Und alle so: Yeah!

Apple so: Gib mir deine Krankendaten

Ab sofort im Betatest in den USA: Apples Health Records. Die neue Funktion erlaubt es, persönliche Krankenakten in die Health App zu laden. Haben wir darauf alle gewartet?

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Health Records neu bei Apple

Health Records soll die Möglichkeiten von Apples Health App erweitern.

Connected Health ist ein riesiges Thema, mit dem sich viel Geld verdienen lässt. Das hat auch Apple begriffen und baut sein Angebot mit den Health Records aus. In einem Betatest können sich Nutzer in den USA nun ihre Krankenakten in die Health App downloaden. Dies soll laut Apple einen ganzheitlicheren Überblick über die eigenen Gesundheitsdaten liefern.

Health Records neu in Health App

In der iOS 11.3 Beta finden US-Nutzer von Apples Health App ab heute die neue Funktion „Health Records”. Das ist so etwas wie eine virtuelle Krankenakte, in die Daten von Krankenhäusern und Kliniken automatisch einlaufen sollen. Apple sieht dies fast schon als Meilenstein, da der Nutzer hier erstmals ganzheitlich seine Krankendaten sammeln und anschauen kann. Was bisher also an Daten auf mehrere Stellen verteilt war, kommt nun zusammen – auf dem iPhone. Leicht und sicher soll die neue virtuelle Krankenakte sein. Konsumentenfreundlich. Ein neuer Standard.

Die digitale Krankenakte

Wer seine Krakendaten herunterlädt, bekommt einen Überblick über vermerkte Allergie, Medikamente, Impfungen, Laborergebnisse ... Und irgendwie klingt das logisch: Wozu dezentral alles mögliche an Daten lagern, wenn ich sie selbst verwalten und kontrollieren kann? Wissen meine besuchten Krankenhäuser vielleicht nichts über meine Erdnussallergie? Vielleicht sollten sie es! Wie hieß noch das Medikament, das ich letztes Mal bekommen habe? Das kann ich doch ganz einfach im iPhone nachgucken! Krank sein kann so simpel sein!

Da war doch noch was ...

Doch mit dem Zugang zur eigenen digitalen Krankenakte kommt auch mehr Eigenverantwortung. Was, wenn ich mich nicht um falsche oder fehlende Informationen gekümmert habe? Entlässt das Ärzte aus ihrer Verantwortung? Trage ICH dann die Schuld, wenn ich falsche Medikamente erhalte? Hinzu kommt das generelle Problem, sensible Daten auf dem Handy mit sich herumzutragen. Prinzipiell wird Apples digitale Krankenakte lokal, also auf dem iPhone gespeichert – AUßER man möchte seine Daten mit Apple teilen. Vielleicht möchten wir unsere Krankendaten mit noch mehr Menschen teilen? Vielleicht mit unserem Arbeitgeber? Der würde wahrscheinlich wahnsinnig gerne davon erfahren, welche Medikemante wir so nehmen und auf welche langfristigen Krankenheiten er sich einstellen muss. Datenlecks kann es immer geben. Und man bedenke erst die grenzenlosen Möglichkeiten personalisierter Werbung! Selten gibt es jedoch eine Apple-Funktion, die nicht wahnsinnig gerne und vollkommen unkritisch von treuen Fans aufgenommen wird. Zumindest ein Zögern würde man sich da bei einer möglichen Einführung in Deutschland wünschen. Wollen wir das wirklich? Soll das der neue Standard sein, wie wir mit sensiblen Daten umgehen wollen? Big Data kann so toll sein – und so gruselig.

Apple Watch

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.