Besser beweglich

Frozen Shoulder: Was hilft bei Schulterschmerzen?

Bei Frozen Shoulder schießen bei alltäglichen Handgriffen plötzlich Schmerzen in die Schulter ein. Was hilft bei Schultersteife? Die besten Frozen Shoulder-Behandlungen - ohne Operation!

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Frozen Shoulder

Frozen Shoulder – eine Operation ist meist überflüssig.

Die Frozen Shoulder kommt für die meisten Menschen aus heiterem Himmel: Bei alltäglichen Bewegungen, etwa Kopfüberbewegungen wie beim Haare-Föhnen, schießen plötzlich Schmerzen in die Schulter ein, die nur langsam wieder abklingen. Vermutlich entstehen die Schulterschmerzen aufgrund einer Entzündung der Schultergelenkkapsel, bei der sich narbenähnliche Verklebungen und Verwachsungen in der Gelenkkapsel bilden und sich das Kapselgewebe verdickt. Oft finden Ärzte aber auch keine Ursache der Frozen Shoulder. Nach und nach wird die Schulter immer unbeweglicher und versteift. Eingefrorene Schulter, Schultersteife oder adhäsive Kapsulitis nennen Orthopäden die Frozen Shoulder. Sie betrifft vor allem Menschen zwischen 40 und 60 Jahren – Frauen öfters als Männer. Etwa zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung erkranken an der Frozen Shoulder, schätzen Ärzte. Darunter sind viele Diabetiker. Bei etwa einem Viertel der Patienten entzünden sich gleich beide Schultern. Schulterschmerzen und Frozen Shoulder – was hilft?

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Frozen Shoulder: Behandlung mit Schmerzmitteln

Die Frozen Shoulder verläuft in drei Phasen: Die Schulter schmerzt, friert ein, dann löst sich die Schultersteife wieder und die Beweglichkeit kommt zurück. Die Schultersteife heilt in vielen Fällen von selbst aus, aber dafür brauchen Sie viele Monate Geduld. In dieser Zeit lindern Ärzte aber die Symptome wie Schulterschmerzen und verbessern später die Beweglichkeit mit konservativen Maßnahmen, also ohne Operation.
Gegen die Schulterschmerzen bei Frozen Shoulder helfen folgende schmerzlindernde Maßnahmen:
  • Schmerzmittel: Ärzte setzen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente ein, meist sogenannte Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Beispiele für Wirkstoffe sind Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac; es gibt sie rezeptfrei in der Apotheke oder im Internetversandhandel als Tabletten oder Cremes und Gels zur lokalen Schmerzbehandlung. Achtung: Nehmen Sie Schmerzmittel nicht dauerhaft ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ein!
  • Kortison wirkt stark entzündungshemmend; das Medikament gibt es als Tabletten, oder Ärzte injizieren das Kortison direkt in das Schultergelenk
  • Physikalische Therapien: Wärme (Bäder, Wickel, Infrarot) hilft eher bei chronischen Schmerzen, Kälte bei akuten Schmerzen.
  • Distensions-Arthrografie (Hydrodilatation): der Arzt injiziert zunächst Kortison und ein Betäubungsmittel in das Schultergelenk; dann dehnt er die Gelenkkapsel vorsichtig, indem er langsam Kochsalzlösung in diese einbringt. So lassen sich Vernarbungen und Verklebungen der Schultergelenkkapsel lösen und die Beweglichkeit des Schultergelenks verbessern.

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Frozen Shoulder

Bei Schulterschmerzen ist eher Schonung und Ruhe der Schulter angesagt. Stehen in der Phase zwei die Schulterversteifung und Bewegungseinschränkungen im Vordergrund, helfen Dehnübungen und Physiotherapie. Sie mobilisieren das Schultergelenk wieder und verbessern die Beweglichkeit. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten wirksame Übungen zeigen. Manchmal setzen Ärzte bei Frozen Shoulder die Lasertherapie, Magnetfeldtherapie oder Kurzwellen-Diathermie (Gewebe wird mit Strom erwärmt) ein. Die Wirksamkeit dieser Methoden ist bislang nicht ausreichend nachgewiesen.
Eine Operation der Frozen Shoulder ist normalerweise nicht nötig, weil sie von selbst ausheilt. Sie kommt nur zum Einsatz, wenn konservative Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) entfernt ein (erfahrener!) Chirurg die Verklebungen und Verwachsungen. Wichtig ist eine Physiotherapie im Anschluss, damit die Frozen Shoulder beweglich bleibt!

Schmerzmittel

Ingrid Müller

von

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