Leben retten für jedermann

PocketDefi: Der Defibrillator für die Handtasche kommt

Bei Kreislaufstillstand ist Erste Hilfe binnen kürzester Zeit nötig. Doch wer hat schon einen Defibrillator in greifbarer Nähe? Das soll sich nun ändern: mit dem PocketDefi, einem Defibrillator für unterwegs.

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PocketDefi

PocketDefi, der Laien-Defibrillator, passt in jede Tasche und kann unterwegs Leben retten.

Musstet ihr schon einmal jemanden reanimieren? Die meisten von uns bekommen wahrscheinlich schon beim Gedanken daran Schweißausbrüche. Einem Menschen das Leben retten? Auf jeden Fall! Aber: Dabei kann so viel schief laufen, oder? Nun soll ein neuer Laien-Defibrillator Reanimationsmaßnahmen kinderleicht machen: PocketDefi, der Defibrillator für unterwegs.

Wozu benötigst du einen Defibrillator?

Wer einen Kreislaufstillstand erleidet, dem muss man binnen drei Minuten mit Reanimationsmaßnahmen helfen, also Herzmassage und Defibrillation. Im Schritt dauert es in der Stadt bis zu 15 Minuten bis ein Krankenwagen eintrifft – oft kommen Rettungskräfte zu spät an einen Unfallort. Zwar hinterlegte man in den letzten Jahren an vielen öffentlichen Plätzen Laiendefibrillatoren, doch wer weiß schon, wo sich das nächste Gerät befindet? Zudem sind herkömmliche Geräte recht groß und lassen sich eben nicht so leicht transportieren. Hier setzt der PocketDefi an. Das Gerät, das nur halb so viel kostet wie ein normaler Defibrillator, richtet sich gezielt an Laien, die unterwegs Hilfe leisten wollen.
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PocketDefi mit induktiver Ladeplatte

Der PocketDefi passt in (fast) jede Tasche und lässt sich bequem und sicher handhaben.

PocketDefi: Wie funktioniert das Gerät?

Der Defibrillator für die Handtasche ist nur 5 x 8 x 10 cm groß und ist damit ideal für unterwegs. Das Gerät enthält einen Kern, sowie zwei Elektroden-Pads. Öffnet ihr den Deckel, erhaltet ihr eine Sprachanweisung, was ihr als nächstes tun müsst. Die Elektroden werden ausgepackt und laut Anweisung am Oberkörper der hilflosen Person angebracht. Nun misst der PocketDefi, ob ein Schock notwendig ist. In dem Fall müsst ihr die Schock-Taste drücken. Euren PocketDefi wartet ihr und überprüft seine Funktionsfähigkeit über eine App. 30 Tage soll der Akku im Stand-by-Modus voll genug sein für eine lebensrettende Defibrillation. Das Gerät ladet ihr über eine induktive Ladeplatte auf, also ohne Kabel.

Wo bekommt ihr den PocketDefi und was kostet er?

Derzeit läuft auf Indiegogo eine Finanzierungskampagne für den PocketDefi. Das erste Ziel haben die Erfinder, das schweizer Start-up Liimtec, bereits erreicht: 100.000 Euro für die Serienüberleitung und das Zulassungsverfahren für Medizinprodukte. Der Preis auf Indiegogo liegt regulär bei 549 Euro (plus Versand). Später soll der PocketDefi 699 Euro kosten. Erreicht die Finanzierungskampagne das zweite Ziel (250.000 Euro) folgen Sprachpakete für Frankreich, Spanien, die Niederlande und Italien. Desweiteren soll es bei weiterer Unterstützung unter anderem einen Proximity Alert geben, der euch informiert, wenn es einen Notfall in der Nähe gibt. Bis zum 3. November könnt ihr den PocketDefi noch über Indiegogo vorbestellen.

Defibrillator

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.