Menschen mit Depressionen besser fühlen, wenn sie einen Hund an ihrer Seite haben. Die Tiere bieten bedingungslose Liebe und machen es Menschen so leichter, ihr Herz zu öffnen und an sich zu arbeiten.

Was den Hund im Bett unhygienisch macht

Vierbeiner verstoßen gegen Hygieneregeln

Der Hund bringt Schmutz und Keime ins Bett. Er läuft durch die schmutzigen Straßen der Stadt, springt über matschige Feldwege, streift mit seinem Fall an verpinkelten Straßenlaternen vorbei. Wenn Sie Ihren Hund trotzdem ins Bett nehmen, aber unter Allergien oder Asthma leiden, wischen Sie ihm vorher die Pfoten und das Fell mit einem feuchten Tuch ab.

Der Hund beherbergt Parasiten

Hunde haben möglicherweise Würmer, Zecken oder Flöhe. All diese Parasiten springen leicht auf den Menschen über. Wer also sein Lager mit einem Vierbeiner teilt, entwurmt ihn besser alle Viertel Jahre und achtet darauf, dass er keine Ektoparasiten wie Zecken oder Flöhe mitbringt. Sie sind nicht nur eklig, sondern übertragen auch Krankheiten wie Borreliose. Zudem gibt es bakterielle Krankheiten, sogenannte Zoonosen, die der Hund an den Menschen weitergibt.

Vierbeiner schlafen unruhig

Hunde haben einen anderen Schlaf als Menschen. Sie wachen häufig auf, springen vom Bett, hüpfen wieder hinein. Sie kratzen sich mit den Pfoten und schlecken sich den Bauch. Wenn Sie einen leichten Schlaf haben, wachen Sie immer wieder auf, wenn der Hund aktiv wird. Das schadet Ihrer Nachtruhe.

Pelzige Freunde bestehen auf ihrem „Recht“

Wer seinen Hund ins Bett lässt,denkt besser auch über langjährige Konsequenzen nach. Was ist, wenn er alt wird, aus dem Maul riecht, an Verdauungsproblemen oder einer Krankheit leidet? Ihn dann aus dem Bett zu verdammen, ist grausam. Was, wenn ein neuer Partner kommt, der den Hund unter der Decke nicht akzeptiert? Solche Veränderungen führen unweigerlich zu Konflikten, die Sie vermeiden, wenn Sie Ihrem Vierbeiner von Anfang an ein eigenes Bett zuteilen.

Allergiker-Bettwäsche

Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben.