Naja, naja ...

Happybrush: Praxis-Test der „echten” DHDL-Zahnbürste

Nach ihrem Auftritt bei „Die Höhle der Löwen”, hat sich die Happybrush Schallzahnbürste gleich in die Bestsellerliste von Amazon geschoben. Gepitcht wurde in der Show jedoch die rotierende Zahnbürste. Wir haben uns das neueste Modell im Praxis-Test näher angeschaut.

Datum:
Happybrush im Test

Die Happybrush passt auf jedes Eck. Doch: Steht sie dort lange?

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Wer eine nicht allzu teure elektrische Zahnbürste sucht, könnte mit der Happybrush vielleicht ganz zufrieden sein. Die versprochene lange Akkuleistung spricht ebenso für sie für sie wie verschiedene Putzmodi, der 2-Minuten-Countdown und der Quadranten-Timer. Die Happybrush ist kompakt und stylish. Der Flexkopf überzeugte leider so gar nicht in der Praxis. Er hinterließ wundes Zahnfleisch und das Putzen fiel mit der klobigen Bürste schwer. Größtes Manko: die Qualität. Die Verarbeitung passt nicht zum Preis von 50 Euro: Zahnbürste, Aufsteckbürste, Ladegerät – das geht alles besser. Auch die Ladestation ist optimierbar.

Pro

  • Akku macht einen guten Eindruck
  • Drei Putzmodi
  • 2-Minuten-Countdown in der Ladestation
  • Quadranten-Timer
  • Stylisches Design
  • Günstige Nachkaufbürsten

Kontra

  • Uhrzeit auf der Ladestation nicht (von mir) einstellbar
  • Flexkopf ist alles andere als „liebevoll”
  • Bürstenkopf vergleichsweise klobig
  • Ladestation regelmäßig voll Wasser
  • Verarbeitung mit Mängeln
  • Preis-Leistung stimmt beim Starter-Kit nicht

Happybrush Starter-Kit

Die Happybrush in aller Munde – so wünschen es sich die Erfinder der neuen Zahnbürstenästhetik. Die Hipster-Bürsten sollen glückliche Zähne machen und dabei auch noch gut ausschauen. Im Angebot derzeit: eine etwas ältere Schallzahnbürste, die viele nun getestet haben, und eine brandneue rotierende elektrische Zahnbürste, die auch bei „Die Höhle der Löwen” erfolgreich gepitcht wurde. Ein Investment gab es – allerdings auch einige Happybrush-Kritik. Wir wollten uns über die DHDL-Happybrush ein eigenes Bild machen und haben sie getestet.
Happybrush - Unboxing

Die Happybrush punktet mit einem gefälligen Design.

Happybrush rotierende Zahnbürste: Funktionen im Überblick

Die Happybrush weckt zunächst einmal mit ihrem Design Aufmerksamkeit. Modern in Schwarz-Türkis oder Weiß-Türkis gehalten spricht sie eine trendbewusste Zielgruppe an. Die Macher der Happybrush versprechen einen „speziellen Flexkopf”, der bei zu viel Druck nachgeben soll. Hinzu kommen „hochwertige Triple-Borsten”, die mit einer Rotation von bis zu 8.800 pro Minute putzen und nach Gründerangaben doppelt so gründlich sein sollen, wie am Markt befindliche Modelle. Die intelligente Ladestation zeigt entweder die aktuelle Uhrzeit an oder einen 2-Minuten-Putzcountdown. Damit ihr nicht nur einseitig putzt, ist ein Quadranten-Timer integriert. Der Power-Akku soll bis zu drei Wochen halten und es gibt verschiedene Putzmodi.
Happybrush - Qualität

Keiner Dämpfer bereits beim Auspacken. Eine saubere Verarbeitung des lächelnden Power-Knopfes wäre schön gewesen.

Happybrush: Verarbeitung und Bedienung

Die rotierende elektrische Zahnbürste von Happybrush kommt in einem schicken Designkarton nach Hause. Umso verwunderter ist man dann, wenn man gleich auf den ersten Blick offensichtliche Qualitätsfehler in der Verarbeitung entdeckt: der Powerknopf ist nicht sauber ausgeschnitten und schwergängig. Auch am Bürstenkopf sehe ich bereits beim Auspacken einzeln abstehende Borsten. Das Material des Griffs mutet leicht gummiartig an – nicht schlecht, aber qualitativ nicht besonders hochwertig. Beim schwarzen Modell der Happybrush sind flugs erste Fingerabdrücke zu sehen. Das Design an sich ist schlicht und schick. Die Farbkombination sehr modern. Die Happybrush lässt sich wirklich sehr einfach bedienen: Bürstenkopf aufstecken, Powerknopf drücken und losputzen. Mit mehreren Drücken stellt ihr den Putzmodus ein: Normal, Sensitiv oder Polieren. Damit wird die Rotationen erhöht bzw. verringert: 8.800, 6.500 und 7.000 bis 8.800 pro Minute. Das funktioniert alles recht gut, wenn man herausgefunden hat, wie man genau drücken muss. „Sensitiv” war allerdings nicht wirklich sensitiv, was wohl aber auch an der Bürste lag.
Happybrush - Bürste und Ladestation

Die Bürste verliert bei regelmäßigem Gebrauch ihre Farbe und muss ersetzt werden. Die Uhrzeit der Happybrush-Ladestation konnte ich nicht einstellen. Die Funktionen der Ladestation (Uhr, Countdown, Modi-Anzeige) klappen nur mit Stromanschluss – sonst bleibt alles Schwarz – und nass ...

Happybrush: Bürsten und Ladestation

Naiverweise ging ich in diesen Test mit der Annahme, dass eine Flexbürste wirklich auf Druck reagiert und das Zahnfleisch schont. Das ist bei der Happybrush leider nicht so. Bereits nach einmal putzen hatte ich wundes Zahnfleisch. Zugegeben: die elektrische Zahnbürste, die ich sonst nutze, macht da schon einen verdammt guten Job und wahrscheinlich waren die Erwartungen zu hoch. Doch wenn man einen Flexkopf verspricht, der nachgibt, sollte man dies auch beim Putzen spüren. Auch mit der Putzleistung war ich nicht zufrieden. Die Happybrush nimmt das Gröbste mit, aber so richtig rein fühlten sich meine Zähne nach dem Putzen nicht an. Ich hatte immer noch das Gefühl, einen Belag auf den Zähnen zu haben und auch in den kleinen Ecken hinten fehlte mir die Power. Problematisch: der Bürstenkopf ist recht klobig. Ich hatte beim Putzen Schwierigkeiten hinten in den Bereich der Weisheitszähne zu kommen. Was dagegen für die Happybrush spricht, ist der Zwei-Minuten-Putz-Countdown, der auf der Ladestation angezeigt wird – wenn die Ladestation eingestöpselt ist. Alle 30 Sekunden meldet sich der integrierte Quadranten-Timer, der signalisiert, dass ihr nun in einem anderen Bereich putzen sollt. Einige andere elektrische Zahnbürsten signalisieren das direkt mit einem kurzen Signal der Bürste – ohne Blick auf eine Ladeschale. Ob das also ein Fortschritt ist? Warum die Ladestation mit USB-Kabel geladen werden muss, bleibt mir schleierhaft. Auch wie man die aktuelle Uhrzeit auf der Ladestation einstellt, erschloss sich mir nicht. Über meinen iMac ging es jedenfalls nicht. Ebenfalls nicht optimal: Nach dem Reinigen der Bürste stellt ihr die Zahnbürste in die Ladestation. Resultat: Das in den Borsten noch enthaltene Wasser tropft herunter und sammelt sich in der Ladestation. Beim nächsten Putzen habt ihr dann eine nasse Bürste in der Hand. Der Test der Happybrush lief nur über drei Tage – mein Zahnfleisch dankt es mir – daher konnte ich den Akku nicht ausgiebig testen. Er benötigt jedoch an die 16 Stunden für eine Komplettladung und macht zumindest den Eindruck, als könnte er lange durchhalten.
Happybrush - Bedienung

Die Bedienung der Happybrush an sich ist leicht. Nur passte der große Bürstenkopf nicht recht zu meinem Mundraum. Allerdings bin ich auch kleinere Bürsten gewöhnt. Für einen Einzelpreis von 2,50 Euro sind die Happybrush-Nachkaufbürsten vollkommen okay.

Happybrush: Preise und Preis-Leistung

Die Happybrush kommt im Starter-Kit für 49,95 Euro. Darin enthalten sind neben der elektrischen Zahnbürste, eine Aufsteckbürste, eine Ladestation, ein USB-Ladekabel für die Ladestation plus Stecker, sowie das hauseigene vegane Zahngel. Letzteres kann für einen Preis von 2,95 Euro nachgekauft werden. Die Aufsteckbürsten gibt es im Zweierpack für 4,95 Euro. Unschlagbar günstig, will man meinen. Dass man da bei der Qualität eben Abstriche machen muss, sollte jedem klar sein. Die Preis-Leistung der Happybrush ist eher ernüchternd. Hier bezahlt ihr vor allem die gute Werbestrategie. 50 Euro halte ich für überteuert. 25 bis 30 Euro wäre ein angemesserner Preis. In diesem Preissegment wäre sie qualitativ gut angesiegelt. ABER: Happybrush hat derzeit eine 100-Tage-Geld-Zurück-Garantie. Wenn ihr euch unsicher seid, könnt ihr die elektrische Zahnbürste also ohne Risiko selbst testen! Münder sind ebenso unterschiedlich wie Geschmäcker. Vielleicht überzeugt euch die Happybrush ja. Aber Achtung: Die Garantie gibt es nur für das 50-Euro-Starterkit direkt bei Happybrush. Bei DM gibt es die Zahnbürste bereits für 39,95 Euro – dann aber ohne Garantie und ohne Zahngel.

Happybrush Starter-Kit

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.