Die unerkannte Erbkrankheit

Pickel am Po: So gefährlich sind sie wirklich!

Sie sind nicht nur ästhetisch ein Killer: Pickel am Po können richtig gefährlich werden. Dabei sind die lästigen Wölbungen nicht unbedingt ein Zeichen schlechter Hygiene. Eine spezielle Krankheit kann zu chronischen Entzündungen führen ...

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Dick, rot und juckend? Pickel am Po sind nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich.

Selten beschäftigen wir uns näher mit unserer Kehrseite. Sieht man ja auch nicht. Eine juckende Wölbung dort wird gerne einmal als Mückenstich abgetan oder ignoriert. Dabei können Pickel am Po ein erster Hinweis auf eine Erbkrankheit sein: Akne Inversa. Diese spezielle Akneform kommt häufiger vor als man denkt – kann zu chronischen Entzündungen und gefährlichen Abszessen führen. Wann die lästigen Mitesser am Po ein Fall für den Hautarzt sind ...

Ursachen für Pickel am Po

Ein kleiner Pickel am Po macht noch keine gefährliche Krankheit. Oft entstehen Hautreizungen sogar durch zu viel Hygiene. Unsere Haut ist ein Organ, das auch einmal sensibel auf chemische Stoffe reagieren kann. Enge Hosen, falsche Materialien, aber eben auch zu wenig Hygiene können Pickel am Po verursachen. Pilzinfektionen sorgen für starken Juckreiz und Hautveränderungen. Eingewachsene Haare und Schweißdrüsenabszesse werden von Hautärzten gerne diagnostiziert, wenn es um Entzündungen im Po-, Achsel- oder Schambereich geht. Wer jedoch immer wieder mit Pickeln am Po kämpft, hat vielleicht eine genetische Krankheit: Akne Inversa. Jeder Vierte soll davon betroffen sein.

Akne Inversa und woran ihr sie erkennt

Andreas Pinter, Leiter der Sprechstunde für Psoriasis, Neurodermitis und Akne Invesa am Zentrum für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Frankfurt, warnte nun auf BILD+ vor der unterschätzten Gefahr auf unserer Kehrseite. „Chronische Enzündungen können von 'innen' kommen”, sagt er und bezieht sich dabei auf die genetisch bedingte Akne Inversa, die bislang wenig erforscht ist und eine chronisch-entzündliche und besonders schmerzhafte Akneform ist. Am Po, im Achsel-, im Scham- und Dammbereich, aber auch in Hautfalten, z.B. bei Frauen unter der Brust, können sich Fisteln bilden. Dabei kapselt sich der Eiter ab, die Bakterien gelangen in langen Gräben unter die Haut. Das sei besonders gefährlich, da die Infektion so nicht abklingen kann. Antibiotika helfen bedingt. Bei größeren Infektionen hilft nur eine OP. Die Rückfallquote liegt jedoch bei 30 Prozent. Neue Hoffnung setzen Experten auf eine Strahlentherapie mit Licht- und Radiofrequenzen. Gerade erst wurde die Therapie auch für Deutschland zugelassen. Die Kosten von circa 50 Euro sind überschaubar, werden derzeit jedoch noch nicht von den Krankenkenkassen übernommen. Schmerzende Pickel, die auch nach ein paar Tagen keine Besserung zeigen, sollte sich unbedingt der Hautarzt anschauen. Je später Entzündungen festgestellt werden, desto schwieriger die Behandlung.

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