Kanadische Fallstudie

Mysteriöses Phänomen: Kannst auch DU Blut schwitzen?

Wer unter Hämhidrose leidet, zeigt höchst seltene und gruselige Symptome: Betroffene schwitzen oder weinen sogar Blut. Ein Wunder? Mitnichten, sagt nun eine Fallstudie aus Kanada.

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Blut schwitzen ist eine Krankheit

Ungewöhnlicher Anblick: Blut schwitzen oder weinen – Hämhidrose.

Blut und Wasser schwitzen wir, so heißt es im Volksmund, wenn wir besonders große Angst haben. Das ist jedoch nicht nur methaphorisch so. Kanadische Forscher stießen nun auf den Fall einer italienischen Frau, die tatsächlich immer wieder Blut schwitzt. Seit drei Jahren zeigt die 21-jährige Frau dieses fast schon biblisches Symptom. Insbesondere unter Stress blutet sie immer wieder im Gesicht und in den Handflächen – jedoch ohne Anzeichen von Hautverletzungen und ohne Vorwarnung. Alles Mumpitz? Ein Wunder? Oder nur eine seltene Krankheit?

Diagnose: Blutschweiß

Für das gruselige Phänomen gibt es tatsächlich eine medizinische Diagnose: Hämhidrose, auch Blutschweiß. Bei Betroffenen beobachtete man eine Ausscheidung von Blut durch die Schweißporen. Grund hierfür sollen leicht verletzliche Gefäßwände sein, die für eine Vermischung von Blut mit Schweiß sorgen. Auch große Angst kann die Hautäderchen platzen lassen und damit für den kuriosen Blutschweiß sorgen. In der Fallstudie der kanadischen Forscher wurde die betroffene Frau gegen Depressionen und Panikstörungen behandelt. Körperlich gab es keinen konkreten Befund. Auch die Diagnose Blutschweiß konnte bislang wissenschaftlich nicht komplett abgesichert werden. Betablocker, die normalerweise z.B. bei Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, konnten das Blutschwitzen zumindest eindämmen.

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Blutschweiß als religiöses Symbol

Schon in der Bibel schwitzte Jesus Blut. Bis zum dritten Jahrhundert vor Christus sollen Fälle zurückgehen, die ein Beispiel für Hämhidrose sein könnten. Betroffene schwitzen nicht nur Blut. Manche weinen sogar Blut. In Kombination mit der Seltenheit der Krankheit kommt es immer wieder dazu, dass das Phänomen als heiliges Symbol in religiösem Kontext dargestellt wird. Selbst viele Ärzte kenne die mysteriöse Krankheit nicht. Da fällt es nicht nur schwer, eine Diagnose zu stellen, sondern auch dies auf wissenschaftlicher Basis zu tun. Wie viele Menschen von Hämhidrose betroffen sind, ist unbekannt. Blutschweiß muss erst noch intensiv erforscht werden, um wirklich verlässliche Aussagen über die Krankheit treffen zu können. Theoretisch wäre es vielleicht sogar möglich, dass auch wir, wenn wir z.B. Todesangst empfinden, Symptome einer Hämhidrose zeigen. In der Praxis wird dies jedoch extrem selten auftreten.

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Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.