Toxoplasma gondii

Dieser Parasit macht Katzenurin attraktiv – und auch du hast ihn wahrscheinlich!

Toxoplasma gondii nistet sich im Gehirn ein und bewirkt Skurrilles. Ein Drittel der Menschheit soll lebenslang von diesem Parasiten befallen sein. Was er im Gehirn anstellt ...

Datum:
Manche Männer haben kein Problem mit Katzenurin

Ein Parasit sorgt dafür, dass manche Männer Katzenurin gar nicht einmal so abstoßend finden ...

Zugegeben: Die Geschichte ist bizarr. Bedenkt man jedoch, dass die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mit diesem Phänomen konfrontiert werden, umso erstaunlicher, dass die meisten von uns davon nichts wissen. Es geht um einen ganz besonderen Parasiten, der üblicherweise im Menschen keine Symptome hervorruft: Toxoplasma gondii. Der Mensch ist lediglich ein Zwischenwirt. Das eigentliche Ziel: die nächste Katze. Wählerisch ist der Parasit erst einmal nicht und nistet sich auch im menschlichen Gehirn ein. Und das kann dazu führen, dass manche Männer ihre eigentliche Abneigung gegenüber Katzenurin verlieren. Doch das ist nur die halbe Geschichte.

Toxoplasma gondii: 50 Prozent der Deutschen infiziert!

Schätzungweise 50 Prozent aller Deutschen und sogar 70 Prozent der Ü50er sollen laut Experten bereits einmal von dem Parasiten Toxoplasma gondii befallen worden sein. Der Parasit ist weltweit verbreitet und verursacht im Gehirn laut verschiedener Studien Verhaltensänderungen. So bewirkt Toxoplasma gondii in Nagetieren, dass Katzenurin sie nicht mehr abschreckt. Die Folge: Sie verlieren ihre angeborene Angst vor Katzen. Auch in Schafen, Schweinen und Kühen kann sich der Erreger befinden und z.B. über nicht gut abgekochtes Fleisch auf den Menschen übergehen. Auch Katzen übertragen den Parasiten, z.B. durch Kot im Gemüsegarten. Menschen zeigen allerdings meist keine Symptome einer Infektion. Wenn doch, dann sind es meist typische Abwehrreaktionen des Immunsystems wie Fieber. Da sich der Parasit selten outet, ist er weltweit verbreitet. Ein Problem? Vielleicht. Denn einige Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Toxoplasma gondii und verschiedenen Krankheitsbildern.

Was bewirkt Taxoplasma gondii im menschlichen Körper?

Die Studien zu Taxoplasma gondii sind umstritten. Einige Experten bezweifeln, ob die Auswirkungen des Parasiten ein wirklich signifikantes Ausmaß an Symptomen nachweisen. Dennoch erregen neue Erkenntnisse zum Phänomen immer wieder die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler. So weisen Studien u.a. darauf hin, dass Taxoplasma gondii im Menschen Verhaltensänderungen bewirken kann. Während Männer durch eine Infektion wagemutig, argwöhnisch und eifersüchtig werden sollen, zeigen Frauen verstärkt Warmherzigkeit, Pflichtbewusstsein und Moral. Hinzu kommt, dass manche Männer ihre Abneigung gegenüber Katzenurin verlieren. Böse Zungen würden jetzt einen Vergleich mit obig erwähnten Nagern ziehen. Aber es scheint so zu sein, dass manch infizierte Männer den beißenden Geruch tatsächlich „gar nicht übel” finden. Bei Frauen stellte sich dieser Effekt in Tests nicht ein. Insgesamt seien Betroffene allerdings öfter in Autounfälle verwickelt. Eine Studie stellt sogar eine Verbindung zu Schizophrenie, bipolaren Störungen und erhöhtem Selbstmordrisiko fest. Im Fachmagazin „Scientific Report” belegten Wissenschaftler nun, dass Taxoplasma auch bei Epilepsie, Alzheimer, Parkinson und sogar Krebs eine nicht unbedeutende Rolle spielen könnte. Gewiss ist jedoch, dass noch viel Forschungsbedarf auf dem Gebiet nötig ist, um wirklich verlässliche Aussagen über die Wirkung des Parasiten zu fällen. Immerhin soll laut dem Fachblatt ein Drittel der Menschheit lebenslang damit infiziert sein ...
Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.