Vergiftete Eier

Grenzwertig: Wie gefährlich sind die Fipronil-Eier wirklich?

Nahezu täglich ist über irgendein Gift zu lesen, das als Rückstand in Lebensmitteln gefunden wurde. Aber welche Gesundheitsschäden drohen eigentlich bei der Überschreitung der zulässigen Grenzwerte?

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Wie gefährlich sind die Fipronil Eier?

Sind die Fipronil-Eier lebensgefährlich?

Sobald auch nur ein Hauch an Warnhinweisen seitens der Hersteller oder Labore auftaucht, nehmen die Supermärkte die Ware teils ganz aus dem Regal. Eigentlich eine tolle Sache, denn Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Grund zur Panik?

Sollte ein Kind vom verseuchten Schokoladenglas, vom vergifteten Ei und dem nitratbelasteten Wasser gekostet haben, wird es weder des Todes sein, noch muss es zum Arzt. Und das ist einfach erklärt. Zunächst einmal gelten toxische Grenzwerte, die international harmonisiert sind. Sie werden anhand von Versuchsergebnissen abgeleitet.
Zu beachten sind drei verschiedene Grenzwertangaben, die sehr logisch und sinnvoll sind:

1. ADI: Acceptable Daily Intake

Es handelt sich hierbei um einen Grenzwert, der bei lebenslanger und täglicher Einnahme als unbedenklich gilt. Speziell für besonders gefährdete Gruppen wie Kleinkinder und Ungeborene (in dem Fall über die Mutter).

2. ARfD = Acute Reference Dose

Dieser Grenzwert wird ebenfalls in mg pro kg Körpergewicht angegeben. Er bezeichnet die gerade noch unbedenkliche Tagesdosis bzw. Dosierung über einen kurzen Zeitraum, je nachdem wie der Körper den Stoff abbauen kann.

3. AOEL = Acceptable Operator Exposure Level

Hierbei handelt es sich um einen Grenzwert, der noch keine Wirkung auf Versuchstiere gezeigt hat. Hierzu werden sämtlichen Studien herangezogen und der Wert sicherheitshalber durch 100 dividiert. Wie man sich denken kann, dient er als Orientierungswert für die Größen ARfD und ADI.
Ist demnach in der Presse von der Überschreitung eines Grenzwertes zu lesen, besteht kein Grund zur Panik. Die gesetzlich erlaubten Höchstmengen sind so festgelegt worden, dass Überschreitungen nicht einmal ansatzweise an den Grenzwerten ARfD, AOEL und ADI kratzen.
Dies ist derzeit im Fall der vergifteten Eier zu beobachten. Bei Aldi Süd wurden sämtliche Eier aus den Regalen entfernt. Mütter sind um ihre Kinder besorgt und tauschen in Facebookgruppen eifreie Kuchenrezepte. Selbst Eier-Nudeln werden gemieden. Das gefunden Insektizid Fipronil ist nicht neu. Hunde- und Katzenhaltern ist es wohl bekannt. Ich selbst träufele es meinen Hunden alle sechs Wochen in den Nacken, um sie gegen Zecken und Flöhe zu immunisieren. Dies Mittel wird über die Talgdrüsen wochenlang von meinen Hunden ausgeschieden. Nach dem Streicheln des Fells habe ich somit mehr Fipronil an den Händen als in meinen Frühstückseiern gefunden wurde. Meine Hunde gefährden somit meine Kinder deutlich stärker als das geliebte Rührei.
Lass Dir den Eier Genuss nicht vermiesen

Lass Dir den Eiergenuss nicht vermiesen.

Wie hoch ist die Gefahr durch die vergifteten Eier?

Die höchste gefundene Belastung lag bei 1,2 Milligramm Fipronil auf einem Kilo Eier. Legt man den ARfD zugrunde, so müsste ein Erwachsener mit 65 Kilogramm Körpergewicht innerhalb von einem Tag sieben Eier essen, um den Grenzwert zu erreichen. Bei einem Kleinkind von ungefähr 17 Kilogramm wird der Wert schon mit zwei Eiern am Tag erreicht. Da Kleinkinder lediglich zwei bis drei Eier die Woche zu sich nehmen sollten, ist die Wahrscheinlichkeit der Überschreitung gering. Und selbst wenn der ARfD überschritten wird, besteht nicht zwangsläufig eine Gesundheitsgefährdung.
Und obwohl es keinen Grund zur Panik gibt, ist es absolut korrekt, dass die Eier aus den Regalen verschwinden und es stärkere Kontrollen gibt. Denn nur so bleibt unser Essen dauerhaft unter den festgelegten Grenzwerten und für uns gesund.
Cornelia Diedrichs

von

Das Thema Gesundheit beschäftigt mich seit meiner Kindheit. Sie wird schmerzlich vermisst, wenn sie abhanden kommt. Ich beschäftige mich intensiv mit ihrer Bewahrung.