Neue Pläne

Billig-Krankenkasse: Amazon steigt ins Gesundheitswesen ein

Wieder einmal will Amazon für Disruption in einem Industriezweig sorgen. Das Gesundheitswesen soll es dieses Mal sein. Getestet wird in den USA. Doch wie weit wird Amazon gehen?

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Amazon Krankenversicherung

Amazon macht sich bereit, auch im Gesundheitswesen aufzuräumen.

Gelingt Amazon Gründer Jeff Bezos, wovor Trump zurückschreckt – einer Revolution im Gesundheitswesen? Daran glaubt Bezos felsenfest. Immer wieder sagten Experten ihm riesige Flops voraus. Und immer wieder schaffte Bezos mit seinen Projekten das scheinbar unmöglich und stellte ganze Industrien auf den Kopf. Kindle, Basics und Prime sind nur einige der Erfolgsprojekte von Amazon. Und nun will sich Amazon dem Gesundheitswesen in den USA annehmen – und verbündet sich dafür mit der Bank JP Morgan und der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway.

Amazon als neue Krankenkasse?

Das neue Unternehmen will den Mitarbeitern der drei amerikanischen Großunternehmen Gesundheitsdienstleistungen zu einem bezahlbaren Preis anbieten. Ziel sei es nicht Profite zu machen, sondern die Mitarbeiter in den USA finanziell zu entlasten. Die geradezu astronomischen Kosten im amerikanischen Gesundheitswesen sind für viele US-Bürger eine echte Belastung. Und die soll zumindest für 500.000 davon künftig wegfallen, so es die neue Initiative will. Mit einer halben Million Mitarbeiter in den USA könnten Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway so manch einer Krankenversicherung erhebliche Verluste bescheren. Die Ankündigung des Dreierbundes hatte flugs auch ein fünf Prozent Minus mehrerer Versicherer an der Börse zur Folge.

Was bedeutet das für uns?

Was in den USA passiert, betrifft uns nicht, könnte man meinen. Doch wie man Amazon kennt, bleiben erfolgreiche Projekte meist weder regional beschränkt, noch in kleinerem Rahmen. Die neue Gesellschaft könnte dazu führen, dass sich immer mehr Unternehmen genötigt sehen, ihren Mitarbeitern zumindest gewisse Gesundheitsdienstleistungen zu bezahlen oder Zuschüsse zu gewähren – auch bei uns. Zudem gibt es zahlreiche Industrien im Gesundheitswesen, in die Amazon auch als Produzent einsteigen könnte – ähnlich seiner Basics-Reihe. Was Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway im Detail planen, ist noch nicht bekannt. Und die Frage ist natürlich auch, ob man sich von seinem eigenen Arbeitgeber gerne versichern lassen würde, der somit auch direkten Zugriff auf die Krankendaten hätte. Eine spannende Entwicklung, die international für reichlich Bewegung auf dem Gesundheitssektor sorgen wird, ist es allemal.

Gesundheit bei Amazon

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.