So ernähren wir uns gesünder

Jamie Olivers erstaunliches Zucker-Experiment

Trinken wir weniger zuckrige Getränke, wenn diese teuer werden? Genau dieses Experiment fand in Jamie Olivers Restaurant-Kette statt. Mit eindrucksvollem Ergebnis.

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Jamie Olivers Zucker-Experiment

Jamie Oliver macht sich für eine gesunde Ernährung stark.

Der britishe Promi-Koch Jamie Oliver macht wieder einmal mit einem Experiment von sich reden. Nachdem er uns bereits verdeutlicht hat, wie grausam Hühnerhaltung ist und wie schlecht das Essen in der Schulkantine, zeigt nun eine Studie, wie leicht wir von zuckerhaltigen Getränken Abstand nehmen können – wenn der Preis erhöht wird.

Jamie's Italian mit Zucker-Experiment

Wie teuer muss ein zuckerhaltiges Getränk, damit wir eine gesündere Alternative wählen? Um das herauszufinden wurden in 37 Restaurants der Jamie-Oliver-Kette „Jamie's Italian” die Preise um zehn Penny erhöht. Das erscheint zunächst nicht viel. Doch es führte dazu, dass elf Prozent weniger zuckerhaltige Getränke in den getesteten Restaurants bestellt wurden. Nach sechs Monaten waren es immer noch 9,3 Prozent weniger. Die Studie, die von Experten der London School of Hygiene and Tropical Medicine, sowie der University of Cambridge durchgeführt wurde, ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die Untersuchung bezog sich lediglich auf Restaurants. Wer nach dem Verzicht frustriert nach Hause fuhr und sich auf dem Weg oder daheim ein „Zuckerwasser” gönnte? Darüber trifft die Studie keine Aussagen.
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Gesundheit via Preissteuerung

Steven Cummins, Professor an der Londoner School of Hygiene and Tropical Medicine sagt: „Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen zählen zu den dringensten gobalen Gesundheitsfrage, die die Welt beantworten muss.” Laut dem Experten gebe es hinlänglich Beweise, die zuckerhaltige Getränke mit eben diesen Krankheiten in Verbindung bringen. Bislang fehle es jedoch an Motivation, von den ungesunden Getränken zu lassen. Die Preisschraube könnte ein Ansatz dafür sein. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Bestrebungen, zuckerhaltige Lebensmittel z.B. mit einer Steuer zu belegen, um sie für den Konsum – ähnlich wie Zigaretten – unattraktiver zu machen und potentielle Gesundheitskosten aufzufangen. In Großbritannien kommt die Zuckersteuer definitiv. Ab April 2018 werden Produkte mit mehr als fünf Gramm pro 100 Milliliter deutlich kostspieliger. Nur für die Hersteller: Es ist eine Unternehmenssteuer, sodass Endverbraucher nicht direkt belastet werden. Die Abgaben werden übrigens nur fällig, wenn Zucker zugesetzt wurde. Natürliche Produkte wie Direktsäfte bleiben verschont.

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