Wer seine Matratze prüfen muss

BASF-Skandal: Matratzen-Kunststoff vergiftet mit Dichlorbenzol

BASF lieferte tausende Tonnen vergifteteten Kunststoff aus, das u.a. für Matratzen und Möbelpolster verwendet wurde. Wer betroffen sein könnte und welcher Hersteller bereits Matratzen zurückruft ...

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BASF-Matratzen Rückruf

Erste Matratzenhersteller haben die Konsequenz aus dem BASF-Skandal gezogen und starten Rückrufe.

Das entspricht nicht dem Standard. Ein Satz, der leicht fällt – außer es handelt sich dabei um vergifteten Kunststoff, auf dem wir täglich schlafen. Wie eine Sprecherin von BASF mitteilte, lieferte der Chemiekonzern gesundheitsschädigendes Kunststoff aus. Dieses wird von BASF-Kunden u.a. für die Herstellung von Matratzen und Möbelpolstern verwendet.

BASF-Kunststoff mit Dichlorbenzol belastet

TDI (Toluoldiisocyanat) heißt das Kunststoffprodukt, in dem ein Kunde von BASF eine erhöhte Konzentration von Dichlorbenzol feststellte. Normalerweise befinden sich weniger als drei ppm (Anteile pro Million) Dichlorbenzol-Anteile in den betroffenen Produktionsmengen. Doch in der Zeit vom 25. August bis zum 29. September wurde TDI mit einem Wert von mehreren Hundert ppm hergestellt. Einmal im Monat testet BASF üblicherweise die Werte. Das war in diesem Fall nicht genug. 7.500 Tonnen sollen laut BASF an 50 Kunden ausgeliefert worden sein. Diese haben das verseuchte TDI ihrerseits weiterverarbeitet, z.B. in Matratzen.

Erste Matratzenrückrufe von Dunlopillo und Emma

Matratzenhersteller Dunlopillo (Service-Hotline 069 999 997 830) und Emma (Service-Hotline 069 153 22 90 90) rufen daher vorsorglich ihre Matratzen zurück. Die gesundheitsschädlichen und umweltbelastenden Dichlorbenzolwerte des BASF-TDI könnten sich in eben diesen Matratzen wiederfinden. Dichlorbenzol kann nicht nur zu Reizungen der Augen, Haut und Atemwege führen, sondern steht auch im Verdacht, Krebs zu verursachen. Wer also gerade in eine Matratze investiert hat, sollte beim Hersteller nachfragen, ob seine Matratze betroffen ist.

Update: Lattoflex Rückruf

Matratzen-Hersteller Lattoflex gab nun bekannt, man habe bereits wenige Stunden nach Meldung des verunreinigten BASF-Kunststoffes alle betroffenen Lieferungen identifiziert und zu 100 Prozent aus dem Markt genommen. Zum Kunden gelangte keine der verseuchten Matratzen.

Naturmatratzen

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.