Sieben Stunden Minimum!

Unterschätzte Gefahr: Schlafmangel kann tödlich sein

Immer mehr Menschen leiden unter Schlaflosigkeit, Schlafmangel oder schlechtem Schlaf. Ein amerikanischer Schlaf-Experte schlägt nun Alarm. Denn unser moderner Lifestyle könnte für unser frühzeitiges Ableben verantwortlich sein.

Datum:
Schlafmangel kann töten

Schlafmangel wird gerade von vielen Werktätigen unterschätzt – die Leistungsfähigkeit sinkt, die Risikobereitschaft steigt.

Matthew Walker ist Professor an der renommierten University von California, Berkeley, und Autor der neu erscheinenden Schlafbibel „Why we Sleep: The new Science of Sleep and Dreams”. Bei einem Gespräch mit dem britischen Telegraph prangert er unser Verhältnis zum Schlaf an. Weder Politik noch Arbeitnehmer würden Schlafmangel ernst nehmen. Dabei sei der verantwortlich für viele potentiell tödliche Krankheiten!

Ursachen von schlechtem Schlaf

Der zunehmende Schlafmangel in der Gesellschaft hat viele Ursachen. Elektrisches Licht verlängert unseren Tag. Fernsehen und Computerbildschirme lassen uns nicht abschalten. Hinzu kommen lange Pendlerzeiten und die stetig wachsende Vermischung von Arbeitszeit mit Freizeit. Wir wollen nichts verpassen und verzichten dann lieber auf das, was unser Körper am dringensten benötigt: eine ordentliche Portion Schlaf. Wer weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, leidet unter Schlafmangel. Sieben bis neun Stunden benötigt unser Körper zur Regeneration.

Galerie: 7 beliebte Schlaftracker, die dir beim Durchschlafen helfen

Schlafmangel als Hochrisikofaktor

Laden wir unsere Batterien nicht auf, hat das weitreichende Folgen. Walker sagt: „Schlafmangel beeinflusst jeden Aspekt unserer Biologie”. Nicht nur Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen wurden in zahlreichen Studien mit Schlafmangel in Verbindung gebracht. Auch Schlaganfälle, Alzheimer, Übergewicht und eine Reihe psychischer Krankheiten suchen uns eher heim, wenn wir schlecht oder wenig schlafen. Schlafdefizit sieht Walker daher als potentiellen Hochrisikofaktor, den wir nicht unterschätzen sollten.

Nur 19 Prozent fühlen sich morgens fit

In Großbritannien belaufen sich die Folgekosten von zu wenig Schlaf auf rund 34 Milliarden Euro pro Jahr. Auch wir Deutschen sind weit entfernt vom guten Schlaf. Laut Beurer Schlafatlas (2017) fühlten sich nur 19 Prozent morgens nach dem Aufstehen fit. 30,5 Prozent wachen mehr als achtmal in der Nacht auf, leiden somit unter Durchschlafstörungen. 30 Prozent nicken tatsächlich tagsüber gelegentlich oder öfter ein – Übermüdung lässt grüßen. Wie kommt es dann, dass 34 Prozent der Schlafstudienteilnehmer gerne mehr schlafen würden, aber es nicht tun? Oft werden Mehrschläfer als Faulpelze stigmatisiert. Bedeutet doch weniger Schlaf mehr Zeit für anderes. Gut ist das jedoch nicht. Auch der Schlafatlas weist darauf hin, das Personen mit erhöhtem Blutdruck wesentlich unzufriedener mit ihrem Schlaf sind als Menschen mit normalen Blutwerten. Zeit also, sich endlich Zeit fürs Schlafen zu nehmen, anstatt nur zu gähnen ...

Schlaftracker

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.