Das kleine Schlaflabor für Zuhause

Beurer SE 80 SleepExpert im Schlaf-Test

Der Beurer SE 80 SleepExpert analyisert Schlafphasen, Wach- und Schlafzeiten, Atmung, Herzschlag und Erholungsparameter. Ob ihr damit auch eure persönlichen Schlafgewohnheiten verbessern könnt, zeigt unser Test.

Datum:
Beurer SE 80 SleepExpert im Test

Der SE 80 SleepExpert von Beurer analysiert eure Schlafgewohnheiten.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Beurer SE 80 SleepExpert bietet eine Vielzahl an Schlafanalysedaten. Je nach Stärke der Bewerungen im Schlaf werden diese getrackt. Neugierig macht die App auf jeden Fall. Insbesondere Referenzwerte und manuelle Tagebucheinträge machen Lust auf mehr Details. Das Design ist grundsätzlich übersichtlich und gut – wäre es nur nicht in der Android-Version so verschoben. Ein Ärgernis: Der Schlafsensor lässt sich nicht zuverlässig mit der App koppeln. Der Todesstoß: Die App will eine Berechtigung aufs Telefonieren haben – komplett unsinnig bei einem Schlaftracker und eine Sicherheitsgefahr. In Kombination mit den AGBs ist hier leider keine Empfehlung möglich. Wer dennoch mag: Auf eigenes Risiko!

Pro

  • Private Daten wie Alter und Gewicht sind nicht zwangsweise nötig zum Nutzen der App
  • Fresh Wake Schlafphasenwecker weckt bei Leichtschlaf
  • Starke Bewegungen werden gut erkannt
  • Manuelle Eingabe von Einflussfaktoren wie z.B. Mahlzeiten möglich

Kontra

  • Schlafanalyse läuft nur, wenn die App an ist
  • Schlafsensor koppelt nicht zuverlässig mit dem Smartphone
  • App-Berechtigung inakzeptabel
  • AGBs machen keine Laune auf persönliche Datenanalyse
  • Ungenau bei Schlafqualität
  • Atmung und Herzschlag werden nicht zuverlässig erkannt
  • Layout in der Android-Version verschoben und Text abgeschnitten

Beurer SE 80 SleepExpert

Schon wieder schlecht geschlafen? Vielleicht lohnt da ein genauer Blick auf eure Schlafgewohnheiten. Oftmals unterschätzen wir den Einfluss externer Faktoren, reden uns ein, dass wir eigentlich rechtzeitig ins Bett gehen oder denken schlicht, dass wir weniger schlafen als wir es tatsächlich tun. Bei nicht krankheitsbedingten Schlafstörungen können wir den Ursachen für schlechten Schlaf mit einem Schlaflabor für Zuhause auf den Grund gehen. Spezielle Schlaftracker lassen sich unter der Matratze platzieren und analysieren anhand eurer Bewegungen Schlafphasen, Wachzeiten und Bettausstiege. Der SE 80 SleepExpert von Beurer soll genau das tun. Daher habe ich mir den Bluetooth-Schlaftracker etwas genauer angesehen.
Der SleepExpert im Test

Der SleepExpert von Beurer kommt mit Schlafsensor und Steckernetzteil. Die App dazu gibt es für iOS oder Android.

Beurer SleepExpert: Vor dem Schlaf kommt die AGB-Hölle

Wer sich den SE 80 SleepExpert von Beurer zulegt, muss ihn zunächst einmal mit der dazugehörigen App koppeln und sich darüber registrieren. Gerne überliest man die AGBs und Datenschutzhinweise. Hier sollte man dies jedoch nicht tun. Die SleepExpert-App ist in Kooperation mit dem israelischen Unternehmen EarlySense entstanden, die nunmehr zwei eigene Schlafsensoren plus App auf dem internationalen Markt haben. Experten in ihrem Fach, will man meinen. Das Problem: AGBs, Datenschutz und App-Berechtigungen. So verlangt die App Zugriff aufs Telefon. Diese Berechtigung benötigt der SleepExpert natürlich keinesfalls. Aber: Theoretisch kann die App ohne euer Zutun Telefonanrufe tätigen und öffnet so ein riesiges Tor für Missbrauch. Sollte dies passieren, spricht sich EarlySense passenderweise in den AGBs gleich davon frei. Schuld seid im Zweifel immer ihr selbst. Auch künftige Gebühren schließt EarlySense nicht aus. Und: EarlySense gewährleistet keine Korrektheit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit oder Nützlichkeit seines Dienstes. An diesem Punkt dachte ich längst nicht mehr an Schlaf, sondern nur noch an Datenklau und wie viel mich diese App kosten könnte. Ganz, ganz großes Minus. Denn: Die Berechtigung fürs Telefonieren lässt sich später zwar wieder entziehen – doch die App funktioniert dann nicht mehr.
Beurer SleepExpert benötigt eine App

Nach der Installation der Beurer-SleepExpert-App müsst ihr euch registrieren. Erst dann verbindet sich der Schlafsensor mit der App und analysiert euren Schlaf.

Einschlafen mit dem SleepExpert

Ist die App installiert und seid ihr registriert, koppelt ihr das Gerät und alles ist bereit für die große Schlafanalyse. Den SleepExpert von Beurer legt ihr unter die Matratze auf Schulterhöhe circa 15 cm vom Bettrand entfernt. Der Sensor misst eure Bewegungen im Schlaf – und das in aller Ausführlichkeit. REM-, Leicht- und Tiefschlafphase erkennt das Gerät ebenso wie Herzschläge und Atmung pro Minute. Der SleepExpert misst Einschlafdauer, Wachzeiten und wie oft ihr aus dem Bett ausgestiegen seid. Auch Atemaussetzer werden festgehalten. Ein Schlafphasenwecker soll euch in einer leichten Schlafphase wecken, damit ihr erholter aufwacht. Fresh Wake nennt sich das bei Beurer. Die Crux: Der Schlaftacker misst nur solange die App an ist. Denn das Gerät selbst speichert keine Daten. Und schon das nächste Problem: Nicht immer wurde der Sensor von der App gefunden. Wer müde ins Bett geht und dann erst einmal am Sensor – unter der Matratze – herumfummeln muss, steigt dann garantiert wieder aus dem Bett aus – oder der SE 80 SleepExpert wurde in meinem Fall dann erst gar nicht bemüht. Denn: Das Gerät soll automatisch erkennen, wenn ich ins Bett gehe. Gut funktionierte das nur selten.
Beurer SleepExpert Schlafanalyse

Die Beurer-SleepExpert-App bietet eine Vielzahl von Schlafstatistiken, die auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis ausgewertet werden.

Schlafanalyse mit dem SleepExpert

Die App liefert euch am Morgen jede Menge Daten. Sie zeigt euch z.B. einen SleepScore an – je höher der Wert, umso besser war euer Schlaf. Theoretisch. Denn selbst wenn ich komplett gerädert aufwachte, zeigte mir die App oft einen hohen Wert an. Das Gerät erkannte offenbar keine Anzeichen eines besonders unruhigen Schlafes. Bei wenig Schlaf passte das Ergebnis schon eher. Ganz offensichtliche Indikatoren, wie z.B. Ausstiege aus dem Bett, wurden zuverlässig getrackt. Bei Atmung und Herzschlägen ist der Sensor nicht allzu genau. Starkes Hin- und Herwälzen erkannte das Gerät. Gut: In einem Schlaftagebuch könnt ihr manuelle Einträge dazu vornehmen, was ihr in den letzten sechs Stunden vor dem Schlafengehen zu euch genommen bzw. gemacht habt: alkholische oder koffeinhaltige Getränke, Sport, schwere Mahlzeiten. Ihr vermerkt Stress-Level und aktuelle Laune. Auch die Mondphasen werden euch angezeigt.

Galerie: 7 beliebte Schlaftracker, die dir beim Durchschlafen helfen

Besser schlafen mit dem SE 80

Unabhängig von der Genauigkeit der Daten könnt ihr den Schlaftracker auf jeden Fall dazu nutzen, Verhaltensmuster aufzuspüren, wenn sie aus dem üblichen Rahmen eurer Schlafdaten fallen. Die App zeigt euch zwar auch Schlaftipps an, doch diese sind meist wenig hilfreich. Interessant sind dagegen die Referenzwerte zur Datenanalyse: Was ist denn so Standard? Liege ich unter oder über Plan? Darauf gibt der Beurer SE 80 SleepExpert zumindest Hinweise. Schade: Die Android-Version ist nicht angepasst, das Layout teilweise verschoben, der Text mal abgeschnitten: „Wenn Ihre Atemfrequenz beständig über oder unter dem Durchschnitt für Ihr Alter liegt, suchen Sie ggf.” Mögliche Antworten: a.) einen Arzt b.) einen guten Bestatter c.) einen besseren Schlaftracker. Der Rätselspaß kommt beim SleepExpert von Beurer gratis dazu. Wer den Schlafsensor regelmäßig nutzt und manuelle Eingaben nicht scheut, kann damit sicherlich dem ein oder anderen Problem in der eigenen Schlafhygiene auf den Grund gehen. Das leisten andere Schlaftracker allerdings auch. Mir half der SE 80 nicht, besser zu schlafen – im Gegensatz zu Sleep.Ink, einem Schlaftrunk, den ich zeitgleich testete.

Beurer SleepExpert: Kosten

Der SE 80 SleepExpert von Beurer kostet im Handel rund 130 Euro und liefert dafür jede Menge Zahlen und Werte für Statistikfans. Erhältlich ist der Schlafsensor bei vielen Elektrofachgeschäften, sowie z.B. auf Amazon.

Beurer SE 80 SleepExpert

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.